Trauer um einen stadtbekannten ehemaligen Kommunalpolitiker: Manfred Liesche ist im Alter von 88 Jahren verstorben. Der Wittener starb bereits am 22. April. Das teilte seine Ehefrau Prof. Dr. med. Anette Weber mit.

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Manfred Liesche wurde am 14. Dezember 1937 in Castrop-Rauxel geboren. Als junger Mensch erlebte er, wie in einem Buch für seinen Enkel Mats schrieb, das „große Unglück der Nazidiktatur mit dem 2. Weltkrieg“. Der kleine Manfred erlebte die Zeit zwischen 1943 und Frühjahr 1946 im sauerländischen Würdinghausen. Liesches Vater starb 1944, sein Stiefvater Otto kehrte nach dem deutschen Angriffskrieg „vollkommen geschwächt“ 1946 aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft heim. Er starb nur wenige Jahre später, 1952, an einer Krebs-Erkrankung. Die Großeltern von Manfred Liesche verloren bei einem Fliegerangriff ihr Haus in Castrop-Rauxel.
Manfred Liesche distanziert sich in Erinnerungen von Nazi-Zeit
Manfred Liesche engagierte sich in Wittens CDU. Er amtierte in den 90ern als Vorsitzender des Stadtverbands. Später wechselte er zur FDP. Vorübergehend engagierte sich der Kommunalpolitiker auch in der Anfangszeit der 2013 als eurokritische Partei gegründeten AfD. Später, nach erkennbarem Rechtsruck der Partei, distanzierte sich Manfred Liesche von der AfD.
Hintergrund: Die Folgen der Nazi-Zeit hat Manfred Liesche als junger Mensch selbst erlebt und erlitten. Seine für Enkel Mats aufgeschriebenen Erinnerungen sind eine deutliche Abrechnung mit dem NS-Regime. Zugleich würdigt Manfred Liesche in dem Buch das gescheiterte Attentat auf Hitler, an dem 1944 unter anderem Oberst Stauffenberg beteiligt war.
So würdigt Wittens Alt-Bürgermeister den Verstorbenen
Wittens ehemaliger Bürgermeister Klaus Lohmann würdigte den konservativen Verstorbenen: „Über die Parteigrenzen hinweg haben wir uns blind verstanden, immer fair, immer nett, immer freundlich.“
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Manfred Liesche war gelernter Industriekaufmann. Er führte lange Jahre das Unternehmen IPS Liesche in Dortmund. Es war spezialisiert auf Personaldienstleistungen.
So hat Manfred Liesche kanadischen Trapper verewigt
Hobby-Kampfsportler Manfred Liesche war stets drahtig. Noch im hohen Alter hielt er sich mit Dehnungsübungen fit. Er liebte die Natur, und er liebte die Jagd. Beide Leidenschaften pflegte er nicht nur in Deutschland, sondern auch in Kanada. Dort, in den menschenleeren North West Territories, hatte er vor mehr als fünf Jahrzehnten einen Trapper namens Bill kennengelernt, mit dem ihn eine lebenslange Freundschaft verband. Ihm hat Manfred Liesche in dem Buch „Der Teufel der kanadischen Wildnis“ ein Denkmal aus Papier gesetzt.
In der Traueranzeige beschreibt Ehefrau Anette den Verstorbenen - auch im Namen von dessen Sohn Uwe - als „Mittelpunkt der Familie“. Für seine beiden Enkel Dennis und Mats setzte er auf seinem weitläufigen Grundstück am Schnee jeweils eine Eiche. Manfred Liesche wird am Mittwoch, 6. Mai, 12 Uhr, auf dem Evangelischen Friedhof an der Wittener Straße in Castrop-Rauxel beigesetzt.




