In der ursprünglichen Drehbuchfassung seines Jahrhundert-Werks sollten die Protagonisten am Ende getrennte Wege gehen. Getreu der Prämisse, wonach „Männer und Frauen keine Freunde sein können“. Während der Filmaufnahmen von „Harry und Sally“, lernte der damals bereits ein Mal geschiedene Rob Reiner die Fotografin Michele Singer kennen. So gut, dass er plötzlich geneigt war, an die Dauerhaftigkeit der Liebe zu glauben.

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Also änderte er den Schluss des Films, der wegen zwei Szenen Ewigkeitswert im Pantheon der Kino-Geschichte erlangte: Der von Sally (Meg Ryan) vor den Augen von Harry (Billy Crystal) im New Yorker Traditionslokal „Katz’s“ grandios vorgetäuschte Orgasmus. Und die Pointe mit der älteren Dame am Nebentisch, gespielt von Reiners leiblicher Mutter Estelle, die die Szene sehr genau beobachtet und mit hinreißendem Timing zur Bedienung sagt: „Ich will genau das, was sie hatte.“ – „I‘ll have what she‘s having.“
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Rob Reiners im eigenen Haus ermordet: Polizei nimmt Sohn in U-Haft
Rob Reiner (78) und Michelle Singer Reiner (68) waren über 35 Jahre glücklich verheiratet. Am Sonntagnachmittag wurden sie laut Medienberichten von Tochter Romy in ihrem Haus in einem Nobelviertel von Los Angeles tot aufgefunden. Erstochen, wie die Polizei sagt. Die Behörden gehen von einem Mordfall aus, der landesweit Bestürzung ausgelöst hat; so beliebt war der für seine warmherzige, melancholisch-humorvolle Art bekannte Sohn des berühmten Komikers Carl Reiner.
„Mit tiefster Trauer geben wir den tragischen Tod von Michele und Rob Reiner bekannt. Wir sind untröstlich über diesen plötzlichen Verlust und bitten in dieser unvorstellbar schweren Zeit um Wahrung unserer Privatsphäre“, heißt es laut CNN in einer Mitteilung der Familie Reiner. Die möglichen Hintergründe lösten Schockwellen aus: Am Montagmorgen wurde Nick Reiner, einer der beiden Söhne des Power-Paars, ausweislich von Gefängnisakten als Tatverdächtiger in U-Haft genommen. Seine Verhaftung fand bereits am Sonntagabend statt. Die Kautionssumme ist laut „Los Angeles Times“ auf vier Millionen Dollar festgelegt worden. Nick Reiner hatte eine schwierige Achterbahnfahrt zwischen Drogen, Entzug und Obdachlosigkeit hinter sich – 2015 unter der Mitwirkung von Reiner Senior in dem sehenswerten Streifen „Being Charlie“ verfilmt.

Rob Reiner: Schon sein Vater galt als Hollywood-Legende
Rob Reiner hatte in seiner sechs Jahrzehnte umspannenden Karriere als Regisseur, Schauspieler, Drehbuchautor und Produzent an Filmen verschiedener Genres mitgewirkt. Gerichtsdramen wie „Eine Frage der Ehre“ mit Tom Cruise oder „Das Attentat“ mit Whoopi Goldberg gehören dazu wie die Märchenkomödie „Die Braut des Prinzen“ und der Psychothriller „Misery“ aus dem Jahr 1990 nach der Vorlage von Stephen King. Reiner interessierte sich mehr für die Humanität seiner Figuren als für die Gewaltakte, zu denen sie in der Lage waren.
Sein Talent muss er geerbt haben. In seinem jüdischen Elternhaus gingen die Größen der amerikanischen Comedy ein und aus: Mel Brooks, Sid Caesar, Norman Lear. Vater, Carl Reiner schuf in den 1960er Jahren die legendäre „The Dick Van Dyke Show“, bekam den renommierten „Mark Twain Prize for American Humor“ zugesprochen und wurde mit einem Dutzend Emmys und Grammys ausgezeichnet. Rob Reiners erster eigener Film 1984 wurde dann auch eine satirische Dokumentation über eine fiktionale Rockband: „This is Spinal Tap“.
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Rob Reiner hatte aber noch ein zweites Leben – als Aktivist und energischer Förderer liberaler Ideen und der demokratischen Partei in Kalifornien und darüber hinaus. Er setzte sich für Präsidentschaftskandidaten wie Al Gore ein, unterstützte die ehemalige Außenministerin Hillary Clinton bei ihrer Präsidentschaftskandidatur 2016 und sprach sich 2024 für die Wiederwahl von Joe Biden aus. Nicht verwunderlich: Reiner war ein unerbittlicher Kritiker von Präsident Donald Trump, den er als Plage für sein Land ansah. Noch vor Kurzem warnte er davor, dass die USA vollends in eine Autokratie abdriften würden, wenn dem Rechtspopulisten nicht Einhalt geboten wird.
An der Westküste setzte sich Reiner 1998 für eine Steuer auf Tabakprodukte ein, um mit den Einnahmen Programme zur frühkindlichen Förderung zu unterstützen. 2005 schloss er sich mit den Gewerkschaften zusammen, um Maßnahmen des damaligen republikanischen Gouverneurs Arnold Schwarzenegger anzufechten. 2006 lehnten die Wähler eine von ihm angeführte Initiative ab, die, wenn sie erfolgreich gewesen wäre, die Einkommenssteuern für Spitzenverdiener erhöht hätte, um eine halbtägige Vorschule für alle Vierjährigen in Kalifornien zu finanzieren. Später unterstützte er eine Kampagne, um den Obersten Gerichtshof davon zu überzeugen, die gleichgeschlechtliche Ehe als verfassungsmäßiges Recht zu etablieren.
Barack Obama ehrt verstorbenen Reiner für „lebenslanges Engagement“
Reiners Reputation entsprechend verbeugten sich am Montag viele Prominente nicht nur aus Hollywood vor seinem Lebenswerk, darunter der ehemalige Präsident Barack Obama. Er schrieb: „Hinter all den Geschichten, die er produzierte, stand ein tiefer Glaube an das Gute im Menschen – und ein lebenslanges Engagement, diesen Glauben in die Tat umzusetzen. Zusammen führten er und seine Frau ein Leben, das von Sinnhaftigkeit geprägt war. Sie werden für die Werte, für die sie eintraten, und die unzähligen Menschen, die sie inspirierten, in Erinnerung bleiben.“
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Der Football-Star O.J. Simpson lebte hier, als seine Ex-Frau Nicole Brown Simpson 1994 brutal ermordet wurde. Auch das Haus im spanischen Kolonialstil, in dem 1962 der Hollywood-Star Marilyn Monroe starb, gehört zum Viertel, das sich um das 1948 eröffnete Einkaufszentrum „Brentwood Country Mart” etabliert hat.












