Zusammenfassung
- Am Ruhr-Gymnasium in Witten gibt es einen Verdacht auf einen Blindgänger, der in den Herbstferien untersucht werden soll.
- Wird tatsächlich eine Bombe gefunden und entschärft müssten bis zu 7000 Menschen ihre Häuser vorübergehend verlassen. Auch Altenheime, Kitas und das Rathaus wären betroffen.
- Die Stadt informiert deshalb frühzeitig und richtet eine Hotline sowie eine Sammelstelle für Betroffene ein.
Am Wittener Ruhr-Gymnasium gibt es einen Blindgänger-Verdacht. Die betroffene Stelle soll in den Herbstferien untersucht werden.
An der Schule soll für das Projekt „Grüner Schulhof“ eine betonierte Fläche entsiegelt werden. Dafür mussten zuvor Luftbilder ausgewertet werden. Darauf wurde der Verdachtspunkt nach Angaben der Stadt entdeckt. Die Sondierung startet am Montag, 19. Oktober. Einen Tag darauf beginnen die Erdarbeiten. Am 21. Oktober, ein Mittwoch, wird der Verdachtspunkt dann geöffnet. Sollte tatsächlich ein Blindgänger gefunden werden, wird er am selben Tag entschärft.
Evakuierung in Witten: Bis zu 7000 Menschen könnten Wohnungen verlassen
Auch wenn das noch eine Weile hin ist, geht die Stadt „bewusst frühzeitig“ mit den Informationen raus. Denn viele Wittener dürften ihre Urlaube in den Herbstferien schon fest gebucht haben. „Wir wollen sowohl die Anlieger in Wohnungen und Betrieben als auch die große Anzahl benötigter Helfer schon jetzt informieren, was auf Witten zukommen könnte“, so Feuerwehr-Chef Mario Rosenkranz.
Solange noch nicht klar ist, was sich im Boden befindet, plant die Feuerwehr je nach möglicher Sprengkraft mit einem Evakuierungsradius von 250 Metern und einem von 500 Metern. Aktuell konzentriert sie sich in der Planung auf die zweite Variante. Denn dass eine Zehn-Zentner-Bombe gefunden wird, ist „durch die Lage im Innenstadtbereich durchaus wahrscheinlich“, so die Stadt. In diesem Fall müssten bis zu 7000 Menschen ihre Wohnungen verlassen.
Evakuierungsbereiche: Feuerwehr rät zur frühzeitigen Planung
Die Feuerwehr bittet deshalb alle Wittener, sich schon jetzt die Grafik mit den eingezeichneten Evakuierungsbereichen anzuschauen. „So können sie am besten vorplanen, was zu tun ist, wenn Sie im Urlaub sind, wenn Sie mit Kindern oder pflegebedürftigen Menschen das Haus oder ihre Arbeitsstätte verlassen müssen – oder was auch immer die Herausforderungen sein mögen.“

Von einer möglichen Evakuierung im 500-Meter-Radius wären alle Straßen ausgehend vom Ruhr-Gymnasium bis zur Kreuzung Bergerstraße/Bahnhofstraße/Breite Straße betroffen. Ebenso wie Hammerstraße und Wiesenstraße bis zur Einmündung Gerichtsstraße, die Ruhrstraße bis kurz vor der Kreuzung Oststraße/Wiesenstraße sowie ein Teil der Johannisstraße und vom Oberdorf.
Auch Altenheime, Rathaus und Zugverkehr wären betroffen
Im Norden liegen noch die Kesselstraße und ein Teil der Kronenstraße im Radius. Die Ardeystraße ist dagegen außerhalb des Bereichs und bleibt auch im Fall einer Evakuierung befahrbar. Das Marienhospital ist auch nicht betroffen. Die konkreten Straßen und Hausnummern werden in Kürze auf witten.de bekanntgegeben, so die Stadt.
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Fest stehe aber, dass im Fall einer Evakuierung auch drei Altenheime, zwei Kitas und das Rathaus betroffen wären. Das gilt ebenso für Geschäfte in der Bahnhofstraße, Kaufland, einen Teil der Stadtgalerie und mehrere Arztpraxen. Außerdem müsste der Zugverkehr unterbrochen werden und auch der ÖPNV könnte die Wittener Innenstadt nicht anfahren.
Feuerwehr bittet, Innenstadt am 21. Oktober zu meiden
„Die Schulen mit ca. 1800 Schülerinnen und Schülern sind dank der Ferien schon einmal weitgehend außen vor“, so Feuerwehr-Chef Mario Rosenkranz. Er richtet eine Bitte an die Wittener: „Schaulustige helfen uns nicht, sondern verzögern nur unsere Arbeit. Wer kann, sollte am 21. Oktober den Innenstadtbereich am besten meiden.“

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Für alle, die am 21. Oktober während einer möglichen Evakuierung nicht bei Freunden oder Familie unterkommen können, gibt es eine Sammelstelle am Saalbau (Bergerstraße 25). Wer Medikamente oder Babynahrung braucht, soll diese bereithalten und mitbringen, bittet die Stadt.

Bus-Shuttle bringt Betroffene kostenlos zu Sammelstellen
In der City werden zudem fünf Haltestellen eingerichtet, von denen aus Betroffene mit Bussen kostenlos zum Saalbau und nach der Entschärfung auch wieder zurückgebracht werden können. Diese Haltestellen werden voraussichtlich am Marienhospital, Ossietzkyplatz, Karl-Marx-Platz, Rathaus und Berliner Straße eingerichtet. Zu Beginn der Sondierung werden aktuelle Updates über die Medien, die Kanäle der Stadt und die Warn-App NINA verbreitet.
Am 21. Oktober schaltet die Stadt zudem ab 8 Uhr eine Hotline unter der 02302 581-8888 frei. Sollte jemand im Fall einer Evakuierung Hilfe beim Verlassen der Wohnung brauchen, kann unter der Hotline 02302 581-8889 Hilfe angefordert werden. Auch diese Nummer ist am 21. Oktober ab 8 Uhr erreichbar. Die Stadt bittet ausdrücklich darum, bei Informationsbedarf nicht die 112 anzurufen, sondern die genannten Nummern. Die 112 ist ausschließlich Notrufen vorbehalten.




