• Züge fahren wieder von Witten nach Bochum und Essen
  • Am Freitagabend ruckelte es noch ein bisschen
  • Große Erleichterung bei Fahrgästen in Witten

Es ist das richtige Wochenende, sonnig und einfach schön, um dieses nahezu „historische“ Ereignis zu begehen. Nein, wir meinen nicht die Beisetzung des Papstes. Diese Nachricht geht zwar nicht um die Welt, ist für Witten aber von großer Bedeutung: Seit Freitagabend (25.4.) rollen wieder Züge nach Bochum und Essen.

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Die Bahn hat wie angekündigt die gesperrte Strecke wieder freigegeben. Nach fast zwei Monaten rollen erstmals wieder Züge von Witten in die großen Nachbarstädte. Abends hat es noch ein bisschen geruckelt und mit dem Halbstundentakt lief es nicht wirklich rund. Doch seit Samstagmorgen (26.4.) scheint sich alles wieder einzuspielen.

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Die Erleichterung bei den Fahrgästen ist groß. „Gut“, antwortet ein junges Mädchen, das am Samstagmorgen (26.4.) in Witten auf den RE 16 nach Essen wartet, auf die Frage: Wie finden Sie es, dass wieder Züge in diese Richtung fahren? Sie hat die letzten Wochen immer den Umweg über Dortmund genommen.

Rentner aus Witten fahren über Essen an die Nordsee

Manfred Kölsch und Edelgard Volkwein (beide 87) stehen an diesem klarenm aber noch kühlen Vormittag ebenfalls auf Gleis 3, und zwar mit gepackten Koffern. Sie sind auf dem Weg an die Nordsee, nach Büsum. Und froh, nun ohne Probleme nach Essen zu kommen.

Bahn investiert 30 Millionen Euro

Während der fast achtwöchigen Sperrung der Bahnstrecke zwischen Witten, Bochum und Essen wurden unter anderem Gleise und Weichen erneuert. Außerdem fanden erste Arbeiten für den RRX-Ausbau auf Bochumer Gebiet statt. Die Bahn investiert nach eigenen Angaben mehr als 30 Millionen Euro in das „Maßnahmenbündel“.

Am Bochumer Hauptbahnhof wird ein Bahnsteig um 55 Meter über die Wittener Straße hinaus verlängert. Die Arbeiten werden im Herbst fortgesetzt. Dann wird die Zugstrecke erneut gesperrt, vom 5. September bis zum 31. Oktober. Bis dahin fahren wieder alle Züge von Witten und auch von Bochum.

Der RE 16 (9.01 Uhr) fährt superpünktlich ein. Der Zugführer ist gut gelaunt und erklärt die baustellenbedingte Langzeit-Sperrung der Strecke: „Was sein muss, muss sein.“ Besonders betroffen war der Bochumer Hauptbahnhof. Dort ging fast gar nichts mehr.

Während die Wittener Pendler wie die anfangs erwähnte junge Frau in den vergangenen zwei Monaten immerhin noch über das nahe Dortmund oder Hagen ausweichen konnten, ging rund um den Bochumer Hauptbahnhof acht Wochen lang so gut wie gar nichts. Er wird für den Rhein-Ruhr-Express (RRX) ausgebaut. Nur die S 1 hielt dort, am Wochenende allerdings auch nicht mal das.

Ersatzbusse ersetzten Züge ab Witten alle halbe Stunde

Relativ gut funktioniert hat es während dieser langen Sperrung mit den Pendelbussen („Schienenersatzverkehr“), die jede halbe Stunde zwischen Witten und Bochum/Essen unterwegs waren beziehungsweise noch sind. Zwar braucht der Ziehharmonikabus eine gute Stunde und damit doppelt so lang wie RB 40 oder RE 16. Aber er fuhr oder fährt regelmäßig und war oft pünktlich, wenn er nicht in den Berufsverkehr geriet.

Der Schienenersatzverkehr bedient Reisende mit Bussen am Zentralen Omnibusbahnhof in Witten.
Mit dem „Schienenersatzverkehr“ lief es während der fast achtwöchigen Streckensperrung gut. Hier stoppt der Pendelbus gerade am Wittener ZOB. © FUNKE Foto Services | Jürgen Theobald

Trotzdem dürften viele Wittener Pendler jetzt aufatmen. Endlich gibt es in Kürze wieder eine zuverlässige, halbstündige Verbindung nach Bochum und Essen (und umgekehrt), keine Umwege mehr über Gelsenkirchen. Neben den Berufstätigen werden sich auch viele Menschen freuen, die von Witten zum Einkaufen oder fürs Kino oder Theater in die Nachbarstädte fahren.

Strecke von Witten nach Bochum und Essen war seit dem 28. Februar gesperrt

Die Strecke war seit dem 28. Februar gesperrt. Die erste Fahrt ab Witten Hauptbahnhof nach Bochum und Essen kann man an diesem Freitag (25.4.) um 21.31 Uhr mit dem RB 40 antreten. Ab Essen soll der erste Zug um 20.50 Uhr gen Witten rollen (RE 1, RRX). Sicherheitshalber aber lieber noch mal vorher in den „DB-Navigator“ schauen, die App, die viele Bahnfahrer auf dem Handy haben.

Nach der Sperrung ist allerdings vor der Sperrung. Für den 5. September kündigt die Bahn eine weitere „Bauphase“ auf dieser Route an. Dann dürfte bis Ende Oktober wieder Zug-Ebbe herrschen. Aber die Pressestelle der Bahn endet mit einer optimistischen Prognose: „Darüber hinaus sind keine weiteren größeren Sperrungen im Raum Bochum in diesem Jahr geplant.“