In der ägyptischen Fayum-Senke stießen Forscherinnen und Forscher auf einen spektakulären archäologischen Fund: den nahezu unversehrten Schädel eines Hyaenodonten. Dieses 30 Millionen Jahre alte Raubtier herrschte einst über die Ökosysteme Afrikas und liefert nun wertvolle Erkenntnisse über die Evolution der Raubtiere und den dramatischen Wandel, der zu seinem Aussterben führte.

Unglaublicher Fund in Ägypten: Fleischfresser mit beeindruckendem Kiefer

Die Hyaenodonta waren Fleischfresser mit beeindruckend massiven Kiefern und gewaltigen Reißzähnen, die in der frühen Erdgeschichte weite Teile Afrikas, Nordamerikas und Eurasiens beherrschten. Besonders der riesige Megistotherium, der größte Hyaenodont, beeindruckte mit einem Kopf, der doppelt so groß war wie der eines Löwen. Doch mit dem Aufkommen moderner Raubtiere wie Raubkatzen und Wölfen verloren die Hyaenodonta zunehmend ihre Dominanz.

In der Fayum-Senke entdeckte das Forscherteam um Shorouq Al-Ashqar einen Schädel, der nun als der am besten erhaltene Kopf eines Hyperkarnivoren aus dem gesamten afroarabischen Paläogen gilt. „Wir wollten schon Schluss machen, als ein Teammitglied etwas Auffälliges bemerkte – ein Satz großer Zähne, die aus dem Boden herausragten“, berichtete Al-Ashqar in einem kürzlich in der Fachzeitschrift „Journal of Vertebrate Paleontology“ veröffentlichten Bericht. Der etwa 30 Millionen Jahre alte Fund liefert einzigartige Hinweise auf die Anatomie und Lebensweise der Hyaenodonta.

Die neu entdeckte Art wurde „Bastetodon syrtos“ genannt und war zu Lebzeiten etwa so groß wie ein Leopard, mit kräftigen Eckzähnen und einer kompakteren Schnauze, die auf einen enorm starken Biss hinweist. Besonders bemerkenswert sind die stark reduzierten Backenzähne, was typisch für reine Fleischfresser ist und eine erhöhte Effizienz beim Zerkleinern von Beute nahelegt.

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Spektakulärer Schädel-Fund: War Afrika auch die Wiege des mächtigen Raubtiers Hyaenodonta?

Der Fundort war vor 30 Millionen Jahren noch ein üppiger Tropenwald, durchzogen von Flüssen und bewohnt von einer Vielzahl von Tieren, darunter urzeitliche Nilpferde, Nashörner und sogar frühe Elefanten. Diese Region ist eine der bedeutendsten Fossilfundstätten Afrikas und bietet einzigartige Einblicke in die Evolution der Tierwelt auf dem afrikanischen Kontinent, betonte Koautor Matt Borths von der Duke University im US-Bundesstaat North Carolina. Der neue Fund bekräftigt auch, dass sich die Hyaenodonta in Afrika entwickelten, bevor sie sich in andere Teile der Welt ausbreiteten.

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Da der Schädel aus einer Zeit stammt, in der sich das Klima der Erde veränderte und das Überleben der Hyaenodonta immer schwieriger wurde, ist er von besonderer historischer Bedeutung. Mit dem Einsetzen kühlerer Temperaturen und der Ausbreitung neuer Raubtierarten aus Eurasien verloren die Hyaenodonta ihre Vorherrschaft. In Afrika hielten sie sich noch bis vor etwa elf Millionen Jahren, ehe auch hier die letzten Vertreter ausstarben.