Die Oberhausenerin Doris Dintner hat die Sorgen der Vonovia-Mieter in der Zechensiedlung Alstaden während der jüngsten Hauptversammlung des Wohnungsunternehmens in Bochum eindrucksvoll deutlich gemacht: Sie fürchten, dass Vonovia die Häuser der Siedlung verkauft. Nun schaltet sich die Ratsfraktion der Linken Liste in die Debatte ein und kritisiert scharf das bisherige Vorgehen der Stadtverwaltung in Oberhausen im Umgang mit der Zechensiedlung. Mehr Transparenz und Tatkraft seien dringend nötig, meinen die Linken.

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Der Haupt- und Finanzausschuss hatte bereits im Dezember 2025 die Oberhausener Stadtverwaltung beauftragt, zwischen der Bürgerinitiative Zechensiedlung Alstaden und der Eigentümerin Vonovia zu vermitteln sowie mögliche Verkaufsabsichten aufzuklären. Die Linke Liste vermisst hier ein ausreichendes Handeln der Rathaus-Führung.
Im Ausschuss sei Ende des vergangenen Jahres ein klarer politischer Auftrag beschlossen worden. „Es ist erschreckend, dass die Verwaltung jetzt im Planungsausschuss erklärt, man habe bisher lediglich einen Brief an Vonovia geschrieben, der nicht beantwortet wurde“, wird Yusuf Karaçelik, Vorsitzender der Linken-Ratsfraktion, in einer aktuellen Mitteilung der Partei zitiert.
Linke: „Ein Brief reicht nicht!“
Heike Hansen, Mitglied des Stadtplanungs- und Umweltausschusses, attackiert zugleich den Oberhausener Planungsdezernenten Thomas Palotz: „Der Beigeordnete muss die Sorgen der Mieterinnen und Mieter ernst nehmen und seinem Auftrag gewissenhaft nachkommen. Einen Brief an Vonovia zu schicken, ist einfach zu wenig!“

Im April hatten die Mieter eine Demonstration vor Ort in Alstaden gestartet und dabei auch dieser Redaktion berichtet, dass im Auftrag von Vonovia eine technische Bestandsaufnahme im Bereich der Siedlung stattgefunden habe. Dabei seien auch Gärten und Außenflächen dokumentiert worden. Dies habe in der Mieterschaft für erhebliche Verunsicherung gesorgt. Bis heute seien weder Ziel noch Ergebnis dieser Begehung von Vonovia erläutert worden.
Seit Monaten sorgen mögliche Verkaufspläne für massive Unsicherheit in der Siedlung. Auf der jüngsten Hauptversammlung hat der neue Vonovia-Chef Luka Mucic das Ziel formuliert, den Verschuldungsgrad des Dax-Konzerns auch durch Wohnungsverkäufe bis 2028 deutlich zu senken.

Siedlung in Bochum bereits verkauft
Die Alstadener Bewohner befürchten, durch einen Verkauf ihr geliebtes Zuhause zu verlieren. Die Linke Liste formuliert: „Diese Sorgen sind berechtigt und müssen ernst genommen werden.“ Ein aktuelles Beispiel für die Vonovia-Strategie komme aus Bochum. Dort ist die denkmalgeschützte Bergbausiedlung am Röderschacht an einen Investor verkauft worden.
Auf Anfrage dieser Redaktion erklärte das Unternehmen zur Frage eines etwaigen Verkaufs der Zechensiedlung in Oberhausen-Alstaden: „Wir bitten um Verständnis, dass wir uns zu solchen Anfragen grundsätzlich nicht äußern. Unabhängig davon gilt für die Mieterinnen und Mieter: Kauf bricht nicht Miete. Bestehende Verträge sind weiterhin gültig.“
Die Linke Liste fordert die Verwaltung unterdessen auf, ihrem Auftrag zur Vermittlung zwischen der Bürgerinitiative und Vonovia nachzukommen. Außerdem fordert sie „vollständige Transparenz über die bisherigen Gespräche der Verwaltung mit Vonovia und ein klares politisches Signal zum Schutz der Mieterschaft“.




