Eine neu veröffentlichte Studie deutet darauf hin, dass das Grabmal, das vermutlich für den engen Vertrauten Alexanders des Großen errichtet wurde, ein bislang unbeachtetes astronomisches Merkmal aufweisen könnte. Diese Hypothese stützt sich auf die spezifische Ausrichtung des Sonnenlichts innerhalb des sogenannten Kasta-Monuments. Unter den Wissenschaftlern ist diese Interpretation jedoch umstritten und Gegenstand kontroverser Diskussionen.

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Das Grabmal, das heute unter der Bezeichnung Kasta-Monument (auch als Kasta-Grab oder Kasta-Tumulus bekannt) in der Wissenschaft geführt wird, befindet sich in unmittelbarer Nähe der antiken Stadt Amphipolis im Norden Griechenlands. Es handelt sich um eine beeindruckende Grabstätte aus dem späten 4. Jahrhundert v. Chr., deren architektonische Ausführung und Dimensionen auf eine herausragende soziale Stellung der dort bestatteten Personen hinweisen.

Im Jahr 2014 legten griechische Archäologen unter der Leitung von Katerina Peristeri die Grabkammer des Monuments frei. Dabei wurden unter anderem die Skelettreste von mindestens fünf Menschen geborgen, deren genaue Identität bislang nicht abschließend geklärt ist. Die aufwendige Gestaltung des Grabes, einschließlich der Marmorsphinxe, der Karyatiden sowie des Mosaikbodens mit einer Darstellung des Hades-Mythos, lässt auf eine hochrangige Bestimmung schließen.

Als eine der prominentesten Hypothesen wird die Möglichkeit diskutiert, dass es sich bei dem Ehrengrab um eine Gedenkstätte für Hephaistion (auch Haphaestion genannt) handelt – den engen Vertrauten und möglicherweise Geliebten Alexanders des Großen, dessen Tod im Jahr 324 v. Chr. eine tiefe persönliche und politische Zäsur für den Makedonenherrscher darstellte. Allerdings ist diese Annahme in der Fachwelt weiterhin umstritten.

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In einer aktuellen Studie rekonstruierte der unabhängige Forscher Demetrius Savvides mithilfe eines 3D-Modells des Kasta-Monuments und der astronomischen Software Stellarium den Himmel über Amphipolis um 300 v. Chr. Seine Analyse ergab, dass am 21. Dezember, dem Tag der Wintersonnenwende, das Sonnenlicht die Grabkammer zwischen ca. 10 und 16 Uhr vollständig durchdrungen hätte.

Auch andere Teile des Monuments werden im Jahresverlauf gezielt beleuchtet, insbesondere der Eingang im Juli und die Sphingen im Herbst. Savvides vermutet, dass diese Ausrichtung rituelle Zwecke erfüllte. Ursprünglich sei das Grab nicht auf die Wintersonnenwende ausgerichtet gewesen; eine spätere architektonische Anpassung könnte symbolische Konzepte wie kosmische Ordnung, Erneuerung und Leben reflektieren.

Diese Themen finden sich auch in der Grabdekoration wieder, die ein Mosaik von Persephone zeigt, einer Göttin der Vegetation und des Ackerbaus, die auch Königin der Unterwelt ist. Darüber hinaus weist das Grab eine mögliche Darstellung von Kybele auf, einer Göttin, die mit Geburt und Fruchtbarkeit in Verbindung gebracht wurde und mit dem Gott Attis (der ebenfalls mit der Vegetation in Verbindung gebracht wurde) verheiratet war..

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Innovativer Ansatz: These der Studie unter Wissenschaftlern noch umstritten

Savvides wirft die Frage auf, ob auch das bislang nicht lokalisierte Grab Alexanders des Großen in Alexandria eine astronomisch ausgerichtete Grabkammer besaß. Die Nutzung von Sonnenlicht und geometrischer Ordnung entspreche hellenistischen Herrschaftsinszenierungen, bei denen die Sonnensymbolik zur Legitimation diente. Falls es jemals entdeckt wird, könnte Alexanders Grab architektonische Parallelen zum Kasta-Monument aufweisen.

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Juan de Lara von der Universität Oxford, Experte für die Ausrichtung antiker Bauten, zeigt sich jedoch skeptisch: Die Verwendung eines lunisolaren Kalenders im antiken Makedonien erschwere eine jährliche Zuordnung zur Wintersonnenwende, da das Datum variierte. Zudem könne die häufige Bewölkung im Winter in Nordgriechenland die beabsichtigte Lichtwirkung beeinträchtigt haben. Dennoch begrüßt de Lara die innovative Anwendung astronomischer Modellierung zur Entwicklung neuer Hypothesen.