Es ist eine aufregende Reise für den fünfjährigen Jason, der mit seinem Papa und seiner Mama nach Thailand fliegt. Dass hier einer der schönsten Tage auf den Beginn einer schrecklichen Zeit trifft, ahnt zu diesem Zeitpunkt im Dezember noch niemand.

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Der Velberter Janosch Fuechsel hat seine Frau, die thailändische Wurzeln hat, schon 2018 in Deutschland geheiratet. In Thailand wollen sie nun ihre Ehe noch einmal landestypisch und traditionell feiern. Dass ihr Sohn immer wieder über Kopfschmerzen klagt, ihm manchmal übel ist, macht der Familie zu diesem Zeitpunkt noch keine Sorgen.

Auf einmal klagt der fünfjährige Velberter Jason über Kopfschmerzen und Übelkeit

Sarah Federico, die Cousine des Familienvaters berichtet: „Gerade mittags, wenn es heiß war, hatte Jason besonders häufig Beschwerden. Die Familie dachte an einen Infekt oder aber einen Sonnenstich.“ Doch die Kopfschmerzen und die Übelkeit häufen sich. Bei einem Besuch im örtlichen Krankenhaus kann aber auch niemand etwas feststellen. Und so feiert die Familie die zweite Hochzeit und reist wieder nach Velbert zurück.

Jason Velbert Tumor
Jason vor der Operation. Der kleine Junge zeigt sich vor dem siebenstündigen Eingriff tapfer.© Familie Fuechsel | Familie Fuechsel

Doch auch hier klagt Jason immer weiter über die Beschwerden. Die Eltern gehen zum Kinderarzt, suchen auch einen Augenarzt auf. Niemand findet etwas Ungewöhnliches. Auch bei einer Blutabnahme können keine Auffälligkeiten festgestellt werden. Doch weil sich Jasons Zustand nicht bessert, fordert Papa Janosch, dass ein MRT gemacht werden soll. Doch bevor er den Termin überhaupt wahrnehmen kann, fährt die Familie, als Jason über nahezu unerträgliche Schmerzen klagt, ins Krankenhaus.

Hier wird ein EEG gemacht, „und da haben sie Auffälligkeiten festgestellt“, das MRT folgt und bringt Gewissheit. Die Diagnose lässt Jasons Mama fast zusammenbrechen. „Er hat einen apfelgroßen Tumor im Kopf“, berichtet Cousine Sarah. Die Ärzte rufen Janosch an, der zum Krankenhaus eilt. Doch hier in Velbert gibt es keine Spezialisten und so werden sie ans Uniklinikum nach Essen überwiesen. „Wir waren alle völlig fassungslos. Mit so einer Diagnose rechnet ja einfach niemand.“ Plötzlich „steht Jasons Welt – und die seiner Familie – still. Krankenhausaufenthalte statt Kindergarten“, fasst Sarah zusammen.

Ärzte operieren Jason sieben Stunden lang und entfernen den aggressiven Tumor

In der Uniklinik teilen die Ärzte der Familie mit, dass sie schnell operieren müssen, „der Tumor musste schnellstmöglich raus“, fasst Sarah zusammen. Der kleine Jason, der sonst vor Energie und Freude strotzt, muss eine siebenstündige Operation über sich ergehen lassen. „Währenddessen haben seine Mama und sein Papa die ganze Zeit gebangt. Denn von den Ärzten haben sie fast nur gehört, wie viel schief gehen kann“, erinnert sich die Cousine. Doch nach quälenden Stunden des Wartens dann die Erleichterung: „Die Operation ist gut verlaufen“, zwar kann niemand sagen, ob wirklich alles vom Tumor bei dem Eingriff entfernt werden konnte, aber erst einmal hat Jason den Eingriff überstanden.

Fest steht aber, dass es sich um einen bösartig-aggressiven Tumor der Kategorie 4 handelt. Also muss Jason sich bald schon einer Chemotherapie unterziehen.

Jason Velbert Tumor
Eine riesige Narbe am Kopf wird Jason immer an den Eingriff erinnern.© Familie Fuechsel | Familie Fuechsel

Die Eltern sind tapfer, begleiten ihren Sohn zu jedem Arzttermin, kümmern sich um ihn. Sie wollen ihm ein wenig Ablenkung in dem jungen Leben verschaffen, das urplötzlich auf einmal so trist geworden ist. Denn der Fünfjährige darf nicht mehr in den Kindergarten, nicht mehr mit anderen Kindern spielen. Seine Zeit muss er fortan, wenn er nicht im Krankenhaus ist, zuhause verbringen. Die Eltern geben sich gegenseitig Halt, „aber natürlich quält sie die Frage, wie es mit Jason weitergeht, ob er wieder völlig gesund wird.“ Denn welche Folgen die Chemotherapie auf den kleinen Körper des Jungen haben wird, kann noch niemand sagen, auch die Langzeitschäden kann noch keiner absehen. Auch ob sie überhaupt anschlägt, ist noch ungewiss. Und dann ist natürlich noch die ständige Angst, dass der Krebs wieder zurückkehrt.

Plötzlich steht Jasons Welt – und die seiner Familie – still. Krankenhausaufenthalte statt Kindergarten

Sarah Federico, Cousine vom Papa des erkrankten Jason

Jetzt steht die Chemotherapie an

Wie lange sich der kleine Velberter Junge der Chemotherapie unterziehen muss, bleibt abzuwarten. Von wenigen Monaten bis zu zwei Jahren ist denkbar. Und solange er die Therapie macht, muss er isoliert zu Hause bleiben. Jeder Infekt, den er sich zuziehen würde, stellt ein großes Risiko dar.

Jason Velbert Tumor
Jason zeigt sich fröhlich. Seine Familie hofft, dass ihr Junge den Kampf gegen den Krebs gewinnt und wieder eine unbeschwerte Kindheit leben kann.© Familie Fuechsel | Familie Fuechsel

Sarah ist selbst Mama, sie versteht die Angst der Familie, sie kann das Leid und die Sorgen, die die Eltern haben, nur schwer ertragen. Und dann kommt noch die finanzielle Belastung dazu. Denn Jasons Mama hat ihren Job gekündigt, um für ihren Jungen uneingeschränkt da sein zu können und auch Jasons Papa versucht, so gut es geht für seinen Kleinen da zu sein. „Ich habe daher eine Spendenaktion ins Leben gerufen, damit sie wenigstens keine finanziellen Sorgen haben.“ Die vielen Fahrten, der weggefallene Job, etwaige Eigenleistungen, es kommt schnell eine Menge zusammen. „Und Janosch möchte für Jason ein Zimmer neu streichen. Er liebt Eisenbahnen und so soll er zumindest in einem schönen Kinderzimmer seine Zeit ohne Freunde verbringen und sich zu seinem Geburtstag im März ein wenig an dem Anblick erfreuen können.

Eine Herzensangelegenheit

Für die Familie da zu sein, das ist Sarah eine Herzensangelegenheit. Mit der Gofundme-Aktion unter dem Link gofund.me/294b029b5 kann sie zumindest etwas für sie tun. „Die Spenden helfen uns dabei, Jason während der Chemotherapie und eventuell weiteren Operationen so viel Normalität wie möglich zu ermöglichen, kleine Lichtblicke im Alltag zu schaffen und ihm trotz dieser schweren Zeit Momente der Unbeschwertheit zu schenken. Gleichzeitig nehmen sie uns als Eltern ein großes Stück Sorge und Angst. Durch die Erkrankung sind auch finanzielle Unsicherheiten entstanden, und zu wissen, dass wir hier Unterstützung haben, ist eine enorme Erleichterung für uns“, zeigt sich Papa Janosch dankbar.

Jetzt hoffen alle, dass sie bald wieder lachen können, wenn Jason in seiner unbeschwerten und fröhlichen Art alle mit sich reißt. Schon jetzt bedanken sich Sarah und Janosch für die Unterstützung und für die Anteilnahme, viele mitfühlende Worte haben die Familie erreicht. „Es ist einfach toll, dass so viele für uns da sind.“ Auch das gibt Kraft und Halt in dieser schweren Zeit.

Jason Velbert Tumor
Jason im Kindergarten. Auf die Besuche muss er derzeit verzichten. Mit anderen Kindern zu spielen, wäre viel zu riskant.© Familie Fuechsel | Familie Fuechsel