Zusammenfassung
- Sarah El Khaznadar hat mit Hilfe des Caritas-Projekts "WIA – Wege in Arbeit" den Sprung vom Ein-Euro-Job zur Festanstellung im Haus Maria in Witten geschafft.
- Die Arbeit mit Senioren hat ihr viel Freude bereitet und ihr Leben nachhaltig verändert.
- Das WIA-Projekt richtet sich an Menschen im Leistungsbezug des Jobcenters, die Unterstützung beim Einstieg ins Berufsleben suchen.
„WIA – Wege in Arbeit“: So heißt ein Projekt der Caritas Witten. Es bietet vor allem Frauen echte Chancen, auf dem ersten Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Eine, die es vom Ein-Euro-Job zur Festanstellung geschafft hat, ist Sarah El Khaznadar. Die 36-Jährige, die ursprünglich aus dem Libanon kam und seit ihrem dritten Lebensjahr in Deutschland lebt, arbeitet jetzt im Herbeder Wohngruppenzentrum Haus Maria. Hier erzählt sie ihre Erfolgsgeschichte.

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Sarah El Khaznadar hat zunächst die Realschule abgeschlossen, wollte dann ihr Fachabitur machen. „Das hat aus privaten Gründen nicht geklappt.“ Stattdessen hat sie eine Ausbildung zur Kinderpflegerin begonnen, die sie nicht mehr beendete. Denn kurz vor Schluss hat die junge Frau geheiratet. Zwölf Jahre hielt die Ehe. Sarah El Khaznadar arbeitete zwischenzeitlich als Verkäuferin, musste jedoch aus gesundheitlichen Gründen aufhören. „Ich hatte psychische Probleme.“
Caritas Witten bot der jungen Frau eine Chance
Nach der Trennung von ihrem Mann meldete sich Sarah El Khaznadar beim Jobcenter. Dort riet man ihr zu einer sogenannten AGH-Maßnahme, also zu einer Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung, umgangssprachlich als Ein-Euro-Job bekannt, der inzwischen mit 1,80 Euro vergütet wird. „Zuerst habe ich mich nicht getraut und dachte, das ist nichts für mich.“ Doch dann wandte sie sich an die Caritas in Witten und konnte schon nach zwei Wochen in das WIA-Projekt einsteigen. Ein Jahr lang probierte sie sich aus, erst im Josefshaus in Herbede, dann im Wohngruppenzentrum für demenziell Erkrankte.
Die Betreuung der Menschen dort bereitete ihr viel Freude. „Deren Dankbarkeit zu spüren, das Gefühl, geholfen zu haben, aber auch die Gespräche mit den Senioren über deren Leben“ - all das sei eine Bereicherung für sie gewesen. „Ich glaube, das Vorlesen und das Gedächtnistraining haben mir am meisten Spaß gemacht“, sagt Sarah El Khaznadar. Auch bei den Senioren war sie offenbar beliebt: „Wo ist denn die Sara heute?“, hieß es, wenn sie mal frei hatte.
Das gibt mir ein Gefühl von Unabhängigkeit, von Freiheit.
Sarah El Khaznadar über ihre Festanstellung
Ein Erlebnis in dieser Zeit sei ihr besonders nahegegangen, erzählt die junge Frau. Eine Bewohnerin, mit der sie sich gut verstand, sei plötzlich verstorben. Kurz zuvor hatte sie noch mit ihr geredet und versprochen, sie später noch einmal zu besuchen. Die Arbeit und die Begegnung mit den älteren Menschen habe auch ihre Sicht auf das Leben verändert. „Wir regen uns im Alltag manchmal über sinnlose Sachen auf. Aber es gibt Wichtigeres, auf das wir uns konzentrieren sollten.“
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Ende Januar, mitten im WIA-Projekt, bekam Sarah El Khaznadar überraschend das Angebot einer festen Stelle im Haus Maria. Dort fehlten Mitarbeiter, sie wurde empfohlen und absolvierte einen Probetag. „Die Arbeit hat mir auf Anhieb gut gefallen.“ Die junge Frau kochte, räumte Zimmer auf, ging einkaufen. Mit einer Kollegin war sie für neun Bewohner zuständig.
Seit dem 1. Juli macht sie das alles alleine. Es ist ihre erste Festanstellung in Deutschland - und ihr Traumjob. „Das gibt mir ein Gefühl von Unabhängigkeit, von Freiheit. Ich kann selbst Entscheidungen treffen und für mein Leben aufkommen. Das ist ein riesiger Schritt.“ Sarah El Khaznadar hat noch weitere Ziele. Sie spart auf den Führerschein, möchte sich irgendwann ein eigenes Auto leisten. „Und ich möchte reisen.“
Die Teilnahme am Projekt steht allen Personen im Leistungsbezug des Jobcenters offen. Interessierte können sich melden unter: wia@caritas-witten.de.




