Der Wittener TV-Star Jochen Nickel trauert um seinen Vater Gerd. Der Bauunternehmer aus Bommern starb bereits am 23. April. Der 92-Jährige folgte seiner Frau Inge, die bereits im Jahr 2025 beerdigt wurde.

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Jochen Nickel, der in Berlin lebt, hat stets zu Kontakt zu seiner Familie in Bommern gehalten. Das elterliche Haus steht an der Rauendahler Straße im Grünen: für den Schauspieler auch ein Rückzugsort, um sich auf seine Rollen vorzubereiten.
Jochen Nickel verband mit seinem Vater die Leidenschaft für Sport. „Ich bin stolz auf ihn. Er lässt sich nie hängen“, hat der Sohn vor zwei Jahren bei einem gemeinsamen Treffen in Heike Drexelius‘ Fitnessstudio im Wullener Feld gesagt.
Der „activ-club“ an der A 448 hatte sich für Gerd Nickel zum zweiten Wohnzimmer entwickelt. Unter der Woche hat er regelmäßig an zwölf Geräten trainiert: mehr als 40 Jahre lang. „Seinen Neunzigsten hat er“, erinnert sich Heike Drexelius, „bei uns gefeiert.“ Für sie ist das eine schöne Erinnerung: Vergangenheit. „Gerd ist am 23. April morgens einfach nicht wach geworden“, weiß sie. „Er ist friedlich eingeschlafen.“
Kriegskind Gerd Nickel soll Maurer werden: Das ist der Grund
Die Lebensgeschichte von Gerd Nickel beginnt am 2. Februar 1934, die Nazis sind gerade mal ein Jahr an der Macht. Sie berrschen das Land zwölf Jahre lang und zettel einen Krieg an. „Als der Zweite Weltkrieg zu Ende ging, war mein Vater elf Jahre“, sagt Jochen Nickel. Die Kriegserfahrung bestimmt den Lebensweg von Gerd Nickel. Er will Bäcker werden. Doch sein Vater, so erinnert sich Jochen Nickel, bestimmt: „Du wirst Maurer. Das Land liegt in Trümmern, und Du wirst für den Aufbau gebraucht.“
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Inge Nickel ist die starke Frau an der Seite eines starken Manns. „70 Jahre lang waren sie verheiratet“, erzählt Jochen Nickel. Der Tod seiner Frau trifft Gerd Nickel bis ins Mark. Er reagiert mit schlimmen Rückenschmerzen. Trotzdem schleppt sich Gerd Nickel zum Sport. Jochen Nickel und Heike Drexelius bewundern ihn dafür.
Gerd Nickels letztes Projekt war die Lärmschutzwand in Witten-Heven
Gerd Nickel fügt sich, macht eine Lehre, wird Meister, gründet ein Bauunternehmen. Zuletzt hat er mit dem Unternehmen GUD zusammengearbeitet. Jochen Nickel: „Sein letztes Projekt war der Lärmschutzwall in Heven. Er hat viel bewegt.“ Gerd Nickel seinerseits ist stolz auf seinen Sohn gewesen, auch wenn er sich einst gewünscht hat, Jochen Nickel möge in seine Fußstapfen treten. Der Junior hat eine Ausbildung zum Straßenbauer gemacht. Doch sein Herz hat damals schon für die Schauspielerei geschlagen. Vater und Sohn haben sich genommen, wie sie waren. Jochen Nickels Schwester Ute indes ist in Bommern geblieben: „Sie hat das Büro meines Vaters geführt.“
Jochen Nickel ist froh, dass er von seinem Vater, wie von seiner Mutter, hat Abschied nehmen dürfen. Jochen, Ute und deren Sohn Julian fassen in der Todesanzeige all ihre Gefühle in einem einzigen Wort zusammen: „Danke“.




