Nanu, wo ist denn das kleine Wäldchen Ecke Hellweg/Hevener Mark geblieben? Die Baumstümpfe lassen es erahnen: Dort ist kräftig geholzt worden.
Grünen und SPD ist der Kahlschlag auf der „1000 bis 1500 m²“ großen Fläche schon vor einigen Wochen aufgefallen, als noch gesägt werden durfte. In einer Anfrage an den Bürgermeister wollte Rot-Grün wissen, warum gerodet wurde, ob es Ersatzpflanzungen gibt und wie das Grundstück gegenüber der Maschinenfabrik Gustav Wiegard künftig genutzt werden soll.
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Stadt Witten spricht von Problemen „mit der Verkehrssicherheit“
Nach Angaben der Stadt handelt es sich um privates Gelände. Dort kam es laut Grünflächenabteilung in der Vergangenheit „häufiger zu Problemen mit der Verkehrssicherheit des Baumbestandes“, wie die Verwaltung den beiden Fraktionen antwortete. Deshalb habe der Eigentümer eine Fachfirma beauftragt, um die „Verkehrssicherheit“ herzustellen. Übersetzen könnte man das Verwaltungsdeutsch etwa so: Die Bäume waren nicht mehr sicher, drohten auf Straße oder Gehweg zu kippen und kamen deshalb weg.

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Dazu musste der Eigentümer einen Antrag stellen, denn sonst hätte er gegen die Wittener Baumschutzsatzung verstoßen. Schließlich unterlagen die zehn betroffenen Bäume selbiger. Tatsächlich winkte die Stadt eine Befreiung von der Baumschutzsatzung durch - und gab dem Besitzer somit grünes Licht zum Sägen.
Grundstückseigentümer lässt sich von Baumschutzsatzung befreien
Begründet wurde die Erlaubnis wiederum mit den „erforderlichen Verkehrssicherheitsmaßnahmen auf dem Grundstück“. Im Hinblick auf den Aspekt Sicherheit seien die Bäume nicht zu erhalten gewesen. Satzungsgemäß hat der Eigentümer für Ersatzpflanzungen zu sorgen. „Nach den hier vorliegenden Informationen sollen sie auf der Fläche erfolgen“, heißt es von städtischer Seite. Wie diese weitergenutzt werden soll, wurde im Einzelnen nicht bekannt.
Aktuell von der Redaktion gefragt, ob es sonst noch im Stadtgebiet Kahlschläge gegeben habe, antwortet die Verwaltung: „Die Stadt rodet in aller Regel nichts!“ Außerhalb von Baumaßnahmen wie etwa im Vorfeld der Sanierung der Sprockhöveler Straße fälle man nur Bäume, „wenn sie krank oder abgestorben sind beziehungsweise die Verkehrssicherheit gefährden“. Es könne lediglich sein, dass mal Sträucher entfernt werden, um neu gepflanzten Bäumen entsprechenden Freiraum zu verschaffen. „Das ist derzeit aber auch nicht geplant, zumal wir uns in der Vogelschutzzeit befinden.“




