Zusammenfassung

  • Trotz der gesenkten Umsatzsteuer profitieren viele Gaststätten in Witten kaum davon – im Fall Finnegan‘s etwa, weil diese nur auf Speisen und nicht auf Getränke gilt.
  • Zudem sprechen die Gastronomen in Witten von steigenden Kosten, wie höherer Mindestlohn und teurere Energie.
  • Letztlich bleibt von der Steuerentlastung für Gastronomen und Gäste in Witten wenig spürbarer Effekt übrig.

Ausgehen in Witten wird wohl nicht günstiger. „Die Steuersenkung in der Gastronomie ist in aller Munde“, schreibt „Finnegan‘s“-Chef Sören Noll (46) auf Facebook. Leider könne sie in seinem Fall aber kaum Wirkung entfalten – denn die reduzierte Umsatzsteuer bezieht sich nur auf Speisen.

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„Wir haben nur eine kleine Snack-Küche“, betont Noll. Daher profitiere man wenig von der neuen Umsatzsteuer, die Anfang des Jahres von 19 auf sieben Prozent reduziert wurde, bei Gästen besser als Mehrwertsteuer bekannt. Damit will die Bundesregierung die krisengeschüttelte Gastronomie stärken.

Gesenkte Umsatzsteuer gilt nur für Speisen

Da die niedrigere Steuer im Fall „Finnegan‘s“ keine große Entlastung bringt und die Bierpreise sowie der Mindestlohn wiederum gestiegen sind, hat Wirt Sören Noll sogar angekündigt, die Preise zu erhöhen. Ab diesem Wochenende werden etwa Fassbiere 50 Cent teurer – ein halber Liter kostet dann 6,50 Euro statt sechs Euro.

Das irische „Guinness“ sei ohnehin ein „relativ teures Bier“, sagt der Gastronom aus der Lessingstraße. Die Brauerei hatte zuletzt vor etwa einem Jahr die Preise erhöht. Damals hatte Noll noch nichts angepasst. Zudem sei der Mindestlohn seit der letzten Anhebung der Preise zweimal gestiegen. Nun will Noll „ein bisschen Ausgleich“ schaffen.

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Auf Facebook waren die ersten Reaktionen sehr verständnisvoll. Für guten Service und gutes Essen zahle man auch gerne etwas mehr, so der Tenor. Fragen Wittener Kunden in der Gastro denn auch mal nach, ob die Umsatzsteuersenkung weitergegeben wird?

Belastung und Entlastung halten sich die Waage

Beim „Finnegan‘s“ sei das „vereinzelt“ vorgekommen. In der „Trattoria Pavarotti“ war das nicht der Fall. Dort sind die Preise gleich geblieben. „Auf der einen Seite gibt es eine Entlastung, auf der anderen eine Belastung“, heißt es aus dem Restaurant am Rathausplatz, das gerade renoviert worden ist.

Preisexplosion in der Gastronomie: Was heute essen gehen kostet
Das Restaurant Pavarotti am Wittener Rathausplatz (hier noch vor der Renovierung).© FUNKE Foto Services | Rainer Raffalski

Gemeint ist damit unter anderem die Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns auf 13,90 Euro pro Stunde, die parallel mit der Senkung der Umsatzsteuer am Jahresanfang in Kraft getreten ist. Damit hielten sich Be- und Entlastung unterm Strich die Waage. Ähnliches hatte im Januar auch Karsten Laux vom „Jever Krog“ in Herbede berichtet. Zudem sind nach Angaben aus dem „Pavarotti“ auch die gestiegenen Strom- und Lieferkosten ein Problem.

„Viel merkt man durch die Senkung nicht“, sagt auch Lukas Zeuch, Direktor im Parkhotel Witten. Grund seien die gestiegenen Energie- und Personalkosten, die den Effekt der Steuersenkung verpuffen ließen. Die Preise blieben daher „vorerst gleich“. Auch wenn man es zum jetzigen Zeitpunkt Ende Februar noch nicht ganz genau sagen könne – Zeuch bezweifelt, dass von der Senkung am Ende etwas übrig bleibt.

Das Fazit ist also eher ernüchternd. Die eigentlich satte Senkung der Umsatzsteuer um zwölf Prozent kommt bei Gastronomie und Gästen in Witten nicht wirklich an.