Zusammenfassung

  • Die Elektronische Patientenakte ist inzwischen für Ärzte und Apotheker Pflicht.
  • Wittens Apothekensprecherin sieht im neuen System viele Vorteile.
  • Dennoch weist sie darauf hin, dass der ePA noch wichtige Funktionen fehlen.

Die Wittener Apothekensprecherin Dorothee Werner begrüßt die Einführung der elektronischen Patientenakte (ePA) zum 1. Oktober. „Grundsätzlich hat die ePA das Ziel und das Potenzial, die Sicherheit in der Versorgung der Patientinnen und Patienten weiter zu verbessern“, sagt sie. „Nach der Einführung des E-Rezeptes ist das der nächste notwendige Schritt.“

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In die elektronischen Patientenakte, die bisher erst von einem Bruchteil der Ärzte und Patienten genutzt wird, fließen künftig alle Gesundheitsinformationen und -daten: Arztbriefe, Befunde, aber auch Medikationslisten. Patienten können diese Informationen auch selbst einsehen und verwalten. „Apothekerinnen und Apotheker können auf die ePA zugreifen, wenn die Gesundheitskarte, also die eGK, in der Apotheke gesteckt wird. Sie können dann standardmäßig die Medikationsliste (eML) sehen“, erklärt Werner.

Wittener Apothekensprecherin: Wechselwirkungen schneller erkennbar

Nach Angaben der Kreisapothekensprecherin fließen alle Verordnungen schon seit Anfang des Jahres in diese Medikationsliste ein. Darin steht, welche Medikamente verordnet und auch tatsächlich bereits abgegeben wurden oder ob Doppelverordnungen vorliegen. „Somit kann die Beratung rund um die Arzneimittelversorgung in der Apotheke durch die ePA grundsätzlich noch besser gemacht werden, da zum Beispiel potenzielle Wechselwirkungen schneller erkennbar sind.“

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Weitere Bausteine, die bislang noch nicht digital umgesetzt sind, sollen ihren Angaben zufolge im nächsten Jahr folgen. „Das betrifft zum Beispiel wichtige Betäubungsmittelverordnungen, etwa bei Krebspatienten. Auch Heil- und Hilfsmittel erscheinen aktuell noch nicht. Und es gibt bislang noch nicht die Möglichkeit, nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel – die auch nicht harmlos sind und zu Wechsel- und Nebenwirkungen führen können – zu ergänzen.“

Hürden bei der technischen Infrastruktur

Hürden in der Umsetzung sieht die Apothekerin vor allem in der technischen Infrastruktur. Wiederholte Ausfälle hätten in der Vergangenheit des Öfteren zu Schwierigkeiten in der Versorgung geführt. „Regelmäßig und wiederholt, oft mehrmals pro Woche, kam es zu unterschiedlich langen Ausfällen, wodurch E-Rezepte nicht abrufbar sind“, so Werner. Dafür zuständig sei die die nationale Agentur für digitale Medizin, die Gematik. „Wir fordern, dass diese Baustellen schnellstmöglich behoben werden.“

Grundsätzlich sei die Digitalisierung aber richtungsweisend für die Gesundheitsversorgung, sagt die Wittener Apothekensprecherin. „Die Einführung der ePA ist genau wie die des E-Rezeptes richtig und wichtig.“ Damit könnten Therapien optimiert und die Versorgungsstruktur im Sinne der Patienten weiter verbessert werden.