Die Wittener Innenstadt steht in Konkurrenz mit den großen Nachbarstädten Bochum und Dortmund. Die heimischen Händler und Kunden ziehen häufig einen Vergleich zum Ruhrpark. 126 Geschäfte und frei parken - wer kann da schon mithalten? Wobei es mit rund 3000 Stellplätzen keineswegs an verfügbarem Parkraum in der Wittener City mangelt. Ein Parkversuch.

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„Im Ruhrpark kann man direkt vor der Tür parken und muss nichts bezahlen“, sagt Johannes Kölsche. Was sich der Einzelhändler auch für Witten wünschen würde. Seine Geschäftsnachbarn in der Ruhrstraße pflichten ihm bei. Doch wo genau kann man in Witten überhaupt parken? Und wo ist es kostenlos?
Mal eben am Straßenrand parken - das ist in Witten schwierig
Mal eben am Straßenrand parken und bei Netto reinspringen? Nicht empfehlenswert. Wenn das überhaupt möglich ist, muss man in der Regel ein Parkticket lösen. Oder es handelt sich um eine Anwohnerzone. Die Ruhrstraße trennt beispielsweise die Bereiche „A“ und „G“. Laut Mobilitätsbericht kommt es zu gewissen Tageszeiten und in bestimmten Gebieten zu „Nutzungskonflikten“. Diese seien besonders ärgerlich für Wittener, die einen Anwohnerparkausweis besitzen. Deshalb würde die Stadt gerne viel mehr Autos in den halb leer stehenden Parkhäusern verschwinden lassen.

„Die Parkraumanalyse hat ergeben, dass besonders in den Parkbauten der Innenstadt ganztägig ausreichend viele Parkmöglichkeiten verfügbar sind“, heißt es im Mobilitätsbericht. Wie schlecht es um die Auslastung der zwar kostenpflichtigen, aber im Städtevergleich immer noch günstigen Parkhäuser bestellt ist, zeigt etwa das obere Parkdeck der Stadtgalerie. Weil sich kein Auto dorthin verirrt, wurde hier kürzlich ein Fußballplatz aufgebaut. Mittlerweile laden die Tore in der Steinstraße zum Kicken ein. Die insgesamt 443 Parkplätze sind wichtig, aber eben nicht ausgelastet.
Viele Stellplätze in den Wittener Parkhäusern nicht ausgelastet
Weitere Parkhäuser im Zentrum sind die City-Passage (100 Parkplätze), Kaufland (250), Novum/FitX (370) und das der Hauptsparkasse (80). Weiterhin ungenutzt bleibt die ehemalige Kaufhof-Tiefgarage (235). Parkraum ist also genügend vorhanden. Doch viele scheuen diese Hürde, vermutlich nicht nur wegen der Gebühren - die im Städtevergleich noch günstig ausfallen.

Lieber kreisen Autofahrer dreimal um den Block, statt ins Parkhaus zu fahren oder einen der großen Parkplätze unter freiem Himmel anzusteuern - etwa den Platz an der Gedächtniskirche, am Saalbau oder der Husemannhalle. Die beiden letzten sind vermutlich zu weit von der City entfernt, um ihren ganzen Charme zu versprühen. Deutlich begehrter ist der Kornmarkt (40 Plätze). Und wie steht es um das Gratisparken?
„Brötchentaste“ für den schnellen Sprung ins Geschäft
Wer es eilig hat, kann die sogenannte Brötchentaste an bestimmten Parkscheinautomaten drücken. Dahinter verbirgt sich kostenfreies Kurzzeitparken. Wer weniger als 15 Minuten parkt, zahlt nichts. Die Plätze liegen oft zentral, etwa an der Casinostraße, Hammer-, Haupt-, Heilen-, Humboldt-, Post-, Ruhr- und Steinstraße sowie am Marien-Hospital. Wer länger kostenfrei parken möchte, ist auf Geheimtipps angewiesen.
Was die Wittenerinnen und Wittener für das Parken zu bezahlen haben, ist in der städtischen Parkgebührenordnung geregelt.
In der Innenstadt kostet das Parken auf Wegen und Plätzen einen Euro je angefangene Stunde. Der Mindesteinwurf beträgt 20 Cent. Das Dauerparken per Tagesticket kostet an Parkscheinautomaten zwei Euro.
Bargeldloses Parken via Handy ist in Witten ebenfalls möglich. Die Stadt kooperiert bei der Abrechnung der Gebühren mit den Anbietern Easypark, Parkster, Parco, Paybyphone und Mobilet.
In den Parkhäusern gelten folgende Tarife: Stadtgalerie je angefangene Stunde zwei Euro, Tageshöchstgebühr zwölf Euro. Novum/FitX: ein Euro, Tageshöchstgebühr zehn Euro. City-Passage: ein Euro, maximal pro Tag acht Euro. Sowohl im Novum/FitX als auch in der Stadtgalerie wurde inzwischen auf „ticketloses Parken“ umgestellt. Die Nummernschilder werden beim Reinfahren eingescannt. Beim Bezahlen am Automaten gibt man dann sein Kennzeichen ein.
In der Gasstraße stehen Pendler fast Stoßstange an Stoßstange, viele arbeiten vermutlich bei DEW. Eine Handvoll freier Parkplätze gibt es neben dem DGB-Haus in der Hans-Böckler-Straße. Eine Extra-Genehmigung braucht man für den Privatparkplatz der Stadt an der Bonhoefferstraße, zumindest zwischen 6.30 Uhr bis 15 Uhr. Eine Schranke regelt die Ein- und Ausfahrt.
Bei Kaufland dürfen Kunden zwei Stunden kostenlos parken. Wer dort länger steht oder als Nicht-Kunde enttarnt wird, muss mit Strafzahlungen rechnen. Auch der Parkplatz der Hauptsparkasse ist nur für Kunden gedacht. In der ersten halben Stunde steht man dort kostenfrei.
Wer ein Elektroauto besitzt, hat einen Vorteil. An einer Elektrozapfsäule - etwa in der Kurt-Schumacher-Straße - darf man von 8 bis 20 Uhr vier Stunden lang umsonst parken und die Batterie aufladen. Aber dafür muss man erst mal einen freien Platz ergattern. Fazit: Am besten direkt ins Parkhaus fahren. Schont die Nerven, die Anwohnerstraßen - und selbst die Tagesgebühr fällt in Witten überschaubar aus.
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