Eine kürzlich ausgegrabene Fundstätte auf der griechischen Insel Paros gewährt aufschlussreiche Einblicke in die Arbeitsweise und Lebenswelt antiker Bildhauer. Im Rahmen der Ausgrabungen wurden neue architektonische Strukturen freigelegt, von denen einige in außergewöhnlich gut erhalten sind. Von besonderer Bedeutung unter den Funden sind unvollendete Skulpturen, die bei den Arbeiten entdeckt wurden.

Sensation auf griechischer Insel: Archäologen entdecken antike Kunstwerkstatt

Unter der Leitung von Dr. Sofia Detoratou vom Ephorat für Altertümer der Kykladen beendete das archäologische Team die diesjährigen Ausgrabungen an der Fundstätte Floga in Paroikia auf der griechischen Insel Paros. Dabei traten neue Hinweise auf das Bestehen einer über längere Zeit hinweg betriebenen Bildhauerwerkstatt aus der hellenistischen Epoche zutage.

Die Stätte war erstmals Mitte der 1980er-Jahre archäologisch untersucht worden und erregte damals das Interesse der Fachwelt, als in drei baulichen Komplexen umfangreiche Ablagerungen von Marmorsplittern sowie mehrere unvollendete Statuen entdeckt wurden. Diese frühen Funde deuteten bereits auf handwerkliche Tätigkeiten im Bereich der Bildhauerei hin. Im Jahr 2008 erfolgten daraufhin ergänzende Untersuchungen, gefolgt von systematischen Ausgrabungen ab 2013.

Die diesjährigen Ergebnisse haben zu einem vertieften Verständnis der Funktion und historischen Entwicklung der Stätte beigetragen. Es wurden neue architektonische Überreste freigelegt, deren teils hervorragender Erhaltungszustand auf eine komplexe Nutzungsgeschichte über mehrere Jahrhunderte hinweist. Frühere Schichten aus dem späten 5. bis zum 4. Jahrhundert v. Chr. belegen eine überwiegend häusliche Nutzung in der klassischen Periode. Artefakte wie Fragmente von Geschirr und Trinkgefäßen deuten auf diese Annahme hin.

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Ausgrabungen auf Paros: Forscher dokumentieren den faszinierenden Wandel der antiken Stätte

Im späten 3. bis frühen 2. Jahrhundert v. Chr. erfuhr die Stätte eine grundlegende funktionale Umgestaltung. Architektonische Veränderungen, darunter der Nachweis eines Androns mit Kieselboden und Wandmalereien in marmorimitierender Technik, deuten auf eine fortgesetzte Wohnnutzung während der hellenistischen Zeit hin. Die darüberliegenden Schichten aus Marmorabfällen sowie zahlreiche unvollendete Skulpturen belegen jedoch eine spätere Nutzung als Bildhauerwerkstatt.

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Die aktuellen Ausgrabungen förderten Fragmente von Marmorskulpturen, überwiegend Darstellungen der Aphrodite, sowie weibliche Terrakottaköpfe und Werkzeuge wie Tonformen, Stempel, Pigmente, Purpurfarbstoffe und Metallschlacken zutage. Einige Räume wurden mit außergewöhnlich gut erhaltenen Wandstrukturen dokumentiert.

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Diese Funde erweitern das Verständnis der stilistischen Entwicklung griechischer Kunst in der hellenistischen Epoche, die sich durch einen Übergang von idealisierten, statischen Formen zu realistischeren und emotionaleren Darstellungen auszeichnet – ein Wandel, zu dem die Werkstatt auf Paros möglicherweise beigetragen hat.