Draußen, direkt vor Tür, da lärmt die Kirmes, doch sobald man das Innere der Alten Kirche am Offersplatz betritt, ist von der Musik der Karussells nichts mehr zu hören. Denn Kantor Frank Schreiber sitzt an der Orgel, spielt und erfüllt den Kirchenraum völlig mit den Klängen des alten Instrumentes.

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Nach mehr als fünf Jahren Sanierung kann die Orgel jetzt wieder erklingen und auch die Alte Kirche wird nach gründlicher Renovierung wieder eröffnet werden. Von Juni bis Mitte Juli wird das mit vielen Veranstaltungen gefeiert.
Die Velberter Orgel sollte eigentlich nur gereinigt werden
Eigentlich sollte die Ibach-Orgel aus dem Jahr 1869 nur gereinigt werden. „Das ist bei Orgeln so alle 20 Jahre nötig“ erklärt Kantor Frank Schreiber. Doch dann meldete sich auch der Denkmalschutz und die alte Orgel sollte in ihren Originalzustand zurückversetzt werden. Schreiber: „Die Orgel ist 1939 und 1962 umgebaut worden, nach dem Geschmack der damaligen Zeit und hatte damit einen ganz anderen Klang als ursprünglich bekommen.“
Es waren Orgelpfeifen ausgetauscht, aber auch beispielsweise die schönen Porzellanköpfe am Manual durch Plastik ersetzt worden. Das alles sollte nun wieder in den Originalzustand versetzt werden. „Die Restaurateure der Firma Kleist sagten mir beim Abbau, ich solle mich von der Orgel verabschieden, denn es werde am Ende ein anderes Instrument sein“, erinnert sich der Kantor, der sich nach eigenen Worten an das neue alte Instrument gewöhnen musste.

Teure Überraschungen
Wie das bei alten Gebäuden ist, gab es bei der Sanierung so einige teure Überraschungen. So wurde an der Wand hinter der Orgel Schwamm entdeckt, der entfernt werden musste. Auch morsche Balken mussten ausgetauscht werden. Bei weiteren Arbeiten wurde gesehen, dass irgendwann der Blitz auf dem Dach eingeschlagen war und Holzbalken beschädigt hatte, auch die mussten ausgetauscht werden.
Neben diesen ungeplanten Arbeiten gab es auch einige bereits geplante. So wurden kaputte Kirchenfenster ausgetauscht. Obwohl das Glas unspektakulär aussieht, ist es besonders. Denn es ist, wie die alten Fenstergläser, mundgeblasen. Die Fenster wurden zudem abgedichtet und auch am Eingang der Kirche wurde einiges erneuert. Das alles unter den wachen Augen des Denkmalschutzes. Die Arbeiten an den Fenstern waren aber auch nötig, um in der Kirche ein Raumklima zu erzeugen, das der alten Orgel zuträglich ist.
Originelle Ideen, um an Geld zu kommen
Waren zunächst 500.000 Euro Gesamtkosten veranschlagt, wurde es am Ende noch einmal deutlich teurer. Einen Teil davon zahlt der Bund, das Gros musste allerdings die Gemeinde aufbringen. Die hatte zum Teil originelle Ideen, um an Geld zu kommen. So wurden beispielsweise Patenschaften für Orgelpfeifen verkauft.

Ort kultureller Begegnungen
Pfarrer Martin Schmerkotte dankte auch Velberter Politikern, die sich sehr für die Alte Kirche eingesetzt hätten. Nach fünf Jahren kann jetzt die Gemeinde wieder zurück in ihre Kirche. Die soll nach seiner Vorstellung über Gottesdienste hinaus auch Ort für kulturelle Begegnungen werden. Los geht es damit bereits am Pfingstwochenende.
Großer Einweihungsgottesdienst
Mit einem großen Eröffnungsgottesdienst wird am Sonntag, 8. Juni, 11 Uhr, die Eröffnung gefeiert, anschließend gibt es ein Fest rund um die Kirche. An Pfingstmontag, 9. Juni, 18 Uhr, gibt Kantor Frank Schreiber ein erstes Orgelkonzert auf dem neuen alten Instrument. Am Mittwoch, 11. Juni, 19 Uhr, singt der Chor „Chorisma“ sein Programm „Meine Seele ist stille in dir“. Weiter geht es bereits am Donnerstag, 12. Juni, 19 Uhr, mit Songs und Poetry. Weitere Highlights: Es gibt einen Abend mit Liedern zum Mitsingen, einen weiteren mit Hits von Elton John und Billy Joel, ein Kindermusical oder einen Hanns-Dieter-Hüsch-Abend. Insgesamt 22 Veranstaltungen sind geplant. Das Programm liegt in den Kirchen und Gemeindehäusern aus.




