Es gibt ihn schon seit Millionen von Jahren. Doch der Schlinghai, auch Raue Dornhai genannt, stellt für die Wissenschaft noch immer ein großes Mysterium dar. Bekannt ist, dass der in vielen Meeren auf der ganzen Welt verbreitet ist und in einer Tiefe von 200 bis zu 1500 Metern lebt. Besonders beliebt ist das Meerestier, das ausgewachsen auf rund zwei Meter Länge kommt, vor allem bei Kosmetikherstellern. Denn die Leber des Schlinghais enthält eine Substanz, die den Produkten der Industrie antioxidative und feuchtigkeitsspendende Eigenschaften bietet. Was steckt dahinter?
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Squalen ist ein ungesättigtes Öl, das rückfettend wirkt und die Haut geschmeidig und glatt machen kann. Es wird vor allem für Make-up, After-Shave-Lotionen und auch Sonnencreme genutzt. Das Öl kann zwar auch aus Oliven, Zuckerrohr oder Reiskleie gewonnen werden – und etwa 80 Prozent des weltweiten Bedarfs wurden zuletzt aus pflanzlichen Quellen hergestellt, doch ist die Leber von Schlinghaien besonders ergiebig. Sie hat einen etwa 70-prozentigen Squalen-Gehalt, der höchste aller Haigattungen.
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Allerdings sind die Tiere nicht sonderlich groß und laut dem Marktforschungsunternehmen „Grand View Research“ brauche es rund 3000 Tiere, um eine Tonne reines Squalen zu produzieren. 2012 lag der weltweite Bedarf dieses Produkts bei zwei Tonnen. Der Squalenmarkt hatte zudem 2023 Umsätze im Bereich von 150 Millionen Dollar generiert. Wohl auch deshalb ist das Schlinghai-Fischen ein lukratives Gewerbe.

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Doch die Hoffnung auf Profit hat das Tier an den Rand des Aussterbens gebracht: Laut einer Studie, die 2024 im Journal „Science“ veröffentlicht wurde, ist die Population von Schlinghaien zuletzt um mehr als 80 Prozent gesunken. Wie Matt Collis, vom International Fund for Animal Welfare (IFAW), gegenüber CNN erläutert, habe sich der Bestand der Tiere vor allem in den letzten 30 Jahren massiv verkleinert. „Das liegt zum einen daran, dass man den Wert von Leberöl besonders aus den Schlinghaien erkannt hat, aber auch daran, dass die Fischerei heute viel fortschrittlicher ist und gezielt Tiefwasserarten ansteuern kann, was früher deutlich schwieriger war“, so Collis.
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Und noch ein Aspekt macht es den Tiefseebewohnern nicht leichter, ihr Überleben zu sichern: „Sie sind nicht wie andere Fische – sie erholen sich nicht so schnell und vermehren sich auch viel langsamer“, berichtet Collis und fügt hinzu, dass die Tiere eine derart starke Ausbeutung einfach nicht verkraften könnten. In Australien etwa, wo die Haigattung besonders stark gejagt wurde, könnte es rund 86 Jahre brauchen, bis die Population wieder auf eine Große vom 25 Prozent der ursprünglichen Zahl angekommen ist.
Damit das Tier nicht endgültig ausstirbt, wurde nun allerdings etwas getan. Kürzlich fand in Usbekistan die 20. Konferenz der International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora (CITES) statt. Dort beratschlagten sich unter anderem zahlreiche Wissenschaftler, Anwälte und Handelsexperten über umfassende Schutznahmen für Wildtiere und entschieden sich dafür, den Schlinghai in eine Liste aufzunehmen, die für eine Regulierung des weltweiten Handels und die Überwachung des Bestandes sorgen soll. In dem sogenannten „CITES Appendix II“ befanden sich zuvor rund 145 Haigattungen, doch noch kein Tiefseetier.









