Bienensterben

Wenn die Biene stirbt, stirbt auch der Mensch

Jährlich stirbt ein Drittel aller Bienenvölker in Deutschland.

Foto: WAZ Fotopool

Jährlich stirbt ein Drittel aller Bienenvölker in Deutschland.

Hagen.   „Wenn die Biene von der Erde verschwindet, dann hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben“, sagte einst Albert Einstein. Immer mehr Faktoren bedrohen die Biene. Es ist Zeit zu handeln, findet Zeus-Reporter Patrik Gallinnis. Er schreibt, wie die Biene geschützt werden kann.

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,,Wenn die Biene von der Erde verschwindet, dann hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben“, sagte einst Albert Einstein. Immer mehr Faktoren bedrohen die Biene. Es ist Zeit zu handeln.

Jährlich stirbt in Deutschland jedes dritte Bienenvolk. Es gibt verschieden Gründe dafür. Einer der gefährlichsten ist die Varroamilbe. Der Parasit stammt aus Südostasien und wurde laut der Internetseite www.bienenschade.de 1977/78 erstmals in Deutschland nachgewiesen. Die Milbe ist zwar nur so groß wie der Kopf einer Ameise, doch seine Armeen löschen ganze Bienenvölker aus. Chemie hilft nur bedingt: Die Varroamilbe ist so widerstandsfähig, dass sie manche pestizide Behandlung schadlos übersteht.

Eine weitere Gefahr für das Bienenleben verbirgt sich in den immer mehr an Fläche gewinnenden Monokulturen, auf die die hierzulande wachsende industrialisierte Landwirtschaft immer stärker setzt. Mit der Folge, dass Bienen nur einseitig ernährt werden, weil auf den riesigen Monokulturen andere Blüten fehlen. Diese Monoernährung schwächt das Immunsystem der Bienen und macht den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zur tödlichen Bedrohung.

„Amerikanisches Bienensterben“, nennen Wissenschaftler ein anderes, noch nicht genau bewiesenes Phänomen. Demnach stören Mobilfunknetze den magnetischen Orientierungssinn der Honigsammler so stark, dass diese den Rückweg zum eigenen Stock nicht mehr finden und das Bienenvolk in alle Himmelsrichtungen zerstreut wird.

Menschen könnten die Blüten manuell bestäuben

Alternativen zur Arbeit der Biene gibt es. Menschen oder andere Insekten könnten die Bestäubung der Pflanzen übernehmen.

In China werden bereits ausgewählte Obstplantagen von Arbeitern mit Wattestäbchen bestäubt, da der dort hohe Pestizid- und Pflanzenschutzmitteleinsatz alle Insekten ausgelöscht hat. Allerdings ist dies eine fragliche Alternative: Bestäubung durch Menschen oder andere Insekten würden die Lebensmittelpreise ins unermessliche steigen lassen.

Doch das lebensbedrohliche Bienensterben kann gestoppt werden: mit Hilfe der Konsumenten. Kauft dieser die Regionalerzeugnisse, wie den Honig vom Imker nebenan, fördert das nicht nur die Gesundheit des Verbrauchers, sondern auch die Arbeit des Imkers.

Auf Pflanzenschutzmittel im eigenen Garten verzichten

Gartenbesitzer sollten auf Pestizide und Pflanzenschutzmittel im heimischen Blüten- und Pflanzenparadies verzichten. Wirksame Alternativen sind natürliche Schädlingsbekämpfer, wie Spinnen und andere Insekten, die der Gartenbesitzer ungestört die Pflanzenfresser ihrerseits bekämpfen lassen sollte.

Hilfreich ist es auch, den Rasen länger stehen zu lassen und nur alle drei Wochen zu mähen. Das bietet den Bienen der Umgebung mehr Nahrung.

„Keine Bienen mehr, keine Bestäubung mehr, keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, keine Menschen mehr“, mahnte bereits Mitte des vergangenen Jahrhunderts das Genie Albert Einstein. Zurecht. Über die Nahrungskette ist unser Schicksal an das der fleißigen Bienen im wahrsten Sinne gefesselt. Helfen wir der Biene, helfen wir uns selbst.

Patrik Gallinnis, Klasse 11, Gesamtschule Haspe, Hagen

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