Zusammenfassung

  • Forschende aus Oberhausen haben mit dem „Vertical Water Sponge“ ein neues System entwickelt, das Städte vor Überflutungen durch Regen schützen soll.
  • Das System wird platzsparend an Hausfassaden angebracht, speichert Regenwasser in mineralischen Modulen und kühlt beim Verdunsten die Umgebung.
  • Interessierte können am 9. Juni 2026 mehr über das Projekt in einem digitalen Livestream des Fraunhofer-Instituts Umsicht erfahren.

Deutsche Städte haben ein Problem: Straßen, Keller und Kanäle überfluten, wenn zu viel Regen innerhalb kurzer Zeit fällt. Vielerorts sind die Flächen zu stark versiegelt. Bei Starkregen hat das Wasser daher keine Chance, schnell genug abzufließen. Forscher des Fraunhofer-Instituts für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik (Umsicht) in Oberhausen haben deswegen ein neuartiges System entwickelt, das in Zukunft Städte vor Überflutungen schützen könnte.

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„Vertical Water Sponge“, also vertikaler Wasserschwamm, heißt das neue System des Forscherteams um Holger Wack. Speicher an den Häuserfassaden sollen das Regenwasser auffangen. Das könnte etwa die Kanalisation bei Starkregen entlasten. Denn Fassaden gibt es in Städten mehr als genug, die meisten sind außerdem noch ungenutzt. Zudem spart die Technik Platz, funktioniert stromlos und ist günstiger als umfangreiche Bauarbeiten, etwa für ein neues Rückhaltebecken.

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Mineralien speichern Wasser und kühlen später die Umgebung ab

Das Speichersystem funktioniert dank einer mineralischen Füllung. Die Mineralien Perlit und Vermiculit saugen sich wie ein Schwamm mit Wasser voll, das von den Dächern in die senkrechten Module geleitet wird. Das Wasser verdunstet später wieder. Deswegen ist die Aluminiumhülle, die ein Modul umschließt, durchlöchert.

Fraunhofer Institut UMSICHT entwickelt neues System, dass Wasser speichert und bei Starkregen vor Überflutung schützt.
Das Vertical Sponge System speichert Wasser und schützt so bei Starkregen vor einer Überflutung. Obendrein kühlt es die Umgebung ab, indem das Wasser verdunstet.© Fraunhofer UMSICHT | Fraunhofer UMSICHT

Das hat einen weiteren Vorteil: Indem Wasser verdunstet, kühlt es die Umgebung ab. Die Forschenden hoffen daher, dass das System später das Klima in den Städten verbessern kann. Auch könnte es die Gebäude selbst klimatisieren. Die Module ließen sich nach Darstellung der Forscherinnen und Forscher auch mit Moosen begrünen oder mit Photovoltaik-Platten bestücken. Letztere könnten dank der Verdunstungskälte im Sommer noch mehr leisten.

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Schwamm-Technik soll Städte besser vor Starkregen schützen

Die Schwamm-Technik soll später sowohl in Wohn- als auch in Industriegebieten genutzt werden. Sie könnte die Städte in Zukunft vor Starkregen schützen, gemeinsam mit weiteren Vorkehrungen wie Deichen oder entsiegelten Flächen. Denn Extremwetter tritt aufgrund des menschengemachten Klimawandels häufiger auf als im vergangenen Jahrhundert. Warme Luft kann mehr Feuchtigkeit speichern. Regen- und Gewitterwolken tragen deshalb mehr Wasser mit sich als früher.

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Der Deutsche Wetterdienst warnt ab einer Menge von 15 bis 25 Litern pro Quadratmeter innerhalb einer Stunde vor Starkregen. In Oberhausen beschloss die Stadtverwaltung zuletzt bereits den Ausbau des Emscher- sowie des Ruhrdeiches, um sich vor überaus starken Fluten besser zu schützen.

Institut bietet Livestream für Interessierte an

Wer mehr zum Thema Wasserspeicher und zum System des Fraunhofer-Instituts Umsicht erfahren möchte, kann am Dienstag, 9. Juni 2026, am digitalen „Wissenschaftssofa“ teilnehmen. Hier erläutert das Institut den „Vertical Water Sponge“ noch näher. Interessierte können außerdem Fragen an das Forscherteam stellen.

Der Livestream läuft zwischen 16 und 17 Uhr. Die Teilnahme ist kostenlos, allerdings ist eine vorherige Anmeldung nötig. Weitere Informationen gibt es auf der Website fraunhofer-zukunftsstiftung.de.