Das Hin und Her ums Krümelreich nimmt kein Ende. Knapp drei Monate, nachdem Sina Rademacher die Bewirtschaftung des beliebten Familien-Cafés in der Stadtgalerie Witten übernommen hat, steht ihr das Wasser bis zum Hals: zu wenig Umsatz, hohe Personalkosten, dazu viele Krankmeldungen. „Das ist stark ins Geld gegangen“, sagt die 26-Jährige. Doch für sie sei das kein Grund, sofort aufzugeben. Der Haken: Um weitermachen zu können, muss sie bis zum 30. Oktober mal eben 30.000 Euro auftreiben.

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Denn der Mietvertrag mit der Stadtgalerie läuft Ende des Jahres aus und müsste drei Monate vorher gekündigt werden, sonst verlängert er sich um ein Jahr. Ohne die fünfstellige Summe wäre ein Überleben des Cafébetriebs nicht möglich, sagt Sina Rademacher. Bereits jetzt zahlt die junge Frau ordentlich aus eigener Tasche dazu.
Wittener Café-Betreiberin: Allein schaffe ich das nicht mehr
Außerdem erwartet Sina Rademacher ihr zweites Kind, sie ist im fünften Monat schwanger. „Allein schaffe ich das nicht mehr“, hat sie erkannt. Doch das ist nicht das eigentliche Problem. Denn mit Miriam Gensch, die von Anfang an im Café mitarbeitet, hätte sie eine engagierte Mitstreiterin gefunden. „Wir würden uns die Arbeit teilen.“ Das finanzielle Problem jedoch wäre damit nicht gelöst. Deshalb setzt Sina Rademacher gerade alle Hebel in Bewegung.

Sie hat bei Wittens neuem Bürgermeister Dirk Leistner und Ratsvertretern vorgesprochen. „Die Politik steht hinter uns“, sagt sie. Ihre Hoffnung: Dass über deren Kontakte und Netzwerke Hilfe naht. Sina Rademacher hat aber auch selbst bei lokalen Unternehmen und Banken sowie auf Bundes- und Landesebene um Unterstützung gebeten. Bisher mit sehr mäßigem Erfolg. Immerhin hätten einige Firmen angeboten, Videos im Krümelreich zu drehen, in denen sie um Sponsoren werben. Seit Mittwochabend (22.10.) läuft auch eine Spendenaktion im Netz. Dass die Stadtgalerie vielleicht noch an der Miete schraubt - das sei eher nicht zu erwarten, so Rademacher.
Das Krümelreich: „Ein wichtiger Ort der Begegnung in Witten“
Die junge Mutter betreibt das Krümelreich seit dem 1. August in Kooperation mit dem Wittener Verein Meisterwerk Mensch, der das inklusive Familiencafé vor drei Jahren gegründet hat und dort weiterhin Bildungs- und Kreativangebote organisiert. Für die Gastronomie und damit auch für die Finanzen ist allein Sina Rademacher zuständig.
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Es würde ihr das Herz brechen, das Krümelreich nach so kurzer Zeit aufgeben zu müssen. „Es ist nicht irgendein Café, sondern ein wichtiger Ort der Begegnung für alle Menschen in der Stadt“, sagt sie. Junge Mütter zum Beispiel würden lieber dorthin kommen, als alleine zuhause zu sitzen. „Wir sind täglich voll, haben Reservierungen, feiern Kindergeburtstage.“ Die Preise für Speisen und Getränke anzuheben oder gar Eintritt zu verlangen - das ist für die 26-Jährige keine Option.
Junge Wittenerin: „Wir geben nicht auf“
Klappt es mit den 30.000 Euro, dann würden Rademacher und Gensch das Café gemeinsam weiterführen. Außerdem wollen sie dann umgehend einen Verein gründen, um noch mehr Beratungsangebote machen und dafür Fördermittel akquirieren zu können.
Die Zeit drängt. Doch Sina Rademacher bleibt auch wenige Tage vor dem Countdown am 30. Oktober noch optimistisch und voller Hoffnung. Glaubt fest daran, dass Rettung naht. „Wir geben nicht auf. Wir geben alles.“ Klappt es nicht, droht Witten ein weiterer Leerstand in der Innenstadt.
Wer Sina Rademacher unterstützen und für den Erhalt des Krümelreichs spenden möchte kann dies tun unter: DE78 4524 0056 0750 2628 00. Oder: paypal.me/kruemelreich.





