Der Ort „Rungholt“ ist ein wahres Mekka für Archäologen. Der Grund: Das sagenumwobene Dorf in Schleswig-Holstein versank bei der verheerenden Sturmflut „Grote Mandränke“ im Jahr 1362 im Wattenmeer. Über die Jahrhunderte wurde das Dorf jedoch wieder freigespült und schließlich von Forscherinnen und Forschern freigelegt. Neue Entdeckungen offenbaren nun weitere Einzelheiten über das mittelalterliche Leben in der Siedlung an der Nordsee.
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Versunkene Nordsee-Stadt „Rungholt“ hatte etwa 1000 Einwohner
Mithilfe geophysikalischer Messungen konnten mehrere mittelalterliche Wohnhügel identifiziert werden, die einen bisher unbekannten Ortsteil des Dorfes bildeten. Außerdem stießen die Forschenden auf Entwässerungssysteme sowie einen Deich und einen Hafen, teilte die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel mit. „Damit hat sich die Zahl der uns bekannten, im Mittelalter untergegangenen Wohnplätze in diesem Gebiet deutlich erhöht“, sagte die Geophysikerin Sarah Bäumler. „Wir konnten eine entscheidende Lücke im Wissen über die damalige Siedlungsstruktur schließen.“
Im vergangenen Jahr hatten die Forscher mehrerer Universitäten und Institutionen dort den Grundriss einer 40 Meter langen und 15 Meter breiten Kirche gefunden. Nun gruben sie an sieben entscheidenden Stellen des Grundrisses, um weitere Informationen über das Kirchenfundament zu erhalten. „Die Ausmaße entsprechen denen anderer großer Kirchen in Nordfriesland“, erklärte der Archäologe Bente Sven Majchczack. „Wir können also davon ausgehen, dass es eine Hauptkirche war.“

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Rungholt sei laut den Archäologinnen und Archäologen ein aktiver Handelsplatz gewesen. Schätzungen nach könnten in Rungholt etwa 1000 Menschen gelebt haben. Die Untersuchungen vor Ort sollen bis 2025 weitergehen.
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„Grote Mandränke“ verantwortlich für Verschwinden alter Siedlungen
1362 und 1634 kam es in Schleswig-Holstein zu zwei verheerenden Sturmfluten – die „Grote Mandränke“ forderte viele Leben und formte den Küstenverlauf neu. Auch Rungholt wurde damals von den Wellen und Wassermassen verschlungen. (mit dpa)
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