Archäologen in Dublin haben die verkohlten Fragmente einer 2000 Jahre alten Frucht ausgegraben, den frühesten Beweis für exotische Früchte auf der Insel und ein Indiz für Irlands Beteiligung an einem antiken internationalen Lebensmittelhandel. Das exotische Obst wurde bei einer archäologischen Ausgrabung auf einer Landzunge in Drumanagh entdeckt, wo sich ein wichtiger Handelsposten des Römischen Reiches befand.

Verbranntes Obst in Irland: Welche Schlussfolgerung das Fruchtfragment zulässt

Die Feige blieb erhalten, weil sie verbrannt wurde, wie das University College Dublin in einer Mitteilung erklärte. Laut den Wissenschaftlern der Universität deutet das verkohlte, große Fruchtfragment auf einen Lebensmittelhandel zwischen dem antiken Römischen Reich und Irland hin.

„Feigensamen, die bis ins 13. Jahrhundert zurückreichen, wurden bei Ausgrabungen im mittelalterlichen Dublin, in Cork und anderen Städten gefunden“, sagte Associate Professor MerielMcClatchie, Direktorin der UCD-Forschungsgruppe für alte Lebensmittel an der UCD School of Archaeology. „Eine echte Frucht wurde in Irland bisher noch nie gefunden, aber das Wichtigste an der Drumanagh-Feige ist ihr hohes Alter. Sie ist ohne Parallele in Irland und ist bei weitem das älteste Beispiel einer exotischen Frucht, das hier gefunden wurde.“

Herkunft der Frucht erstaunt Forscher: Wie führten die Handelswege nach Irland?

Auf dem Höhepunkt seiner Ausdehnung kontrollierte das Römische Reich große Teile Europas, Westasiens und Nordafrikas. Irland gehört jedoch nie zum Machtbereich der Römer. Dennoch ermöglichten die weit verzweigten Handelswege des Reiches die Verbreitung der römischen Küche, einschließlich exotischer Kräuter, Gewürze, Nüsse wie Mandeln sowie Früchte wie Trauben, Datteln und Feigen.

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Associate Professor McClatchie fügte hinzu, dass Feigen zwar im ganzen Reich gehandelt wurden, die Forscher aber bisher nicht wussten, dass sie es bis nach Irland geschafft hatten. „Man nimmt an, dass Funde von Feigen in Nordeuropa auf Importe aus Südeuropa zurückzuführen sind, und es ist wahrscheinlich, dass diese neue irische Entdeckung einen ähnlichen Weg zurückgelegt hat. Es ist aufregend, sich vorzustellen, dass jemand vor so langer Zeit ein so exotisches Lebensmittel hier in Irland genossen hat.“

Fundstätte in Irland: Das macht die Forschungen im Drumanagh Promontory Fort so bedeutsam

Das Drumanagh Promontory Fort liegt an der Küste zwischen Loughshinny und Rush und gilt als archäologische Stätte von nationaler Bedeutung. International ist es besonders relevant für die Erforschung der Beziehungen Irlands zur römischen Welt. Die Anlage umfasst eine etwa 46 Hektar große Landzunge, die durch drei dicht beieinander liegende Erdwälle und Gräben geschützt wird.

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Die von der Archäologin Christine Baker und ihrem Team geleiteten Ausgrabungen haben in Drumanagh umfangreiche Belege für handwerkliche und häusliche Tätigkeiten zutage gefördert, darunter Metall- und Keramikgegenstände aus dem römischen Spanien, Gallien und Britannien sowie Gegenstände, die auf lokale Aktivitäten hinweisen.