Mitten im Süden Jordaniens haben Archäologinnen und Archäologen eine Spur entdeckt, die Geschichte neu schreiben könnte: eine Hieroglypheninschrift von Ramses III. – die erste ihrer Art auf jordanischem Boden. Sie zeugt von einem weitreichenden Beziehungsgeflecht zwischen Ägypten und der Arabischen Halbinsel in der Spätbronzezeit. Was genau verrät uns der Fund?
Sensationelle Entdeckung außerhalb Ägyptens: Kartuschen bezeugen Ramses III. Einflussgebiet
Die Inschrift, in eine Felswand südöstlich des Wadi-Rum-Reservats nahe der Grenze zu Saudi-Arabien gehauen, enthält zwei Kartuschen: eine mit dem Geburtsnamen Ramses III., die andere mit seinem Thronnamen. Diese Symbolik unterstreicht die Herrschaft des Pharaos über Ober- und Unterägypten in der Zeit von 1186 bis 1155 v. Chr. – und nun auch seinen Einfluss weit über die traditionellen Grenzen Ägyptens hinaus.
Die jordanische Ministerin für Tourismus und Altertümer, Lina Annab, würdigte den Fund auf einer Pressekonferenz als eine „bahnbrechende Entdeckung“, berichtet „Archaeology News“. Die Inschrift sei eine bedeutende Ergänzung der bereits umfangreichen Sammlung historischer Dokumente Jordaniens.
Forscher über Entdeckung erfreut: ein neues Kapitel in der Geschichte des Nahen Ostens
Auch der renommierte ägyptische Archäologe Dr. Zahi Hawass sieht in der Entdeckung einen Meilenstein: „Sie könnte zu einem tieferen Verständnis der Interaktionen Ägyptens mit der südlichen Levante und der Arabischen Halbinsel vor über 3000 Jahren führen“, sagte er bei der Veranstaltung. Seiner Einschätzung nach könnte dies die Perspektive auf Ägyptens Einfluss in der Region grundlegend verändern.

Der Fund ist Teil eines gemeinsamen Projekts des jordanischen Ministeriums für Tourismus und Altertümer sowie der saudischen Denkmalschutzkommission. Ziel der Initiative ist es, die militärischen und kulturellen Aktivitäten Ramses III. außerhalb Ägyptens systematisch zu dokumentieren.
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Bedeutsamer Fund in jordanischer Wüste: Ägyptens Einfluss reichte überraschend weit
Ramses III. regierte in einer Zeit massiver Umbrüche. Während die Großreiche der Hethiter und Mykener zerfielen, musste sich Ägypten gegen Angriffe der sogenannten Seevölker behaupten. Dass sich nun eine Kartusche des Pharaos in der jordanischen Wüste findet, spricht für weitreichende ägyptische Präsenz – nicht durch territoriale Besetzung, sondern durch Handelswege, Militärpräsenz und kulturelle Symbolik.
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Die vollständige wissenschaftliche Auswertung der Inschrift steht noch aus. Doch die beteiligten Behörden kündigten an, die Ergebnisse nach Abschluss der Analyse zu veröffentlichen. Weitere Ausgrabungen in der Region könnten folgen – mit dem Ziel, das Bild einer vernetzten antiken Welt weiter zu vervollständigen.






