„Wir kommen aus Langenberg“, sagen Elisabeth Aulbur und Gabi Stukenkemper. Dann lachen beide. „Langenberg, Kreis Gütersloh.“ Die beiden Frauen gehören zu einer kleinen Gruppe, die sich Samstagmorgen vor der WDR-Anlage auf dem Senderberg gesammelt hat. Die Stimmung ist gut, trotz Nieselregen und Nebel.

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Weit mehr als 200 Menschen aus ganz NRW sind an diesem Samstag nach Velbert-Langenberg gekommen. Sie alle haben eine Gemeinsamkeit – sie gehören einem Bürgerbusverein an. Denn der Dachverband „Pro Bürgerbus NRW“ hat zum Jahrestreffen geladen. Und das steigt in diesem Jahr in Langenberg.

Bürgerbus
Hermann-Josef Schmitz (gelbe Jacke, Bildmitte) und Nils Labude (rechts) führten eine Gruppe zu Sender, Kletterpark und Bismarckturm.© Sascha Döring | Sascha Döring

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Dachverband trifft sich jedes Jahr an einem anderen Ort

„Wir treffen uns jedes Jahr an einem anderen Ort“, erläutert der stellvertretende Vorsitzende des Dachverbands, Karl-Heinz Lochen. „Dieses Jahr sind wir in Langenberg, auch weil der Verein hier sein 30-jähriges Bestehen feiert.“ Während der Verbands-Vize schon im Bürgerhaus sitzt und seine Unterlagen sortiert, sind Elisabeth Aulbur und Gabi Stukenkemper mit ihrer Gruppe noch unterwegs.

Vom Sender aus geht es für die Gruppe durch den Wald zum Kletterpark und zum Bismarckturm. Unterwegs gibt es ein paar Infos von Hermann-Josef Schmitz (Vorsitzender VVV Langenberg) und Nils Labude (Marketingleiter Kletterpark) – und im Bistro Baumhaus einen heißen Tee oder Kaffee. Ist doch usselig draußen.

Bürgerbus
Im Bistro Baumhaus wärmte sich die Gruppe auf. Dazu gab es ein paar Leckereien zum Mitnehmen.© Sascha Döring | Sascha Döring

„Wir waren noch nicht in diesem Langenberg“, erzählen die beiden Frauen ihrem Heiligenhauser Kollegen Heinz Keller, der mit am Tisch sitzt. „Aber es ist sehr schön, der Kletterpark ist gigantisch. Es lohnt sich, vielleicht mal mit den Enkeln privat wiederzukommen.“

Verein will „Stadt bekannter machen“

Solche Sätze hört auch José Almansa gerne. Er ist Vorsitzender des Langenberger Bürgerbusvereins, der Gastgeber also. „Das ist ja der Zweck unseres Programms“, sagt er. „Wir wollen unsere Stadt bekannter machen.“ Insgesamt zehn verschiedene Ausflüge hat der Verein dazu auf die Beine gestellt. Und im Bürgerhaus gibt es Verpflegung: Frühstück, Mittagessen, Kaffee und Kuchen.

Sonntag und Montag räumen wir auf, dann kann ich endlich entspannen.

Jahreshauptversammlung des Dachverbands Pro Bürgerbus
José Almansa, Vorsitzender Bürgerbusverein Velbert-Langenberg

„Das ist schon eine Mammutaufgabe“, sagt José Almansa. Aber er ist zufrieden. Der Tag verläuft – „bis auf ein paar Kleinigkeiten“ – nach Plan. 51 Helferinnen und Helfer sind im Einsatz: als Stadtführer, beim Catering – oder als Parkanweiser.

Bürgerbus
Bürgerbus an Bürgerbus: Manch Langenbergerin und manch Langenberger wunderten sich über die vielen fremden Fahrzeuge.© Sascha Döring | Sascha Döring

„Uns gehört heute Langenberg“, scherzt Fahrdienstleiter Jochen Neef. „Der Seidenweberplatz steht voll mit Bürgerbussen und hier“, er zeigt die Hauptstraße hinauf, „stehen die Aussteller. Das ist schon was Besonderes.“

Großes Lob für das Engagement der Gastgeber

Und das Engagement der Gastgeber kommt an. Nicht nur die beiden Frauen aus dem anderen Langenberg sind begeistert von der Organisation. Gerhard Storck ist zweiter Vorsitzender des Bürgerbusvereins Hille (bei Minden). „Die haben sich hier richtig viel Mühe gegeben“, lobt er. „Auch die Lokalität ist fantastisch, das hat was“, sagt er über das Bürgerhaus.

Dort, im großen Saal, wird inzwischen der Mittagssnack serviert. Viele Tische sind besetzt, es gibt Gespräche, Bekannte begrüßen sich. „Ich hätte hier gar nicht so viel Historie erwartet“, sagt Werner Rehms, stellvertretender Vorsitzender des Vereins aus Region Baumberg im Münsterland. Er hat seine Frau mitgebracht – und beide wollen Langenberg demnächst auch noch einmal privat einen Besuch abstatten.

Bürgerbus
Pause muss sein: Mehr als 50 Helferinnen und Helfer stemmten das umfangreiche Programm an diesem Samstag.© Sascha Döring | Sascha Döring

Aussteller fachsimpeln mit Fahrerinnen und Fahrern

Der Bürgerbusverein Langenberg ist ein toller Verein: Das muss man erst mal schaffen, über so lange Zeit so zuverlässig zu fahren.

 Sabine Schnake, Geschäftsführerin WSW mobil

So langsam trudeln nicht nur die Gruppen von ihren Ausflügen im Bürgerhaus ein, auch vor dem Veranstaltungshaus leert sich die Straße nach und nach. Nur noch einzelne Fahrerinnen und Fahrer stehen unterhalb des Nathan-Platzes bei den drei Ausstellern, die die Bürgerbusvereine bei Umbauten an ihren Fahrzeugen unterstützen.

„Wir sind jedes Jahr bei diesen Treffen dabei“, sagt Ronny Schallies, zuständig für Einkauf und Verkauf beim einzigen Hersteller, der noch in Deutschland produziert. Der Familienbetrieb TS Fahrzeugtechnik sitzt im thüringischen Weida, in der Nähe von Gera, „aber wir kommen ganz schön rum“, erzählt er. Dann widmet er sich wieder einem der Fahrer – die beiden beschäftigen sich intensiv mit den Herausforderungen, die die Umstellung auf elektrische Fahrzeuge so mit sich bringen.

Bürgerbus
Zehn Touren durch Langenberg und in die Umgebung hatte der Bürgerbusverein Langenberg vorbereitet. Dafür gab es viel Lob von allen Seiten.© Sascha Döring | Sascha Döring

Die Prominenz trifft ein – der offizielle Teil beginnt

Doch schließlich steht auch er nur noch mit seinem Kollegen allein am Musterfahrzeug – denn im Bürgerhaus beginnt nun der offizielle Teil des Jahrestreffens: die Mitgliederversammlung. Dazu sind zahlreiche „Promis“ aus der Politik angereist, unter anderem NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer (Die Grünen), die Bundestagsabgeordnete aus dem Kreis Mettmann, Kerstin Griese (SPD), der Landtagsabgeordnete Martin Sträßer (CDU) und Bürgermeister Dirk Lukrafka (CDU).

José Almansa steht am Rand der Bühne, hat alles im Blick. Ja, die Veranstaltung läuft. Aber durchschnaufen kann er noch nicht. „Heute Abend feiern wir noch ein wenig intern“, hat er kurz zuvor gesagt. „Sonntag und Montag räumen wir auf.“ Und dann, am Montagabend: „Dann kann ich endlich entspannen.“