In einer Wandnische des Thronsaals im Palast von Ninive entdeckten Archäologinnen und Archäologen ein Relief, das in dieser Form absolut einzigartig ist. Die Darstellung assyrischer Gottheiten an der Seite eines mächtigen Königs eröffnet neue Einblicke in das religiöse und politische Selbstverständnis eines der bedeutendsten Reiche des Alten Orients. Der Fund könnte unser Bild der assyrischen Kultur grundlegend verändern.

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Die heute auf dem Stadtgebiet des irakischen Mossul gelegene Ruinenstätte war jahrhundertelang Sitz mächtiger Könige. Beeindruckende Palastanlagen, ein weitläufiges Kanalsystem und kilometerlange Stadtmauern zeugen bis heute von der Bedeutung Ninives in der altorientalischen Geschichte.

Archäologischer Volltreffer: Verstecktes Götterrelief verblüfft Forscher der Uni Heidelberg

Seit 2018 wird die Stätte erneut archäologisch untersucht, federführend durch ein Team der Universität Heidelberg. Seit 2022 liegt ihr Fokus auf dem Thronsaal des Nordpalastes – und dort stießen sie auf einen wahren, 2600 Jahre alten Schatz.

Versteckt in einer Wandnische entdeckte das Archäologen-Team mehrere Bruchstücke eines monumentalen Reliefs – ursprünglich wohl über fünf Meter lang und drei Meter hoch, wie das Wissensmagazin „Scinexx“ schreibt. Es zeigt zwei der höchsten Gottheiten des assyrischen Pantheons: den Hauptgott Assur sowie Ischtar, die Stadtgöttin von Ninive. An ihrer Seite ist König Assurbanipal, der letzte große Herrscher des assyrischen Reichs, dargestellt – noch nie wurde ein vergleichbares Motiv in einem königlichen Kontext gefunden.

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Jahrhunderte unter der Erde verborgen: Artefakt bei früheren Ausgrabungen bislang übersehen

Neben den Gottheiten birgt das Relief weitere faszinierende Figuren: sogenannte „Fisch-Geister“ – mythische Wesen, die laut den Forscherinnen und Forschern dem König Schutz und Heil bringen sollten. Zudem ist eine Figur mit erhobenen Armen zu erkennen, bei der es sich vermutlich um einen Skorpionsmenschen handelt.

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Das Relief lag offenbar seit der hellenistischen Zeit – also über zwei Jahrtausende – tief in einer Grube verborgen. Frühere Ausgrabungen im 19. Jahrhundert hatten es übersehen. Dass es nun entdeckt wurde, ist dem präzisen Vorgehen der Heidelberger Archäologen zu verdanken.

Gemeinsam mit der irakischen Antikenverwaltung planen sie, das Relief perspektivisch wieder an seinem Ursprungsort zu präsentieren. Wie „Scinexx“ berichtet, soll die wissenschaftliche Auswertung der Motive und des Fundkontextes in den kommenden Monaten erfolgen und in einer umfassenden Publikation veröffentlicht werden.