Die Phlegräischen Felder (Campi Flegrei) bei Neapel bieten zunehmend Anlass zur Sorge. Zuletzt wurde in dem Gebiet am 30. Juni ein Erdbeben der Stärke 4,6 registriert – das stärkste in der Region, das bisher gemessen wurde. Nun rücken neue wissenschaftliche Erkenntnisse über das Gebiet in den Fokus der Geoforschung.

Jeden 2. Sonntag
Ein FUNKE Liebe
Alle zwei Wochen sonntags: Antworten auf Beziehungsfragen – ehrlich, nah und alltagstauglich.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
So haben Forscher eine Ursache für die sogenannte Bradyseismus-Aktivität, also die Hebung und Senkung des Bodens im Gebiet des Supervulkans, gefunden: Die Erwärmung und der Druckaufbau in einem hydrothermalen Reservoir in etwa 2,7 bis 4 Kilometern Tiefe treiben das Phänomen an. Diese Ergebnisse entstammen einer aktuellen Studie, die in der Fachzeitschrift Solid Earth veröffentlicht wurde. Den Forschern zufolge sei nun die Überwachung des Reservoirs entscheidend, um Risiken einzudämmen. Die Gefahr: schwere Explosionen.
- Forscher überrascht: Erdbeben – Bilder aus dem All zeigen katastrophalen Zusammenhang
- Vulkan-Gefahr: Santorini, Italien, Teneriffa – Hängen die Erdbeben zusammen?
- Santorini: Archäologie: Dieser Vulkan löschte schon einmal eine ganze Kultur aus
- Wissenschaftler alarmiert: Supervulkan bei Neapel: Neue Studie mit düsterer Prognose
- Deutschland: Experte erklärt, wo Vulkane ausbrechen könnten
Supervulkan in Italien: Experten fürchten Explosionen
An der Studie beteiligt waren das Institut für Geowissenschaften und Georeserven des italienischen Forschungsrats in Pisa (CNR-IGG) sowie das Unternehmen Steam srl, das auf geothermische Energietechnologien spezialisiert ist. Das Forscherteam hat ein umfassendes Modell des magmatisch-hydrothermalen Systems der Phlegräischen Felder entwickelt. Dieses basiert auf Analysen von Gasen sowie geowissenschaftlichen Daten – einige davon stammen aus geothermischen Bohrungen der Energiekonzerne Agip und Enel aus den 1970er- und 1980er-Jahren.
Lesen Sie auch: Invasion am Strand: Blaukrabben verjagen Italien-Urlauber
Das Modell zeigt, dass die allmähliche Erwärmung und Druckerhöhung in dem hydrothermalen Reservoir für die vermehrten Bodendeformationen verantwortlich ist. „Solange dieser Wasserreservoir unter Druck steht, könnten sich Explosionen ereignen, die durch die schlagartige Verdampfung von Wasser verursacht werden. Diese Prozesse führen zum Zerbrechen der Gesteinsschicht“, erklärt die Forscherin Claudia Principe, eine Verfasserin der Studie.
Explosionen könnten zur Bildung von heißen Schlammlawinen und Trümmerströmen führen, die sich rasch aus dem Ursprungsgebiet herausbewegen und die Küsten erreichen könnten – wie es bereits in der Vergangenheit vorgekommen ist.

Phlegräischen Felder: Weitere Untersuchungen stehen an
Kürzlich haben in der Region weitere geologische und geophysikalische Untersuchungen begonnen. Sie betreffen vor allem den oberflächennahen Untergrund. Mittels Bohrungen in einer Tiefe von bis zu 30 Metern soll der Bereich erkundet werden. Laut einer Mitteilung der Stadt Pozzuoli seien die Untersuchungen „von grundlegender Bedeutung, um das geologische Wissen über das Gebiet der Phlegräischen Felder zu vertiefen und das Phänomen des Bradyseismus besser zu verstehen.“
Spannende Achäologie-Artikel – für Sie recherchiert
Die Gemeinde betonte weiter: „Die Untersuchungen werden den Alltag der Bürgerinnen und Bürger nicht beeinträchtigen und werden in etwa drei Monaten abgeschlossen sein.“ Seit Jahren sorgt der Supervulkan der Phlegräischen Felder bei Neapel für Angst unter den Bewohnern der Risikozone. Anhaltende Erdbeben verursachen immer wieder Schäden an Gebäuden und treiben die Menschen auch nachts auf die Straße.







