Mit dem Umbau der Sprockhöveler Straße in Witten ist frühestens ab Ende nächsten Jahres zu rechnen. Der erste Bauabschnitt gehört ganz den Kanalbauern der ESW (Entwässerung Stadt Witten). Wie berichtet, hat die Baufirma Sonntag mit den Arbeiten an einer „Vorflut“ für die Hevener Bäche im Fischertalweg bereits begonnen. Die dann mit dem Kanalbau in der Sprockhöveler Straße fortgesetzt werden.

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Tiefbauamtsleiter Helmut Schotenröhr (56) stellte im ersten Verkehrsausschuss der neuen Wahlperiode die Bauabschnitte vor, die er in „Los 1“ und „Los 2“ (oder Bauabschnitt 2 und 3) unterteilte und die vorbereitet würden. Zunächst geht es um das Stück Fischertalweg-Esch. Dort verlegt ESW den ersten Kanal. Dann folgen die Rohre bis zum Crengeldanz.

Baustelle Sprockhöveler Straße in Witten
Ein Vorgeschmack auf die kommenden Jahre: Die Sprockhöveler Straße (hier Höhe Lidl) wird in den kommenden Jahren zur Großbaustelle.© FUNKE Foto Services | Jürgen Theobald

Wittener Tiefbauamtsleiter: „Der Kanalbau geht vor“

Der Umfang dieser Kanalbaustelle ist beträchtlich, nicht nur von den Kosten her. „Wir stecken fast zwei Garagenquerschnitte in die Erde“, deutete der Tiefbauamtsleiter die Größe an. Das macht zumindest Hoffnung, dass der neue Kanal in Heven für künftige Überflutungen besser gewappnet ist. „Der Kanalbau geht vor. Wir ziehen den Straßenbau dann abschnittsweise nach“, sagte Schotenröhr. So wolle man auch die Verkehrsbehinderungen möglichst einschränken.

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    Baustelle Sprockhöveler Straße in Witten
    Und das auch noch: Weil die Bahn aktuell eine Behelfsbrücke einsetzt, ist der Abschnitt zwischen Mühlenwinkel und BMW Ernst ganz dicht.© FUNKE Foto Services | Jürgen Theobald

    Bis „Los 1“ den Auftragnehmer erreicht hätten, sprich die ausführenden Baufirmen, dürfte es das zweite Quartal 2026 werden. Dann erst werden die Aufträge für Kanal- und Straßenbau vergeben. „Wir werden dann frühestens Ende nächsten Jahres in der Sprockhöveler Straße anfangen“, teilte der Tiefbauer den Ausschussmitgliedern mit. „Rein vom Straßenbau“ werde dort im kommenden Jahr also „wenig passieren“. Wobei: Auch die Kanalbauer fangen erst Ende 2026 - so ESW auf Nachfrage - direkt in der Sprockhöveler Straße an. Eben weil erst der Fischertalweg mit der Kanal-Vorflut fertig werden muss. Die Hevener Bäche werden vom Mischwasser getrennt.

    Bei der Sprockhöveler Straße soll es besser laufen als bei der Pferdebachstraße in Witten

    Um volle Transparenz bei dieser mit vielen Sperrungen verbundenen Großbaustelle zu gewährleisten, will die Behörde regelmäßig berichten, gerade der Politik, „auch über die Kosten“. Sie fallen mit derzeit geschätzten 13 Millionen Euro allein für den Kanalbau in „Los 1“ höher als der Straßenumbau selbst aus. Letzterer ist mit acht Millionen Euro (im ersten Teilstück bis zum Esch) veranschlagt. Die Gesamtkosten für den Straßenbau sollen bei 13 Millionen liegen. Stand heute.

    Denn Witten hat wie Gesamtdeutschland ja seine ganz eigenen Erfahrungen hat, was Kosten und Bauzeit betreffen. Frag nach an der Pferdebachstraße oder aktuell an der Wittener Straße. Aber vielleicht läuft beim fünfjährigen Umbau der Sprockhöveler Straße - dem größten Verkehrsprojekt der kommenden Jahre - ja alles besser. Die gute Absicht ist jedenfalls vorhanden.

    Sprockhöveler Straße Sperrung in Witten
    Nicht nur die Fahrbahn, auch Bahnbrücken auf der Sprockhöveler Straße sind marode. Hier muss zumindest provisorisch Ersatz geschaffen werden. © FUNKE Foto Services | Jürgen Theobald

    Bahn setzt bei BMW Ernst in Witten Behelfsbrücke ein

    Aktuell müssen Autofahrende teilweise jetzt schon immer wieder zumindest mit halbseitigen Sperrungen rechnen. Denn neben den Kanalbauern im Fischertalweg ist da ja auch noch die Bahn, die an der maroden Brücke bei BMW Ernst ein „Provisorium einheben will“, so der Tiefbauamtsleiter. Gemeint ist eine Behelfsbrücke. Deshalb ist die Sprockhöveler Straße bereits jetzt zwischen Mühlenwinkel und dem Autohaus komplett dicht. Wie berichtet, dauert die Sperrung dieses Abschnitts länger als geplant. Vor Weihnachten wird die Ersatzunterführung nicht mehr fertig. Zuletzt wurde der 17. Januar genannt.

    Aber das ist ja erst der Anfang, sozusagen das Vorspiel für den später beginnenden Straßenumbau. Anwohnende und der Durchfahrtverkehr müssen sich auf eine Gesamtbauzeit bis 2029/2030 einstellen.