Zusammenfassung

  • Das „Haus am Weststrand“ auf Norderney muss saniert werden.
  • Zur Rettung des Gebäudes wird nun zu Spenden aufgerufen.
  • Der Kirchenkreis Hattingen-Witten will das traditionsreiche Haus weiterhin selbst bewirtschaften.

Das „Haus am Weststrand“ auf Norderney ist ein hübscher alter Kasten. Der vielen Menschen aus dem Kirchenkreis Hattingen-Witten und darüber hinaus seit unzähligen Jahren Freude bereitet. Es ist dieser Mix aus Jugendherbergscharme, gutem Essen und toller Lage, der den Aufenthalt in der schneeweißen Immobilie - Baujahr 1894 - so besonders macht. Direkt am Meer gelegen, ist sie an der teuren Nordsee unbezahlbar. Doch Wind und Wetter nagen an der von Weitem sichtbaren klassizistischen Westfassade. Deshalb wird Geld gebraucht, viel Geld.

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Die neue Hausleitung geht mit der Zeit. Trotz der kirchlichen Nähe muss niemand nach den Mahlzeiten den Klingelbeutel kreisen lassen. Am Haupteingang können die Gäste digital spenden, fünf, 20, 50 Euro oder einen anderen Betrag. Dazu gibt‘s Infos, wozu die Mittel benötigt werden. Es geht um die Instandhaltung der ständig allen Jahreszeiten ausgesetzten Außenhülle direkt zum Meer hin.

Wertvolle Immobilie des Kirchenkreises Hattingen-Witten direkt an der Nordsee

„Für das Gebäude ist das Wetter eher Arbeit als Urlaub“, heißt es in einem Begleittext zu dem Spendenaufruf. Und: „Mehr als 7000 Tage und Nächte Wind und Wasser, Salzwasser, Sand, Möwen und alles, was die Nordsee zu bieten hat - davon könnte die Fassade des Hauses am Weststrand erzählen .“ Mit den 7000 Tagen sei dabei nur die Zeit seit der letzten Renovierung vor 20 Jahren gemeint. „Die Holzbalken sind teils noch viel älter. Nun bröckelt der Putz, Wasser dringt ein.“ Es besteht also Handlungsbedarf.

Nach Angaben des Kirchenkreises Hattingen-Witten ist die für Sommer geplante Sanierung dringend erforderlich, weil das „Gesimse stark abgängig“ sei. „Es schützt die Fassade vor eindringendem Regen und Steinen, die sich deshalb lösen und herabstürzen könnten“, sagt Matthias Küstermann (56), der in Witten beim Kirchenkreis ansässige Geschäftsführer des Hauses. Zwei Termine mit der Denkmalbehörde fanden schon statt. Die Verantwortlichen appellieren: „Wir müssen etwas tun!“

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Sanierung kostet mehr als 300.000 Euro

Wer die Möglichkeit habe, möge spenden - und damit einen Beitrag zu den Kosten von mindestens 320.000 Euro leisten. Jede Spende trage dazu bei, das „einmalige Angebot“ auf der Insel zu erhalten. Das Haus, dessen Wert mittlerweile auf deutlich über fünf Millionen Euro geschätzt und das von Festangestellten sowie Ehrenamtlichen bewirtschaftet wird, ist das ganze Jahr über sehr gut belegt, selbst jetzt im Winter zu Jahresbeginn. Viele Freizeiten werden dort organisiert und 23.000 Übernachtungen im Jahr gezählt.

Haus am Weststrand muss auch höheren Eigenanteil aufbringen

„Wir belegen das Haus in erster Linie mit kirchlichen Gruppe“, sagt Küstermann. „Aber grundsätzlich steht es jedem offen.“ 1973 erwarb der Kirchenkreis Hattingen-Witten das Gebäude auf Norderney. Längst ist es ein Glücksspiel ist, ob man einen Platz bekommt. Nicht nur viele ältere Alleinstehende profitieren von der trotz Preisanstiegen immer noch günstigen Unterbringung mit Vollpension, sondern auch Familien. Aktuell machen unter anderem wieder Wittener und Wetteraner im Haus am Weststrand Urlaub. Der ein oder die andere hat bereits am Spendenterminal der Firma „Churchdesk“ im Eingangsbereich online ein kleines Sümmchen überwiesen.

Förderanträge bei der Stiftung für Denkmalschutz gestellt

Neben dem Spendenaufruf des Fundraising- und Öffentlichkeitsreferats wurden Förderanträge bei der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, der Doornkaat-Stiftung und der Niedersächsischen Sparkassenstiftung gestellt. Doch selbst bei positiv beschiedenen Bescheiden und einem guten Spendenaufkommen werde ein „nicht unerheblicher Teil“ der anfallenden Kosten vom Haus am Weststrand selbst zu erwirtschaften sein, heißt es seitens des Kirchenkreises.

Haus am Weststrand
Das Haus am Weststrand ist gerade im Sommer bei Familien beliebt. Es gibt 23.000 Übernachtungen pro Jahr.© Evangelischer Kirchenkreis Hattingen-Witten | Evangelischer Kirchenkreis Hattingen-Witten

Bisher konnte die Kirche, die sich immer wieder vor Ort von Gebäuden trennt, einen Verkauf ihrer schmucken Nordsee-Perle vermeiden. Das soll auch so bleiben. „Wir könnten jedes Jahr die doppelte Zahl an Übernachtungen verkaufen“, sagt Küstermann. Das Haus muss sich aber selbst tragen, ohne Kirchensteuern.

Gruppenreisen als „Gemeinde auf Zeit“

Hattingen-Witten will auch inhaltlich an seinem Erholungsheim im hohen Norden festhalten. „Gemeinde auf Zeit“ nennen sich die Gruppen, die dort zu Gast sind. Überliefert sind die Worte einer Pfarrerin: „Ich würde mich über 90 Menschen, die hier morgens oder abends zur Andacht kommen, zuhause im Gottesdienst freuen.“

Kontakt für Anmeldungen im Haus am Weststrand und für Spenden: Telefon 04932/5219960. Oder Mail an die Hausleitung, christian.lehmann@kirche-hawi.de