Im Einzelhandel sind Klimaanlagen längst selbstverständlich, allein wegen der Lebensmittelhaltung. Doch in vielen Wohnungen, Schulen, Kitas, Krankenhäusern, Altenheimen und anderen öffentlichen Gebäuden von Stadt- und Kreisverwaltung sucht man sie eher noch vergebens. Meist handelt es sich um ältere Gebäude. Doch auch Neubauten sind noch nicht grundsätzlich damit ausgestattet. Und die Nachrüstung ist teuer. Selbst im gerade frisch sanierten Rathaus gibt es allenfalls Lüftungsanlagen in den „innen liegenden Räumen“, wie es heißt.

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Nur der OP und und die Intensivstationen verfügen in der Regel in den Krankenhäusern über Klimaanlagen. „Eine solche Ausstattung wäre auch für das übrige Haus wünschenswert“, sagt EvK-Verwaltungschef Dennis Klaebe ganz offen. Doch dafür fehlt schlicht und einfach das Geld, die „Refinanzierungsgrundlage“, wie er es formuliert. Denn eine Nachrüstung wäre seinen Angaben zufolge mit enormem Aufwand verbunden, „baulich, energetisch und wegen der hohen Auflagen in der Krankenhaushygiene“.

Abgedunkelte Zimmer in Wittener Krankenhäusern

Kliniken wie das Marien-Hospital und das Evangelische Krankenhaus (EvK) behelfen sich damit, Zimmer mit Vorhängen und Jalousien abzudunkeln, gedämmte Dächer können gerade Patienten in den oberen Etagen schützen. Es gibt feuchte Tücher, Hand- und Fußbäder, Kühlpacks und natürlich ausreichend Getränke. Beim Verdacht auf einen Flüssigkeitsmangel werden gegebenenfalls Infusionen verabreicht, etwa Elektrolyte.

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Hitzebedingt lassen sich im Marien-Hospital nach Angaben von Sebastian Schulz (Geschäftsleitung St. Elisabeth) täglich drei bis fünf neue, meist ältere Patienten behandeln. Sie leiden häufig unter Kreislauf- oder Nierenproblemen. Nicht selten fehlen ihnen lebenswichtige Mineralstoffe wie Natrium, Kalium, Calcium oder Magnesium, weil sie zu wenig getrunken haben.

Freibad platzt aus allen Nähten in Witten
Ganz Witten sehnt sich nach Abkühlung: Ein Sprung vom Drei-Meter-Brett im Freibad kann da schon hilfreich sein.© FUNKE Foto Services | Jürgen Theobald

Notaufnahme nimmt immer mehr ältere Patienten auf: „Schwere Austrockung“

In die Zentrale Notaufnahme des EvK kommen derzeit immer mehr ältere Menschen mit Symptomen einer schweren Austrocknung („Exsikkose“) des Körpers. „Üblicherweise haben wir am Tag ein bis zwei Patienten mit dieser Diagnose. Aktuell sind es sechs“, sagt Leiterin Dr. Ina Hoppmann. Bei den Jüngeren tauchen verstärkt Sonnenstiche und schwere Sonnenbrände auf.

EvK und Marien-Hospital verweisen auf eigene Hitzeschutzpläne, die die Abläufe im gesamten Haus regeln, auch mit unterschiedlichen Warnstufen, wie das EvK betont. Gefährdete Patienten werden dort zum Beispiel in kühlere Zimmer verlegt. Die Küche verändert den Speiseplan. Es gibt mehr kühle, wasserreiche Speisen sowie Obst. Trinken bleibt aber das A und O, auch bei jüngeren Leuten. Dr. Ina Hoppmann: „Viele trinken zu wenig.“