Schock für einige Bewohner eines Wohnhauses in der Annenstraße in Witten. Am Mittwochmittag, 24. Juni, haben sich Teile der Fassade des Gebäudes gelöst. Die Bewohner mussten evakuiert werden.

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Nach Angaben der Feuerwehr lagen bereits beim Eintreffen der Einsatzkräfte mehrere Fassadenteile auf der Straße. „Glücklicherweise befanden sich zum Zeitpunkt des Vorfalls keine Personen im Gefahrenbereich“, heißt es. Verletzt wurde niemand.

Auch Restaurant in Witten muss schließen

Die Einsatzstelle wurde umgehend abgesichert und der betroffene Bereich weiträumig gesperrt. Fachberater begutachteten das Gebäude und kamen zu dem Entschluss, dass das Gebäude aufgrund der Schäden derzeit nicht bewohnt werden kann. Die betroffenen Bewohnerinnen und Bewohner konnten vorübergehend bei Freunden, Bekannten und Hotels unterkommen. Laut Feuerwehrsprecher Daniel Müller handelt es sich um 13 Personen.

Annenstraße Witten
Die Wittener Feuerwehr war mit einer Drehleiter an der Annenstraße im Einsatz.© Feuerwehr Witten | Feuerwehr Witten

Auch das Lokal „Casablanca“, das sich ebenfalls in dem Gebäude befindet, darf vorerst nicht öffnen. „Es ist nicht so akut, dass das Haus einstürzt, aber so akut, dass das Bauordnungsamt untersagt hat, darin zu wohnen – bis ein Gutachten erstellt wird, dass das Haus weiter bewohnbar ist“, so Müller weiter.

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Zur Ursache der Schäden könne derzeit keine Angabe gemacht werden. Die Annenstraße bleibt zwischen Westfalenstraße und Rudolf-König-Straße gesperrt. Neben der Feuerwehr waren das Technische Hilfswerk (THW), die Polizei sowie das Bauordnungsamt vor Ort.

So ist die Lage vor Ort

Das Gelände rund um das betroffene Gebäude war auch am Donnerstag noch mit Bauzäunen abgesperrt. Aus gutem Grund: Einen Tag, nachdem sich die Fassadenteile gelöst hatten, liegen noch immer kleinere Trümmer auf der Straße. Sie wurden beim Aufprall über die gesamte Fläche verteilt. Bei den Teilen scheint es sich um Steine oder Klinker zu handeln, die sich aus dem Mauerwerk gelöst haben müssen. Löcher in der Fassade des Gebäudes lassen dies vermuten.

In dem betroffenen Gebäude befindet sich auch das erst kürzlich wiedereröffnete Lokal „Casablanca“.
In dem betroffenen Gebäude befindet sich auch das erst kürzlich wiedereröffnete Lokal „Casablanca“.© FUNKE Foto Services | Sebastian Sternemann

Der abgesperrte Bereich zieht einige Passanten in seinen Bann. So wie eine junge Mutter, die einen Säugling auf dem Arm trägt. Hat sie etwas mitbekommen? „Nein, ich wollte gestern mit dem Auto hier durch und es war alles abgesperrt“, sagt sie. Jetzt will sie wissen, was es mit der Absperrung auf sich hat. Ähnlich geht es einem mittelalten Herrn, der auf einem E-Roller unterwegs ist. Er bremst ab, blickt die Fassade empor und fragt: „Stürzt das Ding jetzt ein, oder was?“ Die Unsicherheit vor Ort ist groß. So auch in der Dönerbude direkt gegenüber.

Fassadenteile abgesürzt: Nachbarn bleiben gelassen

„Gestern war hier alles gesperrt, abends haben sie angefangen, den Zaun aufzubauen“, sagt der Betreiber. Auf Laufkundschaft muss man im Imbiss aber nicht verzichten: Der Bürgersteig auf seiner Straßenseite bleibt frei. Dennoch hofft er, dass bald Klarheit herrscht, denn: „Wir wissen nicht, was uns jetzt erwartet“, sagt er. Etwas entspannter gibt man sich im Friseursalon Creehartiv, den direkten Nachbarn des Casablanca.

„Wir waren nicht da und haben nichts mitbekommen“, heißt es von den Mitarbeiterinnen. Die Sperrung sehen sie bisher nicht als Nachteil an. Sie sagen: „Die Kunden können uns auch von der anderen Seite der Annenstraße aus anfahren.“ Wann der Verkehr an der Annenstraße wieder normal rollt, ist bislang nicht klar, ebenso, wann das Haus wieder freigegeben wird.