Aufatmen für Selina und Jonny. Nur 24 Stunden, nachdem diese Zeitung über Jonnys Schicksal berichtet hatte, kam bei Gofund-Me die notwendige Spendensummer zusammen. Da die Besitzerin die Hälfte der Operationskosten durch Erspartes oder durch Hilfe von Freunden und Bekannten zusammen bekommen hätte, setzte sie das Spendenziel auf 6000 Euro. Doch innerhalb eines Tages kam die komplette Summe zusammen. Von kleinen Spenden bis zu mehreren hundert Euro teilten sich die Beträge auf, 353 Personen spendeten für den Rottweiler. Und so steht fest: Jonny bekommt seine Operation. Sobald das überstanden ist, informiert Selina, wie es ihrem Liebling geht.

Das ist die Geschichte von Jonny aus dem Velberter Tierheim

Ein Rottweiler, das ist Selinas Traumhunderasse. „Das sind charakterlich einfach ganz, ganz tolle und vor allem zuverlässige Hunde“, schwärmt sie. „Sie sind ihrer Familie immer treu, sind gehorsam und passen gut auf. Ein Rottweiler würde für seinen Menschen alles tun.“

Also begab sich 28-jährige Dortmunderin auf die Suche. Denn nicht nur die Rasse ihres Traumhundes stand für sie fest. Sie wollte auch unbedingt einem Hund aus dem Tierheim eine Chance auf ein neues, liebevolles Zuhause geben. Die Suche führte Selina, die bereits Hundeerfahrung mit einem Schäferhund und einem Mops sammeln konnte, nach Velbert.

Rottweiler Jonny benötigt dringend eine Operation

Die Anzeige von Jonny entdeckte sie im Internet. Doch bei der Kontaktaufnahme mit dem Team des Velberter Tierheims musste sie erfahren: „Es gab schon Interessenten für ihn und man bot uns an, uns auf die Warteliste zu setzen.“

Jonny kam aus einem Berliner Tierheim nach Velbert. Dort verliebte sich Selina in den Rüden.
Für Selina ist Jonny ihr Herzenshund. Sie möchte dem Rüden aus dem Velberter Tierheim noch ein paar schöne Jahre ermöglichen.© Selina | Selina

Selina war bereits unterwegs nach Köln. Denn auch hier suchte ein Rottweiler nach einem neuen Zuhause, da klingelte ihr Telefon. „Jonnys Interessenten hatten abgesagt“, erinnert sie sich. Sofort fuhr Selina zum Velberter Tierheim, lernte den Rottweiler-Rüden bei einem ersten Gassigang kennen. „Es war Liebe auf den ersten Blick“, erinnert sie sich an die erste Begegnung im März 2024.

Jonny kam mit zehn Monaten ins Tierheim

Für den Rottweiler-Rüden ein echter Jackpot. „Mit zehn Monaten kam er in ein Berliner Tierheim“, berichtet Selina von dem, was sie über die Vergangenheit ihres Lieblings weiß. „Dort verbrachte er drei Jahre“. Zwei Monate, bevor die beiden sich begegneten, zog Jonny dann ins Velberter Tierheim um.

Jonny kam aus einem Berliner Tierheim nach Velbert. Dort verliebte sich Selina in den Rüden.
Dass Jonny krank ist, wusste Selina. Doch sie hoffte, dass er mit Schmerzmitteln noch einige Zeit gut leben kann.© Selina | Selina

Dass der vier Jahre alte Rüde nicht nur charakterlich eine Herausforderung für sie werden wurde, war ihr von vorneherein klar. „Ich wusste, dass er krank ist“, erklärt sie und streichelt Jonny zärtlich über seinen Kopf. „Er hat Probleme mit den Ellenbogen, der Hüfte (Dysplasie) und Arthrose“. Doch für sie steht fest: „Er hat ein schönes Zuhause verdient“. Mit Schmerzmitteln kommt Jonny zunächst gut zurecht. Und auch Selinas Tierarzt versichert, dass er so bestimmt noch einige Jahre gut auskommen werde. Zweimal im Monat geht der Rüde zudem zur Physiotherapeutin.

Jonny kam aus einem Berliner Tierheim nach Velbert. Dort verliebte sich Selina in den Rüden.
Jonny kam mit zehn Monaten in ein Berliner Tierheim. Nach drei Jahren wechselte er ins Tierheim Velbert. Dort verliebte sich Selina in den Rüden.© Selina | Selina

Die Schmerzen des Rottweilers werden immer schlimmer

Doch Jonny baut schnell ab. Seine Schmerzen werden schlimmer und Tag für Tag muss Selina mit ansehen, wie ihr Hund leidet. Dass es so schnell mit ihm bergab geht, war ihr nicht klar. „Eigentlich ist er ein sehr bewegungsfreudiger Hund“, erklärt sie bedrückt. „Doch jetzt will er nicht mehr spazieren gehen, bleibt mitten auf dem Weg einfach stehen und setzt sich hin“. Etwas, das sie von ihrem Jonny nicht kennt.

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„Er ist fit im Kopf und er will so gerne, aber er kann einfach nicht mehr.“ Gehen lassen will Selina ihren Jonny nicht. „Er ist ein Riesenbaby, mein Schmusebär. Er liebt es, zu kuscheln und ist angenehm verschmust“. Selina schweigt kurz. „Er ist neugierig, verspielt – einfach eine treue Seele“, schwärmt die Hundebesitzerin weiter. „Klar, er ist nicht ohne, was andere Hunde angeht, ist mit Maulkorb draußen“, auch die erste Zeit hat sie sehr dafür gekämpft, dass die Beiden zueinander finden. Umso mehr liegt ihr Jonny nun am Herzen.

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Seine Situation schmerzt sie. „Er ist ja noch kein alter Hund – und auch wenn ihm sein Körper weh tut, im Kopf ist er hellwach.“ Doch nur eine Operation der Hüftgelenke könnte ihm bei seinen Schmerzen helfen. Für beide Gelenke kalkuliert ihr Tierarzt etwa 12.000 Euro. Eine Summe, die die junge Frau nicht alleine stemmen kann. „Als ich Jonny übernahm, habe ich bei jeder Tierversicherung angefragt, aber niemand wollte uns mit der Diagnose versichern“, erklärt sie, weshalb sie die Operationskosten selbst zahlen muss.

„Er hat einfach noch eine schöne Zeit verdient. Er ist jung und er will leben“, fasst Selina zusammen und hofft, dass sie für Jonny bei Gofundme ausreichend Spenden für die nötige Operation sammeln kann. Wenn nicht, dann müssen die beiden den wohl schwersten Weg gemeinsam gehen. „Wenn wir ihn nicht in absehbarer Zeit operieren können, müssen wir ihn einschläfern“, sagt Selina tapfer und schluckt. Für sie aber steht fest: Auch wenn Jonny es nicht schaffen sollte: Sie würde jederzeit wieder einen Hund aus dem Tierheim oder Tierschutz adoptieren.

Wer Selina und Jonny helfen möchte, findet den Spendenlink hier: https://gofund.me/e383b62c

Jonny kam aus einem Berliner Tierheim nach Velbert. Dort verliebte sich Selina in den Rüden.
Eigentlich liebt Jonny ausgedehnte Spaziergänge. Seit die Schmerzen stärker werden, möchte er am liebsten nicht mehr raus.© Selina | Selina