Der Erdrutsch ereignete sich am Donnerstagmorgen gegen 9.30 Uhr Ortszeit und ist Teil einer Serie von Naturkatastrophen, die die Nordinsel des Landes heimsuchen. Vorausgegangen waren Rekordniederschläge.

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Der als „schwerer Zwischenfall“ eingestufte Erdrutsch traf den Beachside Holiday Park am Mount Maunganui mit voller Wucht. Wohnmobile, Autos, Zelte sowie ein Toiletten- und Duschblock wurden von den Erdmassen begraben. Etwa 230 Kilometer südöstlich von Auckland gelegen, ist der beliebte Ferienpark nun Schauplatz eines verzweifelten Wettlaufs gegen die Zeit.
Rund 40 Feuerwehrleute, darunter spezialisierte Such- und Rettungsteams, sind im Einsatz. Spürhunde durchkämmen das Gelände, während Rettungskräfte durch Schlamm und Geröll graben. Der Sanitärblock gilt als größter Sorgenbereich – Augenzeugen berichten, dass sich zum Zeitpunkt des Unglücks Menschen unter den Duschen befanden.
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„Möglich, dass wir noch jemanden lebend finden“
Die Zeitung „New Zealand Herald“ sprach unter Berufung auf einen der Retter von neun Verschütteten, das Portal „Stuff“ hatte zuvor von sechs Vermissten berichtet, darunter mehrere Kinder. Die Behörden bestätigten diese Zahlen zunächst nicht. Ob auch Ausländer darunter sind, ist ebenfalls unklar.
Polizeichef Tim Anderson erklärte auf einer Pressekonferenz nur, es handele sich um „eine einstellige Zahl“. Er betonte zudem, es sei „möglich, dass wir noch jemanden lebend finden“.
Nach etwa 15 Minuten seien die Stimmen verstummt
Mark Tangney, der in der Gegend arbeitet, war einer der ersten Helfer am Unglücksort. Zusammen mit sechs bis acht anderen Männern kletterte Tangney auf das Dach des Sanitärblocks und versuchte mit Werkzeugen, das Dach abzunehmen. „Wir konnten Menschen schreien hören: ‚Helft uns, helft uns, holt uns hier raus‘“, schilderte er der lokalen Tageszeitung „NZ Herald“ die dramatischen Momente. Etwa eine halbe Stunde lang arbeiteten die spontanen Helfer fieberhaft. Doch nach 15 Minuten verstummten die Hilferufe der Eingeschlossenen.
Der neuseeländische Ministerpräsident Christopher Luxon sprach in einer Mitteilung von einer „schrecklichen Tragödie“. Das Land sei in tiefer Trauer.
Es wurde mitgeteilt, dass die Sucharbeiten die ganze Nacht hindurch fortgesetzt würden.
Erdrutsch am Mount Maunganui: „Konnte sehen, wie das Erdreich auf Gebäude herabkam“
Die Zeugin Nix Jaques wollte gerade den Berg hinaufgehen, als sie ein ohrenbetäubendes Geräusch hörte. „Ich drehte mich um und konnte sehen, wie das Erdreich auf einige Gebäude herabkam“, schilderte sie gegenüber Radio New Zealand (RNZ). Sie sprach mit einem verzweifelten Paar, das sein Kind vermisste, und versuchte in den ersten Minuten zu helfen, bevor die Rettungsdienste eintrafen.

Vermisste in Wohnhaus tot geborgen
Der australische Tourist Sonny Worrall entging dem Erdrutsch nur knapp. Während er in einem nahegelegenen Pool schwamm, hörte er plötzlich die herabstürzenden Erdmassen. „Bäume knackten, da war ein Wohnwagen, der mich fast getroffen hätte. Ich musste in den nächsten Pool tauchen“, berichtete er dem Nachrichtenportal Stuff. „Es war das Schrecklichste, was ich je in meinem Leben erlebt habe.“ Der Rest des Campingplatzes wurde evakuiert. Bürgermeister Mahe Drysdale beschrieb die Lage gegenüber dem neuseeländischen Sender als „sich entwickelnde Situation“. Man arbeite alle Listen der eingecheckten Gäste durch, kenne aber die genaue Zahl der Vermissten bislang nicht.
In der nahegelegenen Ortschaft Papamoa konnten derweil nach einem weiteren Erdrutsch, der ein Wohnhaus getroffen hatte, zwei Vermisste nur noch tot geborgen werden. Das Gebäude sei schwerbeschädigt worden, teilte die Polizei mit.
Neuseeland: Rekordregenfälle setzen Region unter Wasser
Der Erdrutsch am Mount Maunganui ist nur die Spitze einer Katastrophe größeren Ausmaßes. Tagelange sintflutartige Regenfälle haben die gesamte Nordinsel Neuseelands in einen Ausnahmezustand versetzt.
In fünf Regionen in Northland und am East Cape wurden lokale Notstandserklärungen ausgerufen. Hubschrauber wurden eingesetzt, um Familien von Hausdächern zu retten, auf die sie vor den Fluten geflüchtet waren. Die Bilanz der Unwetter ist verheerend.
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Premierminister Christopher Luxon würdigt Helfer: „Das ganze Land ist dankbar“
Premierminister Luxon dankte den Rettungskräften für ihren unermüdlichen Einsatz. „All jenen, die sich selbst in Gefahr begeben, um Kiwis zu schützen, ist das ganze Land dankbar“, schrieb er auf X.
Die National Emergency Management Agency warnte, dass ein tropisches Tief am Donnerstag weiteren starken Regen bringen werde. „Der Regen fällt auf bereits gesättigten Boden, was bedeutet, dass Auswirkungen wie umgestürzte Bäume, Erdrutsche, Überschwemmungen und gefährliche Flussbedingungen wahrscheinlicher sind.“
mit dpa








