Zusammenfassung

  • Ein Bullterrier wurde nachts ohne Maulkorb und Leine auf dem Gelände des Wittener Tierheims ausgesetzt, was von Überwachungskameras aufgezeichnet wurde.
  • Das Video zeigt das Fahrzeug und die Täter, die Polizei ermittelt nun mit den Beweisen.
  • Das verängstigte Tier wird im Heim versorgt und hofft auf ein neues Zuhause bei erfahrenen Haltern.

Plötzlich stand Ivan im Außenbereich. Das Team des Wittener Tierheims ist zwar äußerst tierlieb. Doch unangekündigten Besuch sehen sie nicht gerne. Unbekannte hatten den Bullterrier über Nacht in den Auslauf gesetzt. Dabei wurden sie von Überwachungskameras erwischt. Die wurden nach einem spektakulären Einbruch nachgerüstet. Jetzt ermittelt die Polizei.

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Bullterrier Ivan ist ein „gefährlicher Hund“. Das ist nicht wertend gemeint, sondern im Landeshundegesetz NRW festgeschrieben. Er und seine Artgenossen müssen zudem einen Maulkorb tragen. Ausgesetzt wurde Ivan aber ohne Maulkorb und Leine. Glücklicherweise hielten sich nachts keine weiteren Tiere im Außenbereich des Tierheims auf – Verletzungsgefahr bestand also zunächst keine, erklärt die erste Vorsitzende des Heims, Wiebke Blomberg.

Überwachungskamera filmt Täter beim Aussetzen von Bullterrier Ivan

„Gegen 22:50 Uhr sind die Täter mit ihrem Auto vorgefahren. Das hat unser Kamerasystem aufgezeichnet. Aus diesem Grund haben wir Strafanzeige gestellt, weil man endlich mal jemanden ermitteln kann“, so Blomberg. Das ist tatsächlich eine neue Entwicklung. So hatten Polizeibeamte nach einem Einbruch im Tierheim im Frühjahr 2025 noch geklagt, dass keine Aufnahmen existierten. Damals war ein ehemaliger Hundehalter eingebrochen, um den American Staffordshire Terrier Thyson zu befreien, den die Behörden eingezogen hatten. Aufgeklärt wurde der Fall nur, weil der Täter beim Gassigehen mit dem gestohlenen Hund ausgerechnet den Beamten in die Arme lief, die den Hund sichergestellt hatten. Doch diesmal soll es nicht der Zufall richten.

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Nach dem Einbruch hatte das Systemhaus E-Systems eine Überwachungsanlage gespendet. Die hat nun das Tatfahrzeug, samt Nummernschild und Insassen aufgezeichnet. „Ein Techniker der Firma hat die Bilder ausgewertet. Den USB-Stick mit den Aufnahmen haben wir der Polizei übergeben“, so Blomberg. Außerdem ist Ivan kein Unbekannter.

Besitzer wollte Ivan über das Internet loswerden

„Der Vorbesitzer hatte versucht, den Bullterrier über die sozialen Medien zu vermitteln, weil er auffällig geworden war“, so Blomberg. Scheinbar ohne Erfolg. Jetzt kümmern sich die Wittener Tierschützer um das verängstigte Tier, das noch niemanden an sich heranlässt. „Er muss jetzt in Ruhe ankommen. Er bekommt jetzt Futter, ein Körbchen und Leckerchen. Dann kann in ein paar Tagen das Training starten“, sagt Blomberg. Wenn Ivan sich anstrengt, könnte er schon bald als Tier der Woche in ein neues Zuhause vermittelt werden. Eines mit Haltern, die mit gefährlichen Hunden umgehen können.

Eddie wurde ebenfalls vor dem Wittener Tierheim ausgesetzt. Nun hat er wieder ein neues Zuhause.
Eddie wurde ebenfalls vor dem Wittener Tierheim ausgesetzt. Nun hat er wieder ein neues Zuhause.© WAZ | Jennifer Ganster

Eddie hat vorgemacht, wie es laufen kann. Im vergangenen Sommer hatten Unbekannte die schwer kranke Bulldogge vor dem Tierheim an einen Strommast gebunden. Nach intensiver Behandlung und Betreuung konnte das Team ihm kurz vor Weihnachten 2025 ein neues Zuhause vermitteln. Die Tierschützerin sagt: „Über die sozialen Medien sind sogar schon Anfragen für Ivan eingegangen.“