Naturschutz
WWF zieht Artenschutz-Bilanz – und der Panda ist Gewinner
Berlin. Licht und Schatten im Tierreich: In seiner Jahresbilanz listet der WWF auf, welche Tiere bedroht sind – aber vermeldet auch Positives.

Nashörner & Elefanten: Die dramatische Wildereikrise geht weiter. Bis November wurden allein in Südafrika rund 1000 Nashörner gewildert und in ganz Afrika dürften zehntausende Elefanten abgeschlachtet worden sein. Einen Hoffnungsschimmer gibt es: 2015 hat die UN eine Resolution gegen illegalen Wildtierhandel verabschiedet. Der richtungsweisenden Entscheidung müssen nun Taten folgen.© WWF

Afrikanische Geier: Die Zahl der afrikanischen Geier ist in den vergangenen drei Jahrzehnten um rund 50 Prozent zurückgegangen. Laut WWF besteht zwischen dem „Sturzflug der Geier“ und der Wilderei ein direkter Zusammenhang: Wilderer vergiften die Elefantenkadaver, um sich der Aasfresser zu entledigen. Kreisende Geier sind für Ranger nämlich wichtige Hinweisgeber. Die Vögel brauchen 30 Minuten um frisch getöteten Tiere zu finden, Wilderer aber doppelt so lange, um Stoßzähne zu entfernen.© WWF

Titicaca-Riesenfrosch: Wegen der ungefilterten Einleitung von Abwässern kam es im südamerikanischen Titicacasee 2015 zu einem Massensterben. Besonders betroffen ist der seltene Titicaca-Riesenfrosch, der nur hier vorkommt und mit bis zu einem Kilo zu den größten Froscharten der Welt zählt. Der Art droht im schlimmsten Fall das Aussterben.© WWF

Saiga-Antilope: Ein Massensterben, wahrscheinlich durch einen Krankheitserreger und Umweltfaktoren ausgelöst, hat 2015 in Kasachstan innerhalb weniger Tage bis zu 85.000 Saiga-Antilopen dahingerafft. Das entspricht einem Drittel des durch Wilderei ohnehin stark dezimierten Bestandes und stellt einen dramatischen Rückschlag für die internationalen Schutzbemühungen der Antilopen dar.© WWF

Asiatische Frauenschuh-Arten: Seit 2015 stehen alle 84 Frauenschuh-Arten der asiatischen Tropen als bedrohte Arten auf der Roten Liste. Der internationale Handel mit den seltenen und begehrten Orchideen ist verboten, doch mangels strafrechtlicher Verfolgung blüht der illegale Schmuggel.© WWF

Iberischer Luchs: Laut Roter Liste steht der Iberische Luchs nicht mehr unmittelbar vor dem Aussterben und ist „nur noch“ stark bedroht. Die Population hat sich seit 2002 auf über 300 Tiere vervielfacht. Dies war laut WWF nur durch eine Verzahnung von Lebensraumschutz, Aufklärungsarbeit, Wildereibekämpfung sowie Nachzucht und Auswilderung, möglich.© WWF

Amur-Leopard: Amur-Leoparden zählen weiter zu den seltensten Säugetieren weltweit. Ihr Bestand ist allerdings laut einer Zählung mit WWF-Beteiligung auf etwa 70 Exemplare angestiegen. Der Großteil der Population findet sich nahe der russischen Stadt Wladiwostok. Vor der Ausweisung des Schutzgebietes „Leopardovy“ wurden 2007 nur 35 Tiere gefunden.© WWF

Großer Panda: Der Einsatz zur Rettung der Tierart zahlt sich offenbar aus. Die Population der Großen Pandabären hat sich seit der Zählung 2004 um rund 17 Prozent auf aktuell über 1860 Tiere erhöht.© WWF

Wolf: Der Wolf setzt seine Rückkehr nach Deutschland unbeirrt fort: 32 Rudel wurden Mitte 2015 gezählt, fünf mehr als 2014. Weiter verbessert werden muss allerdings in einigen Regionen das Wolfs-Management der Bundesländer, damit Konflikte, etwa mit Tierhaltern, vermieden werden.© WWF

