Jahrhundertelang blieb er verborgen – begraben unter Erde und Laub. Erst im Sommer 2022, durch einen Zufall, kam das Geheimnis ans Licht: Ein Dorfbewohner im rumänischen Kreis Hunedoara stieß bei einem Spaziergang auf verrostete Eisenstücke am Fuß eines Baumes. Was er gefunden hatte, war weit mehr als bloßer Metallschrott: ein 15-teiliges, nahezu vollständig erhaltenes Werkzeugset aus der vorrömischen Eisenzeit. Heute gilt es als einer der bedeutendsten archäologischen Funde der europäischen Antike.

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Der Werkzeugsatz, ausgestellt im Museum der Burg Corvin in Rumänien, wiegt rund elf Kilogramm und umfasst unter anderem fünf doppelköpfige Spitzhacken – zwei davon mit selten gezahnten Kanten –, verschieden große Spaltkeile, einen tragbaren Amboss, eine Wetzgarnitur sowie feinere Meißelwerkzeuge. Der Fund bietet einzigartige Einblicke in die technischen Fähigkeiten dakischer Steinmetze – Handwerker einer Zivilisation, die in der Karpatenregion lange vor der römischen Eroberung florierte.
Fund in Rumänien fasziniert: Wem gehörten die einzigartigen Werkzeuge?
Archäologin Aurora Pețan hebt in ihrer Studie hervor, dass keines der Werkzeuge identisch war – ein Indiz für die maßgeschneiderte Ausstattung eines einzelnen, erfahrenen Handwerkers. Einige Werkzeuge haben keine bekannten Entsprechungen in der griechischen oder römischen Werkzeugtradition, etwa die gezahnten Spitzhacken, die vermutlich zum präzisen Bearbeiten von Kalksteinblöcken genutzt wurden – typisch für den luxuriösen Mauerwerksstil dakischer Festungen.

Die Forscher vermuten, dass der Werkzeugsatz während der römischen Invasion Dakiens im Jahr 102 n. Chr. absichtlich versteckt wurde. Der Besitzer – wahrscheinlich ein leitender Steinmetz – kehrte nie zurück, um ihn zu bergen. Die Umgebung des Steinbruchs zeigt zahlreiche Spuren intensiver Nutzung: Meißelspuren, unbearbeitete Blöcke und Werkabfälle sprechen für einen systematischen Steinbruchbetrieb, der abrupt endete, wie bei „Archaeology News“ berichtet wird.
Spannende Achäologie-Artikel – für Sie recherchiert
Werkzeugset gibt wichtige Einblicke: Weitere Untersuchungen könnten neue Details ans Licht bringen
Der Kalkstein aus Măgura Călanului wurde in der Antike über steile Gebirgspfade transportiert, um Festungsanlagen wie Sarmizegetusa Regia zu errichten. Diese Unesco-Welterbestätte steht heute stellvertretend für die Ingenieurskunst der Daker. Der Fund des Werkzeugsatzes schafft eine direkte Verbindung zu den Handwerkern, die hinter diesen monumentalen Bauwerken standen.
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Dank moderner Untersuchungsmethoden wie der metallografischen Analyse oder der Gebrauchsspurenforschung könnten bald noch detailliertere Erkenntnisse über die Herstellung und Nutzung der Werkzeuge gewonnen werden.








