Die Ferien sind noch nicht vorbei, das war vielleicht ein Glück. Als es auf dem Dach des Berufskollegs an der Husemannstraße gebrannt hat, waren keine Schüler im Gebäude. Es war ja ohnehin Sonntag. Nun gibt es erste Aussagen der Polizei zur Brandursache.

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„Zum jetzigen Zeitpunkt deutet alles auf einen technischen Defekt der Photovoltaikanlage hin“, sagt Polizeisprecher Frank Lemanis am Montag (11.8.). Die Kripo habe keine Hinweise auf eine Straftat gefunden, also Fremdverschulden, sprich Brandstiftung. Nun wird genau weiterermittelt, warum die Photovoltaikanlage auf dem Dach des Gebäudes A in Flammen aufging. Nach Angaben der Feuerwehr war auch Dämmung in Brand geraten.

Flammen und schwarzer Rauch schlugen am Sonntagnachmittag aus dem Dach des Berufskollegs an der Husemannstraße in Witten.
Schwarzer Rauch schlug am Sonntagnachmittag aus dem Dach des Berufskollegs in Witten. Dieses Foto entstand vom benachbarten Sportplatz an der Husemannstraße aus.© Janik Oesterwind | Janik Oesterwind

Wittener Feuerwehr setzt drei Drehleitern ein

Den rund 60 Einsatzkräften gelang es, die aus dem Dach schießenden Flammen innerhalb einer Stunde unter Kontrolle zu bringen. Gegen 16.20 Uhr waren die Retter alarmiert worden. Eine hohe schwarze Rauchsäule war weit zu sehen, „bis nach Wetter“, wie es bei Facebook hieß. Die Feuerwehr bekämpfte das Feuer von zwei, später drei Drehleitern aus mit Wasserwerfern. Die Husemannstraße, an deren Seite der rote Schulbau direkt steht, war stundenlang gesperrt. Nur die schweren Feuerwehrfahrzeuge durften das rotweiße Flatterband passieren. Sonst ließ die Polizei niemanden durch.

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Dachstuhlbrand auf dem Berufskolleg in Witten
Das Dach des Berufskollegs wurde durch den Brand am Sonntag (10.8.) schwer beschädigt.© FUNKE Foto Services | Jürgen Theobald

Noch keine Angaben zur Schadenshöhe

Zur Höhe des Schadens wurden bisher noch keine Angaben gemacht. Nach Einschätzung von Feuerwehrsprecher Ulli Gehrke ist vor allem das Dach betroffen, weniger die durch eine Betondecke geschützten darunterliegenden Klassentrakte. „Das Feuer war ja auf dem Dach. Es hat nicht im Gebäude gebrannt“, so der 59-Jährige. Es sei auch nur wenig Löschwasser hineingelaufen, „vielleicht etwas in den Treppenraum“.

Die schwarze Rauchsäule erklärt Gehrke vor allem damit, dass auch Dachpappe gebrannt habe. Die in Flammen stehende Photovoltaikanlage sei ganz normal mit Wasser gelöscht worden. „Das ist erst mal kein großes Problem. Da die Kollegen genügend Abstand halten, bestand nicht die Gefahr eines elektrischen Schlages“, so Gehrke. Anders als bei Satteldächern seien die Löscharbeiten in diesem Falle, einem Flachdach, weniger problematisch gewesen.

Dachstuhlbrand auf dem Berufskolleg in Witten
Verkohlte Solarpaneele: Ein technischer Defekt in der Photovoltaikanlage soll der Auslöser für das Feuer gewesen sein.© FUNKE Foto Services | Jürgen Theobald

Hier sei es auch deshalb einfacher gewesen, „weil die gesamte PV-Anlage brannte“, so der Feuerwehrsprecher. „Sonst sieht man manchmal gar nicht, wo es brennt, weil darüber die PV-Anlage liegt“. Und der Rauch von allen Seiten komme. Gehrke lobt den gelungenen Einsatz einer Erkundungsdrohne. Sie hat Livebilder vom Geschehen gesendet. „Das hat super geklappt.“ Brandwachen blieben noch bis zum Abend vor Ort, um mögliche Glutnester auszuschalten. Die Feuerwehr hatte Teile der Fassade montiert.

EN-Kreis investiert Millionen in den Brandschutz der Berufskollegs

Für den EN-Kreis, der in Witten das größte von drei Berufskollegs unterhält, ist das Feuer ein schwerer Schlag. Denn er investiert seit Jahren viele Millionen in die Erneuerung der Schulen, gerade in den Brandschutz. Das Hauptgebäude A - dort, wo es gebrannt hat - werde gerade aufwändig saniert, heißt es. Die Kreisverwaltung erhofft sich im Laufe der Woche „Erkenntnisse darüber, welche Schäden der Brand konkret verursacht hat und wie sich diese auf den weiteren Ablauf der Sanierung und Modernisierung auswirken“, heißt es in einer ersten Stellungnahme.
 
Mit rund 2500 Schülerinnen und Schülern ist das Berufskolleg Witten das größte der drei vom Ennepe-Ruhr-Kreis getragenen Berufsschulen. Die zwei weiteren Standorte sind Ennepetal (1345) und Hattingen (1137).