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Mit Klicks zum Erfolg – „SparkofPhoenix“ im Interview

YouTube hat sich zu einer der drei am meisten aufgerufenen Internet-Seiten gemausert.

YouTube hat sich zu einer der drei am meisten aufgerufenen Internet-Seiten gemausert.

Foto: dpa

Attendorn.   „SparkofPhoenix“ spielt das Computerspiel „Minecraft“ und viele Menschen schauen ihm dabei zu. Auf YouTube stellt der Student Spiele-Videos ins Netz und hat damit großen Erfolg. Die Zeus-Reporterinnen Sabrina Schöning und Jule Grabowski haben sich mit dem YouTuber über sein Hobby unterhalten.

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Wenn Dennis Computer spielt, schauen ihm Tausende über die Schulter. Unter dem Namen „SparkofPhoenix“ stellt der Student sogenannte „Let’s Play“-Videos im Video-Portal ein und ist damit überaus erfolgreich. Sein Kanal hat mittlerweile mehr als 200.000 Abonnenten. Bei „Let’s Plays“ (zu deutsch „Lasst uns spielen“) zeichnet ein YouTuber auf, wie er ein Videospiel spielt und redet direkt dabei. Meistens geht es eher weniger um das Durchspielen des Spiels, sondern eher um die Unterhaltung, die der YouTuber mit seinen witzigen Anmerkungen und Wutanfällen, wenn etwas im Spiel nicht so ganz klappt wie er hofft, hinterlässt.

Die Zeus-Reporterinnen Jule Grabowski und Sabrina Schöning haben mit Youtuber „SparkofPhoenix“ sein Hobby gesprochen.

Wie bist du auf die Idee gekommen, dein Spielen aufzunehmen, mit deiner Stimme zu hinterlegen und auf Youtube hochzuladen?

Das war reiner Zufall! Ein Kollege von mir hat eine Internetseite eingerichtet, auf der wir immer mal wieder Berichte über Spiele veröffentlichen wollten. Nach einiger Zeit hat man sich dann gefragt, wie kann man mehr Leute auf die Seite aufmerksam machen? Dann dachten wir, wir könnten das ja in Form von Videos machen und auf YouTube stellen. Ich habe mich dann angeboten mitzumachen. Wir haben das dann ausprobiert und um ehrlich zu sein, wusste ich zu dem Zeitpunkt noch gar nichts von „Let’s Plays“, bin so gesehen darüber gestolpert. Als mein Kollege keine Zeit mehr hatte, habe ich alleine weiter gemacht.

Hättest du je mit so vielen Abonnenten gerechnet?

Nein. Ich habe ja schon vorher erzählt, wie ich dazu gekommen bin. Also ich glaube, wenn man damit anfängt, denkt man nicht darüber nach.

Eigentlich muss du ja nur spielen und es aufnehmen. Was für eine Arbeit steckt dahinter und ist sie sehr mühsam?

Es kommt eigentlich auf die Formate an. Reine „Let’s Plays“ sind meistens spontan und einfach. Man drückt auf den Aufnahmeknopf, nach der Aufnahme packt man noch ein Intro davor, rendert alles und dann passt das schon. Bei bestimmten Formaten beginnt dann die Schnipselarbeit. Man hat dann meisten über 30 Szenen aufgenommen, schneidet diese passend zusammen, bearbeitet es ein bisschen, macht schöne Übergänge, nimmt Tonspuren neu auf, wenn diese asynchron sind und rendert die ganze Sache. Für mein letztes Video habe ich auch eineinhalb Stunden benötigt.

Also kostet es ziemlich viel Zeit. Bist du an manchen Tagen überfordert und würdest am liebsten alles hinschmeißen?

Hinschmeißen nicht wirklich. Natürlich würde ich ab und zu lieber schlafen gehen, anstatt ein Video zu schneiden. Aber ich habe dann doch generell einen imaginären Hochladeplan, dass ich schon gerne täglich ein Video hochladen.

Was macht dir an der ganzen Sache am meisten Spaß?

Also spielen tut man ja sowieso (lacht). Aber auch, dass es so viele Leute sehen, kommentieren und ihnen auch meistens gefällt, was du da machst. Das macht auf jeden Fall schon Freude und motiviert mich sehr.

Ist Youtube für dich wichtiger als andere Sachen? Nimmst du zum Beispiel lieber erst auf und erledigst dann deine Arbeiten?

Ich bin ja im Studium, aber bisher habe ich noch nie eine Vorlesung geschwänzt wegen YouTube oder Ähnlichem. Ich mache das Studium, so wie es sich gehört. Klar, wenn dann noch Zeit ist, wird diese für YouTube genutzt.

„Sparkof Phoenix“ über das richtige Leben und seien Zukunft 

Wurdest du schon mal auf deinen Kanal im echten Leben angesprochen oder haben dich Abonnenten erkannt?

Eigentlich nicht wirklich, weil ich kaum die Möglichkeit dazu gebe (lacht). Ich bleibe halt anonym, es gibt Leute, die zeigen sich dann in Form von Kameraaufnahmen, so dass sie sich während des Spielens noch zeigen. Aber ich mache das rein ohne reale Bildaufnahmen. Man könnte mich höchstens an der Stimme erkennen ...

Ist es wichtig, bei anderen sozialen Netzwerken zu sein und wofür nutzt du sie?

Das ist sogar extrem wichtig! Erstens, deine Zuschauer gucken da auch mal drauf. Zweitens, du kannst dann Videos nicht nur auf YouTube teilen, sondern auch beispielsweise auf Facebook. Und wenn es dann meine Zuschauer sehen und auch teilen, sehen es ihre Freunde und so erweitert sich dann die Reichweite.

Magst du es lieber alleine oder mit mehreren YouTubern aufzunehmen?

Es kommt auf das Format an. Wenn ich mich sehr konzentrieren muss, spiele ich schon gerne alleine, aber wenn es eher was Unterhaltsames sein soll, ist es mit mehreren auch nicht schlecht. Dann kann man viel mehr Quatsch machen und lachen.

Findest du es kommt eher auf den „Let’s Player“ an oder auf das Spiel?

Ich würde jetzt kurz sagen: Es kommt 30 Prozent aufs Spiel und 70 Prozent auf den Spieler an.

Kannst du durch „Let’s Plays“ oder generell durch Videos, da du ja eine Partnerschaft mit einem Netzwerk hast, genug Geld verdienen, um davon leben zu können?

Kommt darauf an, wie viele Leute die Videos schauen. Aber davon abgesehen, ist es ein äußerst netter Nebenjob, wie viel man bekommt darf ich nicht sagen. Vielleicht nur den einen Satz: Es lohnt sich sehr! (lacht)

Hast du denn vor, damit deinen Unterhalt zu verdienen beziehungsweise willst du YouTube zu deinem Beruf machen?

Es kommt darauf an, wie es die nächste Zeit läuft. Immerhin bin ich Student und es ist echt ein guter Nebenjob. Wie das in Zukunft aussieht, kann ich ehrlich gesagt noch nicht sagen. Wenn es noch weiter wachsen sollte, warum nicht? Manchmal denke ich mir dann schon: 'Such dir lieber was Anderes und Sicheres, denn man weiß nie, wie das zum Beispiel in einem Jahr ankommt. Ich hab ja noch Zeit, da werde ich mich erst später zu entscheiden.

Danke, dass du Zeit für uns hattest und viel Spaß noch mit dem „Lets Playen“!

Kein Problem und danke, dass ich dabei sein durfte!

Der Erfolg von YouTube: Milliarden für ein Video-Portal 

YouTube – eine Internetplattform, auf der Videos verschiedener Art von diversen Personen, sogenannten „YouTubern“, hochgeladen werden. Dort kann man von Comedy- bis Lernvideos alles finden und gratis ansehen.

Chad Hurley, Steve Chen und Jawed Karim gründeten am 14. Februar 2005 das Internet-Videoportal, welches damals noch völlig unbekannt war.

Die große Firma Google sah in ihr Potenzial und kaufte sie für knapp 1,3 Milliarden Euro den Gründern ab. Von da an ging es für YouTube immer weiter nach oben.

Nun werden schon täglich mehr als 100.000 Video-Stunden auf vielen Kanälen – ein Kanal ist das Profil des YouTubers, auf dem auch alle seine bisher erstellten Videos gezeigt werden – hochgeladen.

YouTube steht damit auf Platz 3 der weltweit am meisten aufgerufenen Seiten im Internet.

Sabrina Schöning & Jule Grabowski, Klasse: 8a/8b, Rivius-Gymnasium, Attendorn

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