Eine gemeinsame ägyptisch-spanische archäologische Mission unter der Leitung der Universität Barcelona und des Instituts für Altorientalistik hat in der archäologischen Stätte Al-Bahnasa im ägyptischen Gouvernement Minya bemerkenswerte Funde aus der Ptolemäerzeit gemacht. Die Mission entdeckte Gräber mit außergewöhnlichen Mumien und Grabbeigaben.
Das historische Oxyrhynchus: Archäologen machen bemerkenswerte Funde
Al-Bahnasa, historisch als Oxyrhynchus bekannt, war bereits Gegenstand früherer archäologischer Ausgrabungen, bei denen bedeutende Funde aus unterschiedlichen Epochen, darunter der saitischen, griechisch-römischen und römischen Zeit, zutage gefördert wurden. Zu den wichtigsten Entdeckungen zählen unter anderem eine byzantinische Basilika sowie ein Osiris-Tempel.
Besonders hervorzuheben bei den neuesten Entdeckungen sind die einzigartigen Funde von 13 goldenen Zungen, die mit Mumien in Verbindung gebracht werden und eine bisher für diese Region beispiellose Entdeckung darstellen. Ergänzt werden diese durch goldene Nägel, die vermutlich im Zusammenhang mit rituellen Vorbereitungen auf das Leben nach dem Tod stehen. Gemeinsam mit Inschriften und aufwendig gestalteten Bestattungsbräuchen liefern diese Artefakte wertvolle Einblicke in die religiösen Vorstellungen und Jenseitskonzepte der ptolemäischen Epoche.
In Al-Bahnasa: Einzigartige Grabkammer von Wen Nefer entdeckt
Das archäologische Team entdeckte eine Reihe von Gräbern, die durch farbenprächtige Inschriften und rituelle Szenendarstellungen verziert sind. Ein besonders auffälliges Grab, zugänglich über einen rechteckigen, aus Stein gefertigten Grabschacht, verfügt über eine zentrale Halle, die in drei Kammern unterteilt ist. Laut Dr. Esther Pons Mellado, der Leiterin der spanischen Mission, enthielten diese Kammern rund 52 Mumien, die sorgfältig angeordnet wurden. Dies lässt auf gemeinschaftlich organisierte Bestattungspraktiken schließen.

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Ein weiterer Grabschacht führte zu ähnlich dekorierten Kammern, darunter eine, die einer Person namens Wen Nefer zugeordnet wurde. Dieses Grab zeichnet sich durch aufwendig gestaltete Wandmalereien aus, die Wen Nefer und seine Familie bei der Darbringung von Opfergaben an Gottheiten wie Anubis, Osiris, Atum, Horus und Thoth darstellen. Besonders bemerkenswert ist die reich verzierte Decke, auf der die Göttin Nut abgebildet ist, umgeben von Sternen und heiligen Booten. Diese Boote tragen Gottheiten wie Khepri und Ra, eingebettet in einen eindrucksvollen blauen Hintergrund. Eine in der Kammer gefundene Mumie war mit einer feinen Goldschicht überzogen, die vermutlich als Symbol für göttlichen Schutz diente. Zusätzlich wurden in dem Grab vier Kalksteinsarkophage freigelegt.
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Forscher entzückt: Herzskarabäus und imposante Artefakte als Grabbeigaben
Dr. Hassan Ibrahim Amer, Grabungsleiter und Professor an der Universität Kairo, betonte zudem die Bedeutung der Entdeckung eines Herzskarabäus in situ, ein äußerst seltener Fund innerhalb der ägyptischen Archäologie. Darüber hinaus wurden 29 Amulette geborgen, darunter Djed-Säulen-Amulette, Skarabäen sowie Darstellungen von Horus, Thoth und Isis. Besonders hervorzuheben sind die zusammengesetzten Amulette, die die Attribute mehrerer Gottheiten vereinen und somit die Vermischung verschiedener Religionen in der ptolemäischen Zeit widerspiegeln.
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Zudem wurden Terrakottafiguren freigelegt, darunter eine Darstellung des Gottes Harpokrates, die weitere Einblicke in die religiöse Symbolik und künstlerische Praxis dieser Epoche bietet. Die Funde in Al-Bahnasa unterstreichen die Komplexität und den Reichtum der altägyptischen Bestattungs- und Religionspraktiken. Wie Dr. Khaled feststellte, „bietet diese Entdeckung einen einzigartigen Einblick in die kulturellen und spirituellen Praktiken der ptolemäischen Zeit“.







