• Die Polizei bestätigt, dass der achtjährige Fabian aus Güstrow Opfer eines Gewaltverbrechens wurde
  • Tatverdächtig ist eine Frau. Sie hatte angegeben, den Leichnam gefunden zu haben
  • Ein Profiler spricht von ungewöhnlichen Motiven und Inszenierungen, die Ermittler vor Rätsel stellen

Ein achtjähriges Kind ist tot. Nicht wegen einer Krankheit oder eines schrecklichen Unfalls – die Ermittler der Polizei gehen im Fall von Fabian aus Güstrow von einem Gewaltverbrechen aus, dem das Kind zum Opfer gefallen ist. Mutmaßlich verübt von einer Frau: Am Donnerstag hat die Polizei eine Tatverdächtige festgenommen. Wer begeht so eine schreckliche Tat?

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Der zuständige Staatsanwalt in Rostock will sich zur Identität der Frau nicht äußern. Man sei auf dem Dorf. „Alles, was ich Ihnen jetzt sagen würde, würde die Identifizierung dieser Person ermöglichen“, sagte Staatsanwalt Harald Nowack am Donnerstag vor Pressevertretern. Es gelte die Unschuldsvermutung. Laut Informationen des Magazins „Spiegel“ handelt es sich bei der Tatverdächtigen um die Ex-Freundin von Fabians Vater.

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Tötete die Ex-Freundin des Vaters den kleinen Fabian? Kriminalist hat Verdacht zum Tatmotiv

Am Donnerstag wurde bekannt, dass Durchsuchungen im Haus einer verdächtigen Person in Mecklenburg-Vorpommern stattgefunden hatten, bei denen auch ein Geländewagen beschlagnahmt wurde. In mehreren Medienberichten – unter anderem von RTL, der „Bild“-Zeitung und dem „Spiegel“ – hieß es, dass es sich bei einem der Objekte um das Wohnhaus der Ex-Freundin von Fabians Vater gehandelt habe. Sie sei im Visier der Polizei.

Eine Frau, die mordet? Laut Statistiken passiert das selten. Der polizeilichen Kriminalstatistik aus dem Jahr 2024 zufolge waren in 87 Prozent der Mordfälle in Deutschland die Tatverdächtigen männlich. Was könnten die Gründe sein, wenn Frauen morden? Der Profiler, Kriminalist und Autor Axel Petermann äußerte dem Portal „t-online“ gegenüber eine gängige Praxis: „Wenn Frauen töten, dann fast immer im persönlichen Umfeld.“

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Mord an Fabian (Güstrow): Profiler äußert Theorie zum möglichen Motiv – „sehr außergewöhnlich“

Dahinter stecke in den meisten Fällen ein Motiv: Eifersucht. Zum konkreten Fall des kleinen Fabian äußerte der Experte dem Nachrichtenportal gegenüber einen Verdacht: „Möglicherweise wollte sie jemanden bestrafen. Oder mit dem Mord dafür sorgen, dass sich jemand anderes wieder enger an sie bindet.“ Das wäre jedoch „sehr außergewöhnlich.“

In einem Interview mit der „Bild“-Zeitung fügte der Experte hinzu: „Hätte Fabian ihrer Beziehung, ihrer Nähe zum Vater im Wege gestanden, wäre das eine Erklärung.“

Außergewöhnlich im Fall der Ex-Freundin von Fabians Vater ist auch der Umstand, dass die 29-Jährige die Leiche des Jungen vier Tage nach seinem Verschwinden auf einem Spaziergang mit einer Freundin rein zufällig gefunden haben wollte. Kurz darauf sagte sie der „Bild“-Zeitung im Interview: „Fabian war wie ein Kind für mich. Ich war vier Jahre lang seine Ziehmama, sozusagen. Ich habe ihn geliebt wie mein eigenes Kind.“

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Fabians Verschwinden gibt Rätsel auf

Im Gespräch mit der „Bild“-Zeitung hebt Petermann hervor, dass derzeit noch viele offene Fragen bestehen. Am Tag seines Verschwindens blieb Fabian krankheitsbedingt zu Hause. Wie die Verdächtige davon erfahren haben könnte, ist weiterhin ungeklärt. „Das habe ich mich auch gefragt. Mag es eine Absprache gegeben haben, die sie mit Fabian hatte? Wie kommt es, dass er das Haus verlässt und sein Handy zu Hause lässt? Ist Fabian irgendwo hingegangen und hat sich dort mit ihr getroffen? Das sind alles Fragen, die zu klären sind“, so der Experte.

Ist die Ex-Freundin von Fabians Vater die Mörderin? Nach Verschwinden des Kindes fand sie die Leiche

Die Ex-Freundin von Fabians Vater beteuerte zudem, wie schrecklich der Fund der Leiche gewesen sei: „Dieses Bild, wie er da lag, werde ich nie mehr los. Er sah schlimm aus.“ Könnte es sich bei dem „zufälligen“ Auffinden der Leiche und dem Interview mit der Boulevard-Zeitung um eine Verschleierungstaktik handeln?

Dem Kriminalisten Axel Petermann zufolge seien Täterinnen und Täter nach einem Mord „in einer völlig neuen Situation“. Häufig würden sie im Übersprung handeln oder Situationen konstruieren, um nicht ins Visier der Ermittler zu geraten. „Sie behaupten zum Beispiel, die Leiche zufällig gefunden zu haben. Und genau mit dieser Inszenierung liefern sie sich selbst der Polizei aus“, sagte Petermann zu „t-online“. Täterinnen wollten damit betonen: „Ich finde doch nicht die Leiche des Kindes, wenn ich selbst die Täterin bin“, erklärte Petermann gegenüber der „Bild“-Zeitung.

Ein Feuer brennt an einem Tümpel, an dem später die Leiche des kleinen Fabian gefunden wurde. Das Foto wurde am helllichten Tag aufgenommen.
Die Polizei Rostock hat nach einem Aufruf in der Lokalpresse ein Foto zum Fall Fabian aus der Bevölkerung erhalten. Es zeigt ein Feuer an dem Tümpel, an dem später die Leiche des achtjährigen Jungen gefunden wurde.© Staatsanwaltschaft Rostock | Staatsanwaltschaft Rostock

Leiche von Fabian aus Güstrow wurde verbrannt – vermutlich, um Spuren zu verwischen

Seit Fabians Verschwinden am 10. Oktober bestürzt der Fall viele Menschen in Deutschland. Am 14. Oktober wurde dann die Leiche des Achtjährigen an einem Tümpel bei Klein Upahl gefunden, in der Nähe seines Wohnortes in Güstrow – von der Ex-Freundin seines Vaters. Wie Ermittler erst am Mittwoch bekanntgaben, wurde sein Leichnam verbrannt; vermutlich, um Spuren zu verschleiern.

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Durch einen Zeugenaufruf in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY ... ungelöst“ am Mittwoch baten Ermittler zudem um weitere Hinweise zum Tatgeschehen. Außerdem veröffentlichte die Polizei ein Foto, das ein Feuer am Tümpel zeigt, an dem Fabians Leiche einige Tage später gefunden wurde.

fmg/viv