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MAIDS und Nomophobie – wenn das Handy süchtig macht

Spielen und Surfen im Netz. Viele Kinder und Jugendliche nehmen ihr Handy viel zu oft in die Hand. Doch kann man dabei von einer krankhaften Sucht sprechen?

Spielen und Surfen im Netz. Viele Kinder und Jugendliche nehmen ihr Handy viel zu oft in die Hand. Doch kann man dabei von einer krankhaften Sucht sprechen?

Foto: picture alliance / dpa

Bottrop.   Immer erreichbar sein müssen, jede Nachricht sofort abrufen: Luisa Jankowski erklärt, dass das immer öfter krankhafte Formen annimmt.

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Immer mehr Menschen scheinen an dem Zeitgeist-Leiden MAIDS (Mobile and Internet Dependency Syndrome) zu leiden. In Deutschland ist es noch keine anerkannte Krankheit, während in den USA immer mehr Forscher davon sprechen. Ständig haben Betroffene das Gefühl, auf ihrem Handy kontrollieren zu müssen, ob eine neue Nachricht eingetroffen ist. Sie werden nervös, wenn sie ihr Handy nicht in den Händen halten können, und bekommen Schweißausbrüche, wenn der Akku leer ist. Allerdings kann dies nicht als eindeutiger Beweis dafür angesehen werden, dass eine Handysucht tatsächlich existiert. Vielmehr können es auch Symptome einer Internetsucht sein.

Hierbei würden die Betroffenen nur nach einer möglichen Zugangsmöglichkeit zum Internet suchen. Laut einer von der britischen Bank Lloyds TSB in Auftrag gegebenen Umfrage fühlen sich zwei Drittel aller Handy-Besitzer bereits unwohl, wenn sie merken, dass sie ihr Handy vergessen haben, drei Prozent werden ängstlich oder panisch. Bei einer Umfrage zum Thema Internet gaben 70 Prozent der Menschen zu, sich sehr unwohl zu fühlen, wenn sie nicht täglich ihre Nachrichten kontrollieren können. Betroffene einer Handysucht merken es oft daran, dass das Handy zu ihrem ständigen Begleiter wird. Sie haben immer einen Blickkontakt zu dem Gerät und können es nicht beiseitelegen.

Therapiegruppen für Nomophobe

Auch kann die Erkrankung am MAIDS mit einer Nomophobie, der Angst davor über das Smartphone nicht erreichbar zu sein, zusammenhängen. Erste Symptome dabei sind der zwanghafte Drang nachzuschauen, ob eine neue Nachricht eingetroffen ist, oder die Mailbox abzuhören. Im Jahr 2012 ergab eine Studie in Großbritannien, dass 66 Prozent aller britischen Handy-Nutzer Angst haben, mobil nicht erreichbar zu sein. Auch in Deutschland verhalten sich immer mehr Menschen nomophob. Die meisten Betroffen einer Nomophobie sind zwischen 18 und 25 Jahren alt. In Japan gibt es mittlerweile Therapiegruppen, in denen Teilnehmer versuchen, von ihrer Handysucht loszukommen. Auch wenn es noch nicht bestätigt ist, scheinen Smartphones also einen sehr hohen Suchtfaktor zu haben.

Luisa Jankowski, Klasse Publizistik 8, Josef-Albers-Gymnasium, Bottrop

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