Wenn Motoren röhren, Chrom in der Sonne glitzert und ein Hauch von Nostalgie durch das Niederbergische Land zieht, geht es für Fred Raaf um mehr als nur Autos. Oldtimer sind für ihn Leidenschaft und Freiheit – und inzwischen auch ein Weg, anderen zu helfen. Mit seiner Oldtimer-Spendenfahrt macht er aus der Liebe zu klassischen Fahrzeugen eine Aktion für den guten Zweck.
Oldtimer-Spendenfahrt: Mitfahren, spenden, helfen in Velbert
Das Prinzip ist bewusst einfach: Besucher können gegen eine freiwillige Spende in einem Oldtimer mitfahren. Die Tour führt durch das Wodantal, überwiegend über Landstraßen. „Oldtimer fahren lieber Landstraße als Autobahn“, sagt Raaf und lacht. Wie viele Fahrzeuge teilnehmen, steht vorher nicht fest – vieles ergibt sich spontan. Am Ende des Tages kommen alle Beteiligten zusammen, grillen und trinken ein Bier. Vorgaben zur Höhe der Spende gibt es nicht. „Ob ein Euro oder 100 Euro – der Gedanke zählt“, betont Raaf.
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Vom Stammtisch zur Spendenfahrt in Velbert
Entstanden ist die Idee eher nebenbei. „Das war so ein klassisches Stammtischgespräch“, erinnert sich Raaf. Er gehört zur Schraubergemeinschaft „Freds Old Banger Garage“, in der sich mehrere Oldtimer-Fans zusammengeschlossen haben. Seit rund zehn Jahren besitzt Raaf selbst ein amerikanisches Fahrzeug. Irgendwann stellte er sich die Frage, ob sich sein teures und zeitaufwendiges Hobby nicht mit einem sozialen Zweck verbinden lässt. „Da kann man auch ein Stück mit anderen teilen“, findet er. Aus der Idee wurde eine regelmäßige Spendenfahrt.

Spenden für die Tafel Niederberg
Das Geld, das bei den Fahrten zusammenkommt, geht an die Tafel Niederberg. Der Kontakt entstand über frühere Hilfsaktionen, bei denen Raaf unter anderem rund um St. Martin Kleidung an Bedürftige verteilt hat. „Mir war wichtig, dass es direkt bei den Menschen ankommt“, sagt er. Wie hoch die Summe am Ende ausfällt, hängt stark vom Wetter ab. Bei Sonnenschein kommen nach seinen Angaben mehrere hundert Euro zusammen, bei Regen deutlich weniger. Seit rund 15 Jahren lebt Raaf in Velbert. Der lokale Bezug ist ihm besonders wichtig: „Ich wollte auch etwas für die Region machen.“ Die Route führt deshalb bewusst durch das Niederbergische Land.
Ein Kindheitstraum auf vier Rädern
Die Leidenschaft für Autos begleitet Raaf seit seiner Kindheit. „Ich hatte früher die größte Matchbox-Sammlung in der Nachbarschaft“, erzählt er stolz. Heute schlägt sein Herz vor allem für amerikanische Klassiker – nicht zufällig. Raaf ist Jahrgang 1967, genau wie sein Ford Mustang. Er mag Western, das weite Land, das Freiheitsgefühl – all das verbindet er mit den USA. Viele Arbeiten an seinem Mustang erledigt er selbst. „Ich habe immer alles selbst repariert“, sagt er – und verbringt bis heute viele Stunden in der Garage.

Kritik an Sprit und Umwelt – und eine klare Haltung
Nicht alle reagieren nur begeistert auf die Spendenfahrten. Immer wieder kommen Fragen zu Kraftstoffverbrauch und Umweltbelastung auf. Raaf nimmt diese Einwände wahr, ordnet sie aber für seine kleine, private Aktion ein.
„Wir machen das seit drei, vier Jahren – einfach, um anderen eine Freude zu machen“, sagt er. Die Veranstaltung bleibt bewusst überschaubar, findet im engen Rahmen statt und soll vor allem eines: Menschen zusammenbringen und Spenden sammeln.
Warum sich ein Besuch lohnt
Die Spendenfahrt richtet sich ausdrücklich nicht nur an eingefleischte Oldtimer-Fans. „Viele haben sonst keinen Zugang zu solchen Autos“, sagt Raaf. Für manche sei es ein Kindheitstraum, einmal in einem klassischen Mustang oder einem anderen Oldtimer mitzufahren. Die nächste Fahrt findet am Samstag, 18. April, ab 12 Uhr an der Vosskuhlstraße 40c statt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Wer vorbeikommt, kann spenden – und mit ein wenig Glück direkt in einem der Oldtimer Platz nehmen.
Autos sind heute oft verpönt. Aber am Ende geben sie dir die größte Freiheit.
Fred Raaf, Oldtimer-Liebhaber
Gemeinschaft erleben – und direkt in Velbert helfen
Zwischen Landstraßen, Motorengeräuschen und Grillduft entsteht bei der Spendenfahrt etwas, das über das Fahren hinausgeht. Menschen kommen ins Gespräch, teilen besondere Momente und unterstützen ganz nebenbei einen guten Zweck. Vieles daran ist spontan, manches hängt vom Wetter ab – doch die Idee dahinter bleibt: Gemeinsam auf vier Rädern etwas für andere bewegen.


