Zusammenfassung

  • Bei Gasleitungsarbeiten an der Casinostraße in Witten ist unerwartet der Boden eingebrochen, ein Arbeiter konnte sich rechtzeitig retten.
  • Die Stadtwerke vermuten, dass Holzträger aus alten Bauarbeiten verrottet sind und so ein Hohlraum im Boden entstanden ist.
  • Wie und wann das Loch geschlossen wird, ist noch unklar; Experten untersuchen gerade die Situation.

In der Casinostraße in Witten klafft ein Loch. Großflächig haben Arbeiter die roten Asphaltsteine aufgehebelt. Im Auftrag der Stadtwerke sollte die Firma Stracke das ehemalige Kaufhof-Gebäude an das Gasnetz anschließen. Doch dabei brach an der Seitenwand unweit des Hintereingangs plötzlich der Boden weg. Einen Tag später gibt es erste Hinweise, was genau im Boden passiert ist.

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„Wir haben einen Gasanschluss verlegen lassen. Das machen wir mehrmals im Jahr und es ist mittlerweile ein echter Routinevorgang“, erklärt Stadtwerkesprecher Mathias Kukla. Doch was in der Baugrube passierte, war so nicht geplant. „Der Boden ist unter dem Stracke-Mitarbeiter weggerutscht“, so Kukla. Alte Schächte, ein Tagesbruch oder andere Bergbauschäden werden momentan ausgeschlossen. Der Energieversorger hat eine andere Theorie.

Alte Bautechnik könnte schuld sein

„Es könnte an einem sogenannten ‚alten Berliner Verbau‘ liegen“, sagt der Stadtwerkesprecher. Gemeint sind Trägerwände aus Holz, die in den Boden eingebracht wurden, um beispielsweise die Tunnel der Berliner U-Bahn während ihres Baus im Erdreich abzustützen. Am Kaufhof-Gebäude seien sie wohl beim Gießen der Tiefgaragenwände zum Einsatz gekommen. In der Tiefgarage finden derzeit ebenfalls Arbeiten statt. Dort bereitet der Eigentümer, die Firma Saller, die Sanierung des Gebäudes vor. Ob der neue Gasanschluss dazugehört? Die Stadtwerke sagen dazu nichts.

Galeria Kaufhof
Alte Trägerwände aus Holz, die beim Gießen der Tiefgaragenwände als Abstützung dienten, könnten im Boden verrottet sein – wodurch sich womöglich ein Hohlraum gebildet hat. © Landes, Hans Juergen | Hans Juergen Landes

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„Wir gehen momentan davon aus, dass die Holzlatten damals nicht entfernt wurden und dann im Boden verrottet sind. So könnte der Hohlraum entstanden sein“, meint Kukla. Wie lange es dauert, bis die rot-weißen Absperrbarken in der Casinostraße weichen, lässt sich noch nicht sagen.

Feste Messungen oder Gutachten hat es bisher noch keine gegeben. Die Lochtiefe hat der Arbeiter vor Ort mit einem Seil und einem Stein ausgelotet. Wie und wann die Öffnung im Boden verfüllt wird, müssen nun Experten klären. Die Stadtwerke betonen: „Der Bereich ist sehr klein und es besteht keine Gefahr.“