In den Ermittlungen um den Untergang der Luxusyacht „Bayesian“ sind erstmals Aussagen eines der Crewmitglieder öffentlich geworden. „Für mich war die ‚Bayesian‘ wie mein eigenes Kind. Der Gedanke daran, wie das Schiff endete, die Erinnerung an die Unglücksnacht, ist für mich ein großer Schmerz“, zitiert die Nachrichtenagentur ANSA den französischen Matrosen Matthew Griffiths (23) unter Berufung auf die zuständige Staatsanwaltschaft. Griffith ist einer von drei Crewmitgliedern, gegen die im Zusammenhang mit dem Untergang der Luxusjacht „Bayesian“ in der Nacht vom 19. August 2024 vor Sizilien ermittelt wird.

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Dem jungen Matrosen wird Fahrlässigkeit vorgeworfen: Griffiths wird verdächtigt, keine ausreichenden Vorsichtsmaßnahmen getroffen zu haben, als sich in der Unglücksnacht ein schwerer Sturm näherte. Bei dem Schiffsunglück kamen sieben Personen ums Leben, darunter der britische Tech-Milliardär Mike Lynch und dessen 18-jährige Tochter Hannah. 15 Personen konnten sich retten, darunter Lynchs Frau Angela Bacares, deren Firma Eigentümerin der „Bayesian“ ist.
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Untergang vor Sizilien: Matrose beschreibt Unglücksnacht auf der „Bayesian“
„Ich hätte Kapitän James Cutfield früher wecken und die Bugluken früher schließen können, aber ich glaube nicht, dass das Schiff noch zu retten gewesen wäre“, berichtete Griffith weiter. „Die ganze Nacht über habe ich gesehen, dass der Sturm auf uns zukam. Es war circa ein Uhr. Ich habe dem Luftdruck anfangs nicht viel Aufmerksamkeit geschenkt. Bis vier Uhr war ich nicht beunruhigt.“
Doch dann habe sich die Situation dramatisch zugespitzt, so seine Darstellung: „Das Boot begann wegen des zunehmenden Windes zu driften und fing an, sich zu drehen. Ich rannte an Deck und sah auf einem elektronischen Display, dass sich das Boot rückwärts bewegte. Also rannte ich in die Kabine des Kapitäns, um ihn zu wecken. Es war 4.10 Uhr.“ Zu diesem Zeitpunkt war die „Bayesian“ laut Griffiths‘ Aussage noch aufrecht.
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Doch die Version des Matrosen stimmt nicht mit den Daten der Hafenbehörde überein: Der Notruf über das GPS wurde bereits um 4.06 Uhr abgesetzt und von der Küstenwache in Bari empfangen. Nach Aussagen der Überlebenden sank die „Bayesian“ um 4.24 Uhr.
Die italienische Staatsanwaltschaft rätselt weiterhin, was in den letzten Minuten vor dem Untergang passiert ist. Wegen der Katastrophe laufen Ermittlungen nicht nur gegen Griffiths, sondern auch gegen Kapitän Cutfield und einen britischen Maschinenraumleiter. Ersten Erkenntnissen zufolge, führte die starke Schräglage des Segelschiffs, dessen langer Mast binnen kurzer Zeit ins Wasser tauchte, dazu, dass das Schiff nicht mehr manövrierfähig wurde. Zudem wollen die Ermittler herausfinden, warum sich einige Matrosen und Passagiere an Deck befanden, während andere sich noch in ihren Kabinen aufhielten.







