Netflix hat es einmal mehr geschafft: Die neue Haftbefehl-Doku des Streaming-Dienstes sorgt für Schlagzeilen – und die Zahl der Aufrufe geht durch die Decke. Besonders hervor sticht dabei eine Szene, in der Deutschrap auf einen fast vergessenen Liedermacher-Song trifft. Der schwer kokainsüchtige Rapper Aykut Anhan – bekannt als Haftbefehl – hatte gerade wieder einen Absturz. Zusammengesunken sitzt er da, die Kapuze tief im Gesicht und fragt: „Kennst du den? Reinhard Mey.“ Und dann beginnt er mit seiner heiseren, vom Drogenmissbrauch gekennzeichneten Stimme zu singen: „In meinem Garten, in meinem Garten, baut ein Rabe sich sein Nest“.

Reinhard Meys „In meinem Garten“ feiert Comeback

„In meinem Garten“ ist ein über 50 Jahre alter Song des Liedermachers Reinhard Mey – erschienen 1970 auf dem Album „Aus meinem Tagebuch“. Mey ist den meisten vor allem bekannt für seinen Hit „Über den Wolken“ und das Antikriegs-Lied „Nein, meine Söhne geb‘ ich nicht“. Nun ist er dank Haftbefehl wieder in den Top-50-Charts auf Spotify.

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Haftbefehl-Doku: Reinhard Mey war skeptisch über Verwendung seines Lieds

Wie Haftbefehl auf Instagram schrieb, hatte Mey – der sehr zurückhaltend mit der Freigabe seiner Lieder ist – anfangs Bedenken, dass der Song in der Doku gespielt wird: „Sie zögerten, an meiner Dokumentation teilzunehmen – verständlich, denn was sie zuvor im Netz über mich fanden, weckte wohl eher Zweifel als Vertrauen.“

Doch wie Haftbefehl schreibt, soll sich Mey nach dem Sehen der Doku an ihn gewandt und geschrieben haben, „dass man den Menschen hinter dem Bild, den Künstler hinter den Schlagzeilen, erst wirklich verstehen sollte, bevor man sich ein Urteil erlaubt.“

Haftbefehl ist schon seit seinem 13. Lebensjahr kokainabhängig

Die viel diskutierte Doku „Babo – Die Haftbefehl-Story“ liegt aktuell auf Platz 1 der Netflix-Filme in Deutschland. Zwei Jahre begleiteten die Produzenten um „Fack ju Göhte“-Star Elyas M’Barek den Deutschrapper. Sie erzählen den Aufstieg des 40-jährigen Offenbachers, der 2012 mit „Chabos wissen, wer der Babo ist“ seinen Durchbruch hatte.

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Aber auch die dunklen Seiten seines Lebens werden in dem Film thematisiert: Familienkonflikte, der Suizid seines Vaters und seine Kokainsucht, in die er schon im Alter von 13 geriet, die inzwischen sein Gesicht zerfressen hat und an der er letztlich zu zerbrechen droht.

jst/FMG