Unweit der niederländischen Hauptstadt, in Bunnik, haben Archäologen einen faszinierenden Schatz entdeckt: eine seltene Münzsammlung, die mehr als 400 Gold- und Silbermünzen beinhaltet. Den Münzfund wird auf das erste Jahrhundert datiert und liefert spannende Einblicke in die Römerzeit. Wie nun offiziell mitgeteilt wurde, wurde der im Herbst 2023 entdeckte Fund vom niederländischen Nationalmuseum für Altertümer gekauft und kann in der Ausstellung „Die Niederlande in der Römerzeit“ besichtigt werden.

Historisch wertvolle Münzsammlung: Faszinierende Porträts der damaligen Machthaber

Der historische Wert überraschte die beiden Forscher, die vor etwa zwei Jahren die 404 außergewöhnliche Münzen mithilfe von Metalldetektoren entdeckten. Die seltene Mischung aus römischen und britischen Münzen zeigt Porträts von Kaisern und Königen, die von Rom, England und Afrika aus regiert haben. Ein Großteil der Münzen wurde bereits zwischen 46 und 47 n. Chr. geprägt, als der römische Kaiser Claudius an der Macht war. Zu dieser Zeit galt der Rhein als die nördliche Grenze des Römischen Reiches. Dort waren römische Truppen stationiert, um das Reich vor Angriffen germanischer Stämme zu verteidigen und militärische Streifzüge nach Großbritannien durchzuführen.

Fund in den Niederlanden: Mehr als 400 Münzen entdeckt – eine davon ist besonders selten

Unter den 404 Münzen befinden sich 116 aus Gold, darunter 72 römische Aurei aus der Zeit von 19. v. Chr. bis 47 n. Chr., sowie 44 Münzen aus einer Goldlegierung, die auch als Statere bekannt sind und in Großbritannien geprägt wurden. Den Namen verdanken sie dem keltischen König Cunobeline (auf Latein „Cunobelinus“ genannt), der von 9 bis 42 n. Chr. regierte. Der römische Historiker Sueton bezeichnete Cunobelinus als „König der Briten“, und der griechische Geograf Strabon berichtete, dass der keltische Herrscher mit den Römern Handel trieb – unter anderem mit Edelmetallen, Getreide und Hunden.

Die zwei Seiten einer Münze: Auf einer ist eine Ähre abgebildet, auf der anderen ein Pferd.
Der Münzschatz bietet einzigartige Einblicke in die Handelsbeziehungen und den kulturellen Austausch zwischen Rom und seinen angrenzenden Gebieten.© National Museum of Antiquities of the Netherlands | National Museum of Antiquities of the Netherlands

Neben den Goldmünzen fanden die Archäologen auch 288 Silbermünzen, die zwischen 200 v. Chr. und 47 n. Chr. geprägt wurden. Auf einer der Münzen erkannten sie das Porträt von Julius Cäsar, während eine andere Münze das Bild von Juba, dem König von Numidien (dem heutigen Algerien) zeigte. Letztere macht den Fund besonders selten.

Archäologen sprechen Klartext: Was steckt hinter dem seltenen Schatz?

In einer kürzlich veröffentlichen Mitteilung berichteten die niederländischen Archäologen über ihre Vermutungen betreffend der seltenen Funde. Sie gehen davon aus, dass die Münzsammlung im Jahr 47 n. Chr. vergraben wurde. Möglicherweise hatte ein aus Großbritannien zurückkehrender römischer Soldat die römischen Münzen als Sold und die britischen Münzen als Kriegsbeute bei sich. Die Archäologen spekulieren, dass der Mann wahrscheinlich vorhatte, die Münzen später wieder auszugraben, oder sie als Dank für eine sichere Rückkehr aus der Schlacht vergrub.

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Das Archäologenteam zeigte sich in der Erklärung von dem außergewöhnlichen Münzschatz begeistert: Es handelt sich um die größte Münzsammlung aus der Römerzeit, die jemals in der niederländischen Provinz Utrecht entdeckt wurde. Zudem sei der Fund der erste auf dem europäischen Festland, der sowohl römische als auch britische Münzen umfasst. Die Münzen wurden der Nationalen Archäologischen Sammlung des Nationalen Museums für Altertümer übergeben und stehen nun für weitere wissenschaftliche Untersuchungen zur Verfügung.