Zusammenfassung

  • Um elf Uhr beginnt die Vatertagsparty beim TuS Heven in Witten
  • Showveranstalter Matthias Lutz macht es noch ein letztes Mal
  • Viele Stars sind im Stadion am Haldenweg dabei

Er möchte mit einem Paukenschlag gehen: Wittens Kult-Entertainer Matthias Lutz (59) will sich nach 40 Jahren von der Bühne verabschieden. Genau deswegen hat der Wittener noch einmal eine, seine Vatertagsparty organisiert. Erstmalig findet die Schlager-Sause an einem neuen Ort statt. Wie will sich die graue Eminenz der deutschen Schlagerszene verabschieden?

Olaf Henning, Achim Petry: Zwei von vielen Stars in Witten

Die Discofox-Szene in NRW darf sich am 29. Mai auf ein Gipfeltreffen der Stars freuen: Olaf Henning ist dabei, auch Wolfgang Petrys Sohn Achim, Jürgen Renfordt, dazu Bands wie Neon und UKW. Insgesamt 35 Künstlerinnen und Künstler stehen auf der Bühne. Im Schnelllauf folgt Hit auf Hit, das Beste der vergangenen 60 Jahre.

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Beat-Oldie Chris Andrews ist auch dabei, nicht nur seine Stimme kommt live von der Bühne, auch seine Gitarre beschallt die Fans. Ansonsten ist Halbplayback angesagt. Bei der Fülle an Stars geht’s kaum anders. Warum sollte die Party in Heven anders laufen als der ZDF-Fernsehgarten?

Sicherheitsgebühr von fünf Euro bei Vatertagsparty in Witten

Um 10 Uhr ist Einlass, eine Stunde später startet der Schlager-Marathon auf dem Sportgelände Haldenweg 2. Gastgeber TuS Heven sorgt für die Verpflegung. Neu ist:. „Wir erheben erstmalig eine Sicherheitsgebühr von fünf Euro“, sagt Matthias Lutz. Warum?

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Nach den Anschlägen der jüngeren Vergangenheit im Bundesgebiet ist Sicherheit bei öffentlichen Veranstaltungen Top-Thema. Auch wenn der 1,88-Meter-Mann keine genauen Zahlen nennt: Security kostet – selbst wenn Sponsoren wie die Wohnungsgenossenschaft Witten-Mitte, Ostermann, Meewes, AHAG, Central-Apotheke, DMR, Ardey-Hotel und WS Gastro mitmachen.

Schlager-Sause im XL-Format: Das erwarten Fans der Vatertagsparty von Matthias Lutz (Archivbild ).
Schlager-Sause im XL-Format: Das erwarten Fans der Vatertagsparty von Matthias Lutz (Archivbild ).© FUNKE Foto Services | Jürgen Theobald (theo)

Wie alles mit der Vatertagsparty in Witten anfing

Hinter der Vatertagsparty steht eine kuriose Geschichte. Der „Vater“ derselbigen erzählt sie gern. Er betreibt die Künstleragentur Matthias Lutz Show Service. Sein Büro war vor 14 Jahren am Sonnenschein. In der Genossenschaftssiedlung gingen die Großen der Szene ein und aus – von Jürgen Drews über Roberto Blanco bis Costa Cordalis.

Kenner staunten, und die Nachbarn wunderten sich. „Da habe ich mir gesagt: Um den alten Leuten hier mal ein schönes Fest zu machen und denen zeigen, was es bedeutet, Künstler zu vermitteln, machen wir mal eine schöne Vatertagsparty.“ Gesagt, getan, und die Genossenschaft Witten-Mitte war von Anfang an dabei. Das Konzept: „Ohne Eintritt, alles umsonst. Und die Leute haben Spaß gehabt. Selbst die Alten haben, wie beim Kölner Karneval, vom Fenster aus gewunken.“

Matthias Lutz holte sich die Kosten für Gagen, Anfahrt und Übernachtungen der Künstler durch den Verkauf von Speis‘ und Trank zurück – bis allzu findige Anwohner darauf kamen, aus ihrem Keller eine Kellerbar zu machen.

Top-Acts, Top-Stimmung: Schlagersänger Luca Engels singt bei einer früheren Vatertagsparty in Witten.
Top-Acts, Top-Stimmung: Schlagersänger Luca Engels singt bei einer früheren Vatertagsparty in Witten.© FUNKE Foto Services | Jürgen Theobald (theo)

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So zog Matthias Lutz kurzerhand mit seinem Schlagerspektakel zum Edeka-Parkplatz am Crengeldanz – zumal die Fläche mit lediglich zwei Zugängen gut zu sichern war. Was der Tausendsassa damals nicht wusste: Die Tage des Edeka-Marktes waren gezählt. Inzwischen ist er abgerissen. Doch die Vatertagsparty stand auch aus einem anderen Grund vor dem Aus.

Legendär: Die „Fetenkracher“ mischten schon so manche (Vatertags-) Party auf. 
Legendär: Die „Fetenkracher“ mischten schon so manche (Vatertags-) Party auf. 

Matthias Lutz hatte Herzprobleme. Die letzte Party vor Corona wäre deshalb beinahe abgesagt worden. Lutz ließ sich – trotz ärztlicher Bedenken – überreden, doch zu moderieren, wenn auch gebremst. „Meine Band spielte, ich habe neben der Bühne gesessen und dicke Tränen in den Augen gehabt.“ Und als wäre all dies nicht genug, kam Corona dazu. Ende der Geschichte? Denkste.

Viele riefen bei Matthias Lutz an: Wann ist denn die nächste Party?

„Unheimlich viele Leute haben mich angerufen und gefragt, wann die nächste Party stattfindet.“ Daraufhin beschloss der Wittener, noch ein Event zu veranstalten: das letzte. „Ich habe herumtelefoniert, und alle haben mir gesagt: Kein Problem, wir sind dabei.“ Am Ende hatte Matthias Lutz ein Luxusproblem. Es ging nicht mehr um Zusagen – es ging um Absagen.

Matthias Lutz bereitet sich auf sein großes Finale vor: Bei der Vatertagsparty in Witten am Himmelfahrtstag 29. Mai macht er Schluss als Moderator.
Matthias Lutz bereitet sich auf sein großes Finale vor: Bei der Vatertagsparty in Witten am Himmelfahrtstag 29. Mai macht er Schluss als Moderator.© FUNKE Foto Services | Rainer Raffalski

Und eines lässt sich der Veranstalter nicht nehmen. Beim großen Finale tritt er selbst auf, gemeinsam mit seinen Partycowboys. Er verspricht Hits wie „Yellow Submarine“ im Country-Gewand. Der Westernhut hängt schon im Büro.