Die tschechische Stätte Dolní Věstonice ist berühmt für ihre herausragenden archäologischen Funde. Vor allem ein außergewöhnliches Artefakt sticht aus dieser Sammlung hervor. Eine Kopfskulptur, die vor rund 100 Jahren entdeckt wurde, die die Welt der Archäologie aber bis heute fasziniert. Was macht das Kunstwerk so bedeutend?

Forscher verblüfft: 26.000 Jahre alte Skulptur zeigt überraschende Details

Die in etwa 26.000 Jahre alte Skulptur, die aus Mammutelfenbein mit Steinwerkzeugen geschnitzt wurde, weist eingravierte Augen, ein Kinn mit Grübchen, eine vorspringende Nase und einen Mund auf. Möglicherweise stellt sie auch hochgestecktes Haar dar und könnte das Gesicht einer Frau abbilden. Besonders bemerkenswert ist, dass im Gegensatz zu anderen Objekten aus dieser Fundstätte, wie etwa der Venus von Věstonice, auf der nur 4,8 Zentimeter hohen und 2,4 Zentimeter breiten Figur deutliche Gesichtszüge erkennbar sind. Diese feinen Details lassen vermuten, dass es sich um eine individuelle Darstellung einer konkreten Person handelt.

Vor rund 26.000 Jahren, im Jungpaläolithikum, errichteten Mammutjäger ihr Lager in Dolní Věstonice, einem kleinen Ort an der südlichen Grenze der heutigen Tschechischen Republik. Diese frühgeschichtliche Siedlung, die auch als das „Pompeji der Steinzeit“ bekannt ist, hat den Archäologen im Verlauf mehrerer Jahrzehnte erstaunliche Funde beschert. Bei Ausgrabungen wurden nicht nur Tausende von Keramiken und Steinwerkzeugen entdeckt, sondern auch zahlreiche Knochenobjekte und Gräber, die spannende Einblicke in das Leben und die Kultur der damaligen Zeit ermöglichen.

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Verblüffende Verbindung: Frühgeschichtliches Grab bietet erstaunliche Antworten

Im Jahr 1949 stießen Ausgräber auf das Skelett einer Frau mittleren Alters in einem Grab, das mit rotem Ocker bedeckt und mit zehn durchbohrten Fuchszähnen geschmückt war. Ihr Schädel wies eine auffällige Asymmetrie auf, die möglicherweise auf eine traumatische Verletzung in ihrer Kindheit zurückzuführen ist. Als Forscher 2018 mithilfe forensischer Techniken das Gesicht der Frau rekonstruieren wollten, entdeckten sie verblüffende Ähnlichkeiten zu einer winzigen Elfenbeinschnitzerei – die Asymmetrie des Gesichts spiegelte sich auch im Bild des linken Auges wider, das deutlich kleiner war als das rechte.

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Dolní Věstonice ist ein einzigartiger Fundort, der in Europa besonders für seine Funde aus dem Spätgravettien bekannt ist – einer Zeitspanne zwischen 29.000 und 24.000 Jahren v. Chr. Unter den zahlreichen Entdeckungen befinden sich auch einige der ältesten bekannten Keramiken, die in Öfen gebrannt wurden. Angesichts dieser außergewöhnlichen Artefakte überrascht es nicht, dass die aus Mammutelfenbein geschnitzte Kopfskulptur wahrscheinlich das älteste Porträt eines Menschen darstellt, das bis heute bekannt ist. Viele der Funde aus Dolní Věstonice, einschließlich der winzigen Kopfskulptur, sind heute im Anthropos-Pavillon im tschechischen Brünn ausgestellt.