Das Akkordeon-Orchester 1980 Dinslaken/Oberhausen trauert um seinen Dirigenten Johannes Burgard. Er starb nach kurzer, schwerer Krankheit im Alter von 66 Jahren. Mit ihm verliert die Region eine prägende musikalische Persönlichkeit.

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Burgard leitete das Orchester mehr als 25 Jahre und formte es zu einem eigenständigen Klangkörper. Seine Programme überzeugten nach Angaben von Kennern durch klare Handschrift und künstlerische Qualität. Noch im November des vergangenen Jahres stand er auf der Bühne: Mit seiner Bearbeitung des Requiems von Maurice Duruflé gestaltete er zwei Konzerte mit dem Niederrheinischen Kammerchor und setzte ein starkes musikalisches Zeichen.

Burgard bildete über Jahrzehnte junge Musiker aus

Neben seiner Arbeit als Dirigent wirkte Burgard als Pädagoge. An der Musikschule Mülheim und an der Folkwang-Hochschule in Essen (heute Folkwang Universität der Künste) bildete er über Jahrzehnte junge Musiker aus. Viele seiner Schüler erreichten Spitzenplätze bei „Jugend musiziert“ oder schlugen selbst eine musikalische Laufbahn ein.

Auch als Solist trat er regelmäßig auf, unter anderem in Bonn, Essen und Duisburg. Sein Ziel blieb klar: das Akkordeon in der klassischen Musik etablieren. Dafür arrangierte er Werke von Grieg, Bach und Reger für Akkordeon-Orchester. Zugleich widmete er sich moderner Musik, etwa den Kompositionen Astor Piazzollas.

Liturgische Chormusik in den Fokus gerückt

Internationale Projekte lagen ihm am Herzen. Kooperationen mit niederländischen Ensembles und ein Norwegen-Projekt mit seinen Schülern prägten seine Arbeit. In den letzten Jahren rückte liturgische Chormusik in den Fokus, darunter Werke von Mendelssohn und Vasks.

Mit dem Duruflé-Requiem erreichte er einen Höhepunkt seines Schaffens. Kurz darauf wurde er aus dem Leben gerissen.

Das Orchester zeigt sich dankbar für die gemeinsame Zeit und beabsichtigt, Burgards Arbeit fortzuführen. Sein künstlerisches Ziel bleibt bestehen: das Akkordeon-Orchester dauerhaft in der klassischen Musik zu verankern.