Die Vogelgrippe breitet sich in NRW aus. Während 2024 nur zehn Fälle nachgewiesen wurden, sind es 2025 bereits 106. In Wuppertal wurde das H5N1-Virus bei einem toten Kranich in Ronsdorf entdeckt. Für den Grünen Zoo Wuppertal bedeutet das höchste Alarmbereitschaft.
Für Zoos geht es um vieles: Wird Vogelgrippe festgestellt, droht normalerweise die komplette Tötung aller gefährdeten Tiere eines Bestandes. „Es ist für jeden Zoo ein Anliegen, seinen Bestand so zu schützen, dass man im Falle von Infektionen nicht mehr Tiere ‚keulen‘ muss“, erklärt Tierarzt Martin Polotzek vom Tierpark Kleve.
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Zoo-Tierärztin Laura Platner vom Grünen Zoo erklärt die strikten Schutzmaßnahmen: „Wir halten für alle uns anvertrauten Tiere und auch unsere Mitarbeiter immer festgelegte Biosicherheitsmaßnahmen ein.“ Das bedeutet konkret:
- Kleidungswechsel zu Arbeitsbeginn und -ende
- Regelmäßige Schuhdesinfektion
- Verantwortungsvolle Entsorgung von Abfällen und Mist
- Gründliche Kontrolle von Futtermitteln und Einstreu
- Zusätzliche Desinfektionswannen am Eingang der Vogelställe
Der Wuppertaler Zoo setzt auf eine bewährte Strategie aus Karlsruhe: „Der Zoo ist in epidemiologische Einheiten unterteilt“, erklärt Platner. Das bedeutet: Die Tierbestände werden strikt voneinander getrennt. „Auf diese Weise hoffen wir, ebenfalls auf die Keulung (Töten von Vögeln, Anm. d. Red) verzichten zu können.“
Dieser Ansatz war 2022/23 in Karlsruhe erfolgreich: Dort mussten trotz Infektion keine Tiere getötet werden, weil bewiesen wurde, dass nicht jeder Vogel an der Krankheit stirbt.
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Auch über Tierimpfungen wird diskutiert – in Deutschland noch verboten, in Frankreich bereits Realität. Das Problem: Geimpfte Tiere können sich trotzdem anstecken und das Virus ausscheiden, sterben aber nicht daran. Das macht die Früherkennung schwieriger.
Für Wuppertaler gilt: Abstand zu Wildvögeln halten und Ruhe bewahren – das Ansteckungsrisiko für Menschen ist gering.




