Wohnen in historischen Gemäuern? Witten macht es möglich! In den vergangenen Wochen sind auf dem Immobilienmarkt zwei spannende Gebäude aufgetaucht. Beide stehen unter Denkmalschutz und beide sind untrennbar mit der Geschichte der Region verschmolzen. Warum? Ganz einfach: Ein Teil der Historie hat sich innerhalb ihrer Wände abgespielt. Eines von ihnen hat es sogar auf Wikipedia geschafft.

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Es gibt Häuser, die einem nicht mehr aus dem Kopf gehen. Und es gibt welche, die so beispielhaft für eine gewisse Zunft sind, dass sie in der Online-Enzyklopädie als Beispielbild herhalten. Das ehemalige Fördermaschinenhaus der Zeche Wallfisch zählt zu den Letzteren. Zwei der vier Wohneinheiten, insgesamt 146 Quadratmeter Wohnfläche, stehen zum Verkauf.

Maschinenhaus in Witten: Historisches Gebäude wird zur Wohn-Oase

Nun, viel näher als in einem Maschinenhaus kann man dem Ruhrbergbau über Tage kaum sein. Laut historischen Bildern lag einer der Schachteingänge im oder direkt am Gebäude. Die Anfänge der Zeche sind nicht verbrieft. Es wird davon ausgegangen, dass sie in den 1750er Jahren in Betrieb gegangen ist.

Else Otto, hier bei der Gartenarbeit vor dem Haus, hat jahrelang als Mieterin im ehemaligen Zechengebäude gewohnt. (Archivbild)
Else Otto, hier bei der Gartenarbeit vor dem Haus, hat jahrelang als Mieterin im ehemaligen Zechengebäude gewohnt. (Archivbild)© WAZ | Davide Bentivoglio

Zum Fördermaschinenhaus in Witten gehört ein 1900 Quadratmeter großer Garten mit Pool, der von außen nicht einsehbar ist. Das Angebot auf kleinanzeigen.de wirbt mit einer „parkähnlichen Atmosphäre“. Die beiden Wohnungen liegen in der zweiten und dritten Etage und können im Verbund oder einzeln genutzt werden.

Das ehemalige Maschinenhaus der Zeche Wallfisch wurde kernsaniert und zu einem Wohnhaus umgebaut. Derzeit stehen zwei Wohnungen zum Verkauf.
Das ehemalige Maschinenhaus der Zeche Wallfisch wurde kernsaniert und zu einem Wohnhaus umgebaut. Derzeit stehen zwei Wohnungen zum Verkauf.© WAZ | Davide Bentivoglio

Das Haus wurde laut Anzeige um das Jahr 1840 erbaut und im Jahr 1984 für Wohnzwecke umgestaltet. Im Preis von 530.000 Euro (Verhandlungsbasis) sind enthalten: fünf Zimmer, drei Schlafzimmer, zwei Badezimmer auf zwei gepflegten Etagen. Mehr finden Interessierte unter kleinanzeigen.de/s-anzeige/3362329699.

Von der Brennerei zum Loft: Kaufpreis vervielfacht sich seit 2010

Auch im Gebäude der Brennerei Sonnenschein gibt es Wohnungen. Gemeint ist das historische Gemäuer, das mit seinem Turm und dem Tor zum Innenhof ein wenig an eine Ritterburg erinnert – nicht zu verwechseln mit den ehemaligen Verkaufsräumen aus Stahl und Glas direkt gegenüber. Letzteres stammt aus den 90er Jahren, der alte Backsteinbau jedoch wurde bereits im Jahr 1828 errichtet.

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„Wir haben dann beide Betriebe am Hevener Standort zusammengelegt und noch bis 2002 genutzt“, hieß es vom damaligen Inhaber der Brennerei, Rainer Mönks. Im Jahre 2004 hat er die Immobilie abgegeben, später wurde das Gebäude in zwölf Wohnungen aufgeteilt und saniert. Im Jahr 2010 lag der Kaufpreis laut einem WAZ-Bericht bei 2300 Euro pro Quadratmeter. So günstig ist das 128 Quadratmeter große Loft heute allerdings nicht mehr zu haben. Heute sind es rund 3790 Euro pro Quadratmeter – in Summe 485.000 Euro.

„Märchenhaftes Turmzimmer“ und Industriedesign prägen denkmalgeschütztes Loft

Dafür wohnt man in einem Gebäude, das seit 1988 unter Denkmalschutz steht und mit Industriedesign aufwartet. Freiliegende Stahlträger und Holzbalken prägen die großzügigen und hellen Räume. Das große Highlight des Lofts ist das „märchenhafte Turmzimmer“, wie es in der Anzeige heißt. Von den Vorbesitzern wurde es augenscheinlich als Kinderzimmer benutzt.


Die Brennerei Sonnenschein im Herbst 1981. Seitdem hat sich am und im Gebäude viel getan. Mittlerweile kann man in der ehemaligen Fabrik wohnen – sogar im runden Turmzimmer. (Archivbild)
Die Brennerei Sonnenschein im Herbst 1981. Seitdem hat sich am und im Gebäude viel getan. Mittlerweile kann man in der ehemaligen Fabrik wohnen – sogar im runden Turmzimmer. (Archivbild)© WAZ | Liesenhoff

Zu der Immobilie zählen: zwei flexibel nutzbare Zimmer nebst „großzügigem“ Wohnzimmer, ein Bad für Bewohner und ein kleines Gästebad, Balkon und Terrasse mit Zugang zum Gemeinschaftsgarten. Hinzu kommen ein Hauswirtschaftsraum, eine Abstellkammer, Lagermöglichkeiten unter der Terrasse, eine Garage, ein zusätzlicher Stellplatz und ein gemeinsam genutzter Radschuppen. Mehr finden Interessierte unter kleinanzeigen.de/s-anzeige/3379378285.